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Borna Anwohner in der Bornaer Bahnhofstraße von Krach genervt
Region Borna Anwohner in der Bornaer Bahnhofstraße von Krach genervt
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16:05 08.04.2019
Das Pflaster in der Bornaer Bahnhofstraße, das für Lärm sorgt. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

An der Bornaer Bahnhofstraße dürfte es weiter laut bleiben. Speziell am Areal an der Einmündung der Wettinstraße, das im vorigen Jahr umgebaut wurde. Die Folge war ein Pflasterstreifen, der für einen recht hohen Geräuschpegel sorgt, wenn die Autos darüber donnern, besonders in den Abendstunden. Seither gibt es Anwohnerbeschwerden. Die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage ist allerdings nicht allzu groß.

Brief an die Bornaer Oberbürgermeisterin

„Das Pflaster ist dazu gedacht, dass die Leute langsamer fahren“, sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). An sie hatten sich die Anwohner vor einigen Monaten mit einem Brief gewandt, um auf ihr Problem aufmerksam zu machen. Immerhin hatten einige von ihnen ihre Schlafzimmer von der Bahnhofstraße auf die Hofseite der Häuser verlegt.

Den Zweck, den Fahrzeugverkehr zu verlangsamen, erfüllt der Pflasterstreifen in der Tat nicht. Besonders in den Abendstunden, so hatten die Anwohner zu Protokoll gegeben, sei der Lärm groß. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass in der Bahnhofstraße ab der Stauffenbergstraße Tempo 30 gilt.

Pflaster als Förderbedingung für Borna

Die Anwohner hatten seinerzeit moniert, dass sie zwar im Rahmen einer Informationsveranstaltung über die Umgestaltung des Areals informiert wurden. Dass der Umbau aber für eine höhere Lautstärke sorgen würde, hatte freilich keiner von ihnen ahnen können.

Dennoch könne die Stadt nicht einfach „reparieren“, was nach Meinung eines nennenswerten Teils der Anwohner offenkundig nicht wie erhofft funktioniert. Denn der Pflasterstreifen gehört zu den Bedingungen, die die Stadt habe erfüllen müssen, um an die entsprechenden Fördertöpfe zu kommen, so Luedtke weiter. Und jetzt bestehe die Gefahr, dass die Gelder im Falle einer nachträglichen Korrektur zurückgezahlt werden müssten.

Borna müsste 200.000 Euro zurückzahlen

Das wären immerhin 200.000 Euro. „Ob wir die am Ende zurückzahlen müssten, das ist erst zu klären“, sagt die Oberbürgermeisterin. Und sofern das der Fall wäre, läge der Ball im Stadtrat. Der müsse dann gefragt werden, ob der Plasterstreifen am Ende trotzdem entfernt werden soll.

Kommentar: Keine Lösung für Anwohner in Sicht

An sich war das Problem in der Bornaer Bahnhofstraße absehbar. Dass ein künstliches Hindernis auf einer Fahrbahn Kraftfahrer in nennenswerten Größenordnungen dazu bringen würde, langsamer zu fahren, lässt sich, freundlich gesagt, als vergleichsweise weltfremd bezeichnen. Den Schaden haben jetzt vor allem die genervten Anwohner.

Nicht nur, weil sie bei der Präsentation des Projekts beim besten Willen nicht ahnen konnten, dass der Pflasterstreifen für eine erhebliche Geräuschkulisse vor allem in den Abendstunden sorgen würde. Was freilich an fragwürdigen Auflagen von Fördermittelgebern liegt, deren Ziel oftmals nur darin zu bestehen scheint, fahrbare Untersätze auf vier Rädern auszubremsen, und zwar völlig unabhängig davon, ob das einem mehrheitlichen Wunsch entspricht und auch davon, ob sich das auch real umsetzen lässt. Was die Bahnhofstraße anbelangt, so schlafen Teile der Anwohner jetzt jedenfalls schlechter als vor dem Straßenumbau. Langsamer fährt, Tempo 30 zum Trotz, jedenfalls kaum ein Kraftfahrer, wenn er nicht im umleitungsbedingten Stau an der Ampelkreuzung Angerstraße warten muss.

Das hätte wissen können, wer die Weichen entsprechend gestellt hat. Oder entsprechend stellen musste, weil es andernfalls kein Fördergeld gegeben hätte. Dass sich das Problem der Anwohner in der Bahnhofstraße in absehbarer Zeit lösen lässt, ist jedenfalls angesichts drohender Fördermittelrückzahlungen kaum zu erwarten.

n.natsidis@lvz.de

Von Nikos Natsidis

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