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Borna Aufatmen in Kitzen: Behörde stoppt Pläne für Kiesabbau
Region Borna Aufatmen in Kitzen: Behörde stoppt Pläne für Kiesabbau
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07:00 21.07.2016
Zitzschener und Kitzener kamen im Herbst zu den Demonstrationen gegen den Kiesabbau. Ihre Kritik fand beim Oberbergamt offensichtlich Gehör. Quelle: André Kempner
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Pegau/Kitzen

Der Pegauer Ortsteil Kitzen kann aufatmen. Das Oberbergamt hat das Anliegen der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH (MDB) kürzlich abgelehnt. Diese plant, Kies aus vier Abbaufeldern zu holen. Bewilligt sind bereits Felder nördlich und westlich des Zwenkauer Ortsteils Zitzschen, zudem wollte die MDB aber nicht nur von Trocken- auf Nassgewinnung umstellen, sondern den Abbau um das Bewilligungsfeld Großdalzig erweitern. Das aber ist gescheitert, wie die LVZ berichtete.

Die Sorge in den vergangenen Monaten in Kitzen war groß. Hätten doch etliche Bewohner des rund 2000-Seelen-Dorfes die Abbaulöcher direkt vor der Haustür gehabt. Bei einigen betrug der Abstand zwischen Grundstückgrenze und Abbaurand gerade einmal 200 Meter. Bis Ende Mai hatte Ortschaftsrätin Antje Müller versucht, die Anwohner aufzurütteln, um sich gegen die Planungen der MDB zu wehren. Mit Erfolg: Mehr als 300 Unterschriften hatte sie zusammenbekommen und an die Landesdirektion weitergeleitet. „Es gab zwar eine mündliche Zusage der MDB, dass man auf das südliche Erweiterungsfeld verzichten wolle, aber wir wollten das schriftlich“, macht Müller deutlich.

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Die Lage hat sich mit dem Urteil des Oberbergamtes für die Anwohner entschärft, „neben Kitzen wären ja auch Kleinschkorlopp und Löben betroffen gewesen“, sagt die Ortschaftsrätin. Mit der Entscheidung der Behörde seien die Wohnlagen in den Ortschaften wieder deutlich aufgewertet worden. Die Bewohner hatten wegen der geplanten Abbaufelder mit einer extremen Verschlechterung der Grundstückswerte gerechnet. Hätte die MDB mit ihren bisherigen Plänen Erfolg gehabt, wäre 40 Jahre lang in dem Gebiet Kies abgebaut worden. „Das heißt, wir hätten bis an unser Lebensende zusehen müssen, wie unsere Umgebung zerstört wird, so die Rodeländerin. Kitzen sei dann nur noch ein „Stück Käse zwischen den ganzen Löchern“ gewesen. Vom Lärm ganz zu schweigen, der auf die Anwohner wegen der Lastwagen zugekommen wäre.

Pegau hatte sich mit Einwendungen gegen das Vorhaben ausgesprochen, eine offizielle Rückmeldung aber ist bis heute ausgeblieben. „Wir haben lediglich über das sächsische Amtsblatt und von Frau Müller davon erfahren“, sagt Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos). Auch Müller, die die Unterschriftenliste an die Landesdirektion geschickt hatte, ist von Seiten der Behörden nicht über die Entscheidung informiert worden, „wir haben als Ortschaftsrat vom Heimatverein Zitzschen davon erfahren“. Eine Antwort auf die Einwendungen hätten sowohl Müller als auch Rösel allerdings erwartet.

Beide sind vor allem froh darüber, dass die Bewohner gekämpft und auch gewonnen haben. „Für die Region haben wir viel erreicht“, betont die Ortschaftsrätin. Die Bedenken seien ernst genommen worden, so dass die Entscheidung zugunsten der Orte gefallen sei.

Von Julia Tonne

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