Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Abschied von Kirchnerin Allner in Breitingen
Region Borna Abschied von Kirchnerin Allner in Breitingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 25.04.2019
Kanzlistin und Kirchnerin Jacqueline Allner verlässt die Stadtkirche und Regis-Breitingen. Quelle: Olaf Krenz
Regis-Breitingen

Knapp ein Dutzend Jahre intensive Arbeit im Pleißestädtchen lässt Jacqueline Allner jetzt hinter sich. Die Pfarramtsmitarbeiterin und Kirchnerin im Evangelisch-Lutherischen Kirchspiel Regis-Breitingen wird am Sonntag beim Gottesdienst in der Lutherkirche Breitingen verabschiedet.

Ihr Weggang ist ein kleines Detail der Strukturreform 2019/2020 im Kirchenbezirk Leipziger Land. Am 2. Mai tritt Allner ihren neuen Job im Röthaer Pfarramt des Kirchspiels Leipziger Neuseenland an.

„Der Stern hätte eigentlich längst abgenommen sein müssen“, sagt Jacqueline Allner. Doch die Stadtkirche Regis hat keine Sakristei, es fehlt an Platz zur Lagerung. Quelle: Olaf Krenz

Die letzten Wochen waren nicht einfach für sie. „Ich wäre gern geblieben“, sagt die 46-Jährige. „Im zwölften Jahr in Regis-Breitingen ist mir alles vertraut, vieles habe ich liebgewonnen.“ Doch die Strukturreform sieht einen gewissen Personalabbau vor.

Die 40-Prozent-Stelle als Kanzlistin im Pfarramt Breitingen wird auf 25 Prozent geschrumpft und mit dem Posten in der Kirchgemeinde Lobstädt-Neukieritzsch (50 Prozent) zusammengelegt. Dort wurde jedoch länger nicht über sie entschieden, so dass sie sich andernorts bewarb – und inzwischen genommen wurde. „Nun bin ich in einem Abnabelungsprozess. Ich hab’ mir gesagt: Du musst jetzt loslassen.“

Jacqueline Allner zog Anfang der 2000er-Jahre nach Regis-Breitingen

Jacqueline Allner war Anfang der 2000er-Jahre nach Regis-Breitingen gezogen. „Ich habe hierher geheiratet.“ Schon kirchlich erzogen, begann sie im August 2007 ihren Dienst als Kirchnerin. Dazu gehört die Vorbereitung der Gottesdienste in der Lutherkirche sowie der Stadtkirche Regis: die Paramente wechseln (Textilien mit richtiger liturgischer Farbe), Heizung einschalten, Bücher bereitlegen, Kerzen anzünden, auch alles säubern... „Eben dafür sorgen, dass alles funktioniert.“ Auch ein bisschen Hausmeister sein.

Im Februar 2008 kam die Verwaltungsarbeit im Pfarramt dazu. „Unsere Kanzlistin Jacqueline Allner ist die Managerin und das Herz unserer Kirchspielverwaltung“, heißt es noch auf der Homepage. Sie selbst sagt: „Ich bin Ansprechpartnerin für alle und alles – gewesen.“ Zumal es hier rund zehn Jahre keinen eigenen Pfarrer gab und in der Vakanz wechselnde Vertreter zuständig waren. „Es war nie langweilig. Immer wieder tauchte was Neues auf, auch wenn viele Routinen vorhanden waren.“

Jacqueline Allner 2011 an ihrem Schreibtisch im Pfarramt Breitingen. Quelle: Hartmut Karich

Einbruch in die Kanzlei war schlimmes Erlebnis

Ihr schlimmstes Erlebnis war, als sie eines Morgens den Einbruch in die Kanzlei entdeckte. „Die Türen waren offen, alles war durchwühlt, die Kasse war aufgebrochen. Das war nicht ohne.“ Sie ist froh, dass das nicht wieder passierte. Hingegen war das Schönste für sie die Orgelrestaurierung 2011/2012. „Klar, es hat mich manch schlaflose Nacht gekostet, das fast in Eigenregie zu organisieren und die Finanzierung zu kalkulieren.

Aber am Ende war es das wert.“ Fast 50.000 Euro flossen in die Erneuerung des vom Bornaer Orgelbaumeisters Urban Kreutzbach geschaffenen Instruments, das mit seinem freistehenden Spieltisch, so dass der Organist auf die Gemeinde und den Altar blickt, eine besondere Note hat. „Ich mag die Stadtkirche auch lieber, weil sie einen besseren Klang hat“, sagt Allner. „Schade nur, dass die Orgel kaum gespielt wird.“

Mit der Restaurierung der Urban-Kreutzbach-Orgel in der Stadtkirche Regis, deren freistehender Spieltisch dem Organisten den Blick auf Gemeinde und Altar ermöglicht, verbindet Jacqueline Allner ihr schönstes Erlebnis als Kirchnerin. Quelle: Olaf Krenz

Abschied von der Kirchnerin in Regis ist ein Verlust

Für Gunter Straßburger, Vorsitzender des Kirchspielvorstandes, ist Allners Abschied ein Verlust. „Sie hat ihre Arbeit hier sehr gut gemacht. Ihr selbstständiges Wirken in der ganzen Zeit der Vakanz war wichtig“, sagt er. „Es tut mir leid, dass sie geht.“ Aber sie bekommt einen besseren Job, mehr Stunden, höhere Bezahlung. „Und wir müssen die Aufgaben ein bisschen aufteilen.“

Mehr in die Verwaltungsdinge der Gemeinde einarbeiten muss sich Pfarrerin Ulrike Franke, seit Februar 2018 im Amt. „Zuletzt in der Krankenhaus-Seelsorge hatte ich damit nichts zu tun. Da war für mich das reichliche Jahr komfortabel.“ Auch sie lobt die Zusammenarbeit mit Allner. „Das aufzufangen, trotz ausgeschriebener Stelle, wird schwer möglich sein. Ich hoffe auf noch mehr ehrenamtliche Unterstützung.“

Für die Kirchner-Funktion werden zwei Personen gesucht, die einzeln die Kirchen betreuen. „Am liebsten jemand, der in der Nähe wohnt und schnell nach dem Rechten sehen kann“, sagt Franke.

Jacqueline Allner wohnt heute in Markkleeberg

Es gab in Regis-Breitingen auch Zeiten, wo Jacqueline Allner mit ihren Kräften schmerzlich an Grenzen stieß. „Ich hatte Rückenbeschwerden und Fiepen im Ohr. Da hat sich der Stress niedergeschlagen.“ Sie trat auf die Bremse, nahm sich zurück. Die Probleme sind wieder weg beziehungsweise hat der Chiropraktiker sie im Griff, schmunzelt sie.

Seit zweieinhalb Jahren, nach der Scheidung, wohnt sie mit den zwei Kindern in Markkleeberg. Da ist der Arbeitsweg nach Rötha um einiges kürzer als nach Regis-Breitingen. „Aber ich werd’ schon ab und zu mal herkommen“, sagt die 46-Jährige. „Auf jeden Fall habe ich den Krippenspielern versprochen, am Heiligabend mit auszuhelfen, wenn hier die Kirche voll ist.“

Von Olaf Krenz

Der Spielplatz in der Wettinstraße wurde im vorigen Jahr fertiggestellt. Mittlerweile lockt er vor allem Jugendliche an, die Müll, Glasscherben und offenbar Kondome hinterlassen.

25.04.2019

Am 27. April gibt es Borna ein Ereignis ganz allein für Damen: den internationalen Frauenlauf. Er erlebt seine zweite Auflage. Männer sind dennoch herzlich willkommen – zum Anfeuern und Jubeln.

25.04.2019
Borna Gestaltungssatzung aufgehoben - Lobstädt darf jetzt schwarze Dächer bekommen

Es kann wieder bunt werden im Neukieritzscher Ortsteil Lobstädt. Der Gemeinderat hat mit knapper Mehrheit die Gestaltungssatzung aufgehoben. Für Bauherren eine Erleichterung.

25.04.2019