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Borna Anwohner schauen Bauleuten über Schulter
Region Borna Anwohner schauen Bauleuten über Schulter
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18:13 11.11.2018
Etliche Zuschauer nutzten die Gelegenheit auf der Hochkippe Borna-West, sich das Rüttelstopfverfahren anzusehen.
Etliche Zuschauer nutzten die Gelegenheit auf der Hochkippe Borna-West, sich das Rüttelstopfverfahren anzusehen. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Das Verfahren der Rüttelstopfverdichtung war am Sonnabend aus nächster Nähe zu sehen. Die Gelegenheit ließen sich sowohl Anwohner als auch Schaulustige nicht entgehen und pilgerten am Vormittag bei strahlendem Sonnenschein zur Hochkippe nach Borna-West. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hatte zum Baustellen-Tag eingeladen.

etliche Zuschauer nutzten die Gelegenheit, sich das Rüttelstopfverfahren anzusehen. Quelle: Julia Tonne

Auf einem 50 mal 50 Meter großen Probefeld haben die Arbeiten bereits begonnen, die ersten Rüttelstopfsäulen sind schon entstanden, so dass auch schon einiges zu sehen war. Beeindruckend wirkten vor allem die drei schweren Geräte: ein Raupenkran mit einer Gesamttraglast von 300 Tonnen, ein Radlader und eine Raupe.

Böschung ist abbruchgefährdet

Während ersteres die Säulen 25 Meter tief bohrt, schüttet der Radlader anschließend den entstandenen Hohlraum mit Kies auf. Die Raupe wiederum sichert den Radlader, damit dieser an der Böschung nicht ins Rutschen kommt. Bis zum Frühjahr 2021 sichert die LMBV gemeinsam mit der bauausführenden Firma TDE die Böschung der Hochkippe ab. Diese ist nicht nur steil, sondern auch abbruchgefährdet.

Um den Boden der Kippe zu festigen, wird dieser verdichtet. „Wir brauchen mehr als 500 Rüttelsäulen mit je einer Tiefe von 25 Metern. Das entspricht einer Gesamtlänge von mehr als zwölf Kilometern“, erklärte Maria Lange, Sprecherin der LMBV. Was wiederum etwa 12 600 Tonnen Kies erforderlich mache.

Anwohner hören nun das Kies-Einschütten

Viele Anwohner hatten die Möglichkeit am Sonnabend zur Besichtigung der Baustelle genutzt, um sich über die Arbeiten und deren Auswirkungen zu informieren. „Wir hören lediglich das Kies-Einschütten, ansonsten ist es ruhig“, sagte Familie Matthes. Und auch andere Bewohner konnten das bestätigten.

Um die Auswirkungen zu messen, gehen die Bauarbeiten mit einem sogenannten Monitoring-Programm einher. Gemessen werden unter anderem der entstehende Lärm und mögliche Schwingungen durch das Bohren der Rüttelsäulen. Genau diese sind ein Grund, weshalb die Arbeiten zwischen Frühjahr und Herbst 2019 ruhen. „Wir müssen zunächst einmal alles auswerten, danach erfolgen die Ausschreibungen für die weiteren Felder auf der Kippe“, machte Vinzent Sturm, Projektmanager beim Planungsbüro CDM Smith, deutlich. Auch die Ausschreibungen erforderten etwas Zeit.

Arbeiten werden wohl 2021 beendet

Er rechnet damit, dass die Arbeiten Ende 2020 oder im Frühjahr 2021 abgeschlossen sind. Danach könne die Kippe auch wieder von Spaziergängern und Radfahrern genutzt werden.

Von Julia Tonne