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Borna Ausstellung im Bornaer Gymnasium thematisiert häusliche Gewalt
Region Borna Ausstellung im Bornaer Gymnasium thematisiert häusliche Gewalt
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15:07 16.09.2019
Susann Lindner vom Verein Wegweiser führt Schülergruppen bis Freitag durch die interaktive Ausstellung. Quelle: Julia Tonne
Borna

Kinder haben Rechte. Eins davon: gewaltfrei aufwachsen. Doch für einige Kinder und Jugendliche sieht die Realität anders aus. Entweder sie erleben selbst körperliche Gewalt oder aber sie werden Zeuge, wie ein Elternteil geschlagen wird. Um Gewaltprävention geht es bei einer interaktiven Ausstellung, die noch bis Freitag im Gymnasium Am Breiten Teich in Borna zu sehen ist. Gedacht ist die Schau „Echt Fair!“ für Schüler der fünften bis achten Klassen, nach Borna geholt wurde sie vom Böhlener Verein Wegweiser.

„Die Ausstellung ist in sechs Bereiche untergliedert“, sagt Susann Lindner, die beim Wegweiser für die Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewaltzuständig ist. Einer davon sei „Gewaltig“. Die Besucher würden hier entscheiden, ob sie in bestimmten Situationen gewalttätig handeln würden oder nicht. Zudem würden sich viele Opfer von Gewalt selbst die Schuld geben. „Dabei hat immer der Schuld, der Gewalt ausübt“, macht Lindner deutlich. Der Teil der Ausstellung solle eben das klar machen.

Stereotype können Gewalt befördern

An einer anderen interaktiven Tafel gehe es um das Thema „Ich und Du“, das gewisse Stereotypen hinterfragt. „Noch immer gibt es feste Rollenbilder. Mädchen sollen immer lieb sein und hübsch aussehen, Jungen dürfen nicht weinen und sollen stark sein“, sagt Lindner. Wichtig aber sei, wie jeder selbst sein wolle. Denn jeder entscheidet selbst, wie er leben möchte, das Verhalten muss nicht zwangsläufig die Erwartungen anderer erfüllen. „Stereotype befördern Gewalt“, ist sich Lindner sicher. Wer nicht gelernt habe, jeder Lebensweise mit Respekt zu begegnen, könne diesen Konflikt schon einmal anders lösen als mit Worten.

Jedes fünfte Kind in Deutschland, betont Lindner, erlebe Gewalt in der Familie. „Und dann steigt das Risiko, später selbst zum Täter zu werden.“ Um frühzeitig auf die Problematik aufmerksam zu machen und auch Hilfsangebote vorzustellen, hat die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG) die Ausstellung entwickelt und verleiht sie deutschlandweit.

Ausstellung ist auch für Pädagogen und Polizisten gedacht

Lindner und ihre Kollegen führen in den kommenden Tagen die Schülergruppen durch die Ausstellung, kommen mit den Schülern ins Gespräch. „Und manches Mal haben wir Kinder dabei, die häusliche Gewalt erleben und das durch bestimmte Kommentare deutlich machen“, erzählt sie. Dann könne beispielsweise die Schulsozialarbeiterin informiert werden. „Wir haben selbstverständlich eine Schweigepflicht. Aber wenn klar wird, dass ein Besucherkind Gewalt ausgesetzt ist, können wir eingreifen“, betont Lindner.

Bis Freitag noch haben Schülergruppen aus dem Landkreis Gelegenheit, die Ausstellung zu sehen und zu erfahren. Angemeldet sind bereits Klassen aus Kitzscher und von der Robinienhofschule in Borna. „Und natürlich wollen wir damit auch Pädagogen und Polizisten erreichen“, sagt Lindner. Beide Berufsgruppen müssten mehr für das Thema sensibilisiert werden. Anmeldungen nimmt Lindner unter der Telefonnummer 0176 22269236 entgegen.

Von Julia Tonne

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