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Borna Ankäufe und Schenkungen füllen das Bornaer Museum
Region Borna Ankäufe und Schenkungen füllen das Bornaer Museum
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08:03 24.01.2019
Almut Zimmermann präsentiert die Stiefel eines Soldaten des früheren Bornaer Karabinierregiments. Das Schuhwerk gehört zu den Neuerwerbungen des Museums im letzten Jahr.
Almut Zimmermann präsentiert die Stiefel eines Soldaten des früheren Bornaer Karabinierregiments. Das Schuhwerk gehört zu den Neuerwerbungen des Museums im letzten Jahr. Quelle: Nikos Natsidis
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Borna

Bisweilen spielt der Zufall eine Rolle. Das ist gut so. Denn allzu viele Mittel für Ankäufe hat das Bornaer Museum nicht. Deshalb freut es Leiterin Gabriele Kämpfner und ihren Kollegen Thomas Bergner, wenn sie etwas aus Privatbeständen geschenkt bekommen.

Fotoplatte mit Aufnahmen vom Tagebau Bockwitz

Etwa Materialien zum großen Bornaer Thema Bergbau wie etwa eine Fotoplatte mit Aufnahmen des ehemaligen Tagebaus Bockwitz. Oder eine alter Baggerschaufel. Die bekam Bergner im vergangenen Jahr geschenkt. Gegenstände, die das Depot des Hauses am Reichstor weiterfüllen.

„Reparatur mit Waggonbau“ im BKW Borna

Das gilt auch für eine CD und Plaketten von Rudolf Lehmann. Der langjährige Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltung (LMBV), Bergmann aus Überzeugung, überließ die Gegenstände dem Museum ebenso wie ein anderer Spender ein Bild mit dem Titel „Reparatur mit Waggonbau“. Es zeigt eine Werkstatt im einstigen Braunkohlenwerk Borna, ist Museumsmitarbeiter Bergner überzeugt.

Das Museum der Stadt Borna profitiert von geschenkten Exponaten. Quelle: Jens Paul Taubert

Bilder von Felix Heinig angekauft

Im Rahmen einer Benefiz-Aktion kam das Museum im vergangenen Jahr zu Conrad Felixmüllers Bild „Bergleute auf der Zeche“. Angekauft wurden hingegen sechs Bilder von Felix Heinig.

Stiefel vom Bornaer Karabinierregiment

Von besonderer Bedeutung für das Bornaer Museum sind Militaria, Gegenstände die mit Militär, Soldatentum und Krieg in Verbindung gebracht werden können. Dafür hat sich seit Jahrzehnten ein Markt etabliert, auf dem gut betuchte Sammler unterwegs sind und mit denen ein Museum wie das Bornaer in der Regel nicht mithalten kann.

Deshalb trifft es sich, dass das Museum Kontakt zu einem Sammler aus der Nähe von Dresden pflegt, der Gabriele Kämpfner und Thomas Bergner kontaktiert, wenn er einen entsprechenden Gegenstand im Blick oder in den Händen hat, der für Borna als Standort des sächsischen Karabinierregiments von Interesse sein könnte.

Auf diese Weise, so Bergner weiter, kamen Kavallerie-Stiefel eines Soldaten ins Museum, der bei den Karabiniers gedient hatte. Nach seinem Aus bei der Armee durfte er, wie es seinerzeit üblich war, seine Kleidung nebst Schuhwerk behalten, wodurch die Stiefel schließlich zurück nach Borna kamen.

Chronik des Gesangsvereins Witznitz

Während in diesem Falle Bares für Rares floss, ging es in einem anderen Fall ohne Geld ab. „Kurz vor Weihnachten haben wir die Chronik des Gesangsvereins Witznitz bekommen“, sagt Bergner. Ein Schatz, der die Geschichte des Männerchors bis zum Ende des abgebaggerten Dorfes Anfang der 40er-Jahre dokumentiert.

Von Nikos Natsidis