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Borna Attacke auf „Bon Courage“ in Borna – Staatsschutz ermittelt
Region Borna Attacke auf „Bon Courage“ in Borna – Staatsschutz ermittelt
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15:21 04.05.2016
Eingeworfene Scheibe im Domizil des Vereins Bon Courage.
Eingeworfene Scheibe im Domizil des Vereins Bon Courage. Quelle: Ekkehard Schulreich
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Leipzig/Borna

Einen Anschlag mit einer übel riechenden Substanz verübten Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch in Borna. Betroffen war das Domizil des Integrations-Vereins „Bon Courage“ in der innerstädtischen Kirchstraße. Vermutlich mit Pflastersteinen, so die Polizei, zerstörten die Täter die beiden Schaufenster der Geschäftsstelle. Sie vergossen danach eine noch nicht näher bestimmte Flüssigkeit in den Räumen.

In Borna ist das Büro eines Hilfsprojektes für Flüchtlinge angegriffen worden. Nach Angaben der Polizei schlugen die Täter in der Nacht zum Mittwoch beim Verein Bon Courage zwei Fenster ein und verbreiteten eine übelriechende Flüssigkeit. Der Verein vermutet Buttersäure.

Die Attacke geschah am Mittwochmorgen, 2.30 Uhr. Sie schreckte Anwohner aus dem Schlaf, die die Polizei informierten. „Da wir von einer politisch motivierten Straftat ausgehen müssen, ist der Staatsschutz eingeschaltet“, sagt Uwe Voigt, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, der LVZ. Zudem fand eine umfassende kriminaltechnische Tatortarbeit statt.

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hat für den Mittag ihren Besuch in Borna angekündigt, um sich vor Ort über den Anschlag zu informieren und dem Verein zur Seite zu stehen.

Der 2007 gegründete Verein „Bon Courage“ ist erst seit wenigen Wochen in diesem Gebäude ansässig. Er setzt sich unter anderem für Flüchtlinge und ihre Integration ein und unterstützt verschiedene Projekte der demokratischen Jugendbildung.

Der Gebäudeeigentümer BWS-Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft mbH wird die Scheiben entfernen und die Fenster über die nächsten Tage provisorisch sichern. Er geht von einer vierstelligen Schadenssumme aus. Im Haus sind neben dem Verein Arztpraxen und Wohnungen untergebracht.

Von Ekkehard Schulreich