Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Autowrack bei Rötha: CDU-Politiker fordert Minister zum Handeln auf
Region Borna Autowrack bei Rötha: CDU-Politiker fordert Minister zum Handeln auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:30 05.06.2019
Das Autowrack auf der A 72. steht schon seit Wochen da, ohne dass sich jemand darum kümmert. Quelle: Julia Tonne
Rötha

Mittlerweile ist er zerbeult und zertrümmert, der weinrote Renault, der seit Monaten in einem gesperrten Bereich der Bundesstraße 95 bei Rötha steht. Irgendwann Anfang des Jahres ist er dort abgestellt worden, wo demnächst die Autobahn 72 gebaut wird. Seitdem weisen die Behörden die Zuständigkeit für das Wrack von sich und der Wagen rottet vor sich hin.

Jetzt hat sich der Landtagsabgeordnete Georg Ludwig von Breitenbuch (CDU) eingeschaltet. Er hat sich an den sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) gewandt. Der Minister ist Dienstherr des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Von Breitenbuch fordert Dulig auf, „das mittlerweile zum Wrack verkommende Fahrzeug endlich beseitigen zu lassen“.

Seit Monaten steht an der A-72-Baustelle bei Rötha ein herrenloses Auto herum. Die Behörden schoben sich die Verantwortlichkeiten gegenseitig zu. Passiert ist bisher nichts.

Georg Ludwig von Breitenbuch: Lasuv ist zuständig für das Wrack

Von Breitenbuch und dessen Mitarbeiter im Bornaer Abgeordnetenbüro Falk Opelt ist der Wagen direkt neben der viel befahrenen Straße seit Langem ein Dorn im Auge. „Jeder sieht es, und jeder, der vorbei fährt, regt sich auf. Und keiner unternimmt etwas“, beschreibt Opelt den aus Sicht des Landtagsabgeordneten beklagenswerten Zustand. Es seien nämlich, ist Opelt wie sein Chef überzeugt, solche scheinbar kleinen Dinge, die die Leute aufregen.

Landtagsabgeordnete Georg Ludwig von Breitenbuch (CDU) will das Wrack an der A72 beseitigen lassen. Quelle: Günther Hunger

Nach mehreren Anrufen ist Georg Ludwig von Breitenbuch zu der Erkenntnis gekommen, dass das Lasuv für das Wrack zuständig ist. „Dort hat man das Thema zum bauausführenden Unternehmen Strabag weitergeschoben, in dessen Verantwortlichkeit der Baustellen-Straßenabschnitt wohl fällt“, wundert sich der Politiker.

Bauunternehmen Strabag will Auto an der A-72-Baustelle beseitigen

Er bezeichnet das bisherige Nicht-Agieren der Behörden als „offen zur Schau gestellte Verantwortungslosigkeit“, die durchbrochen werden müsse. „Gutes staatliches Handeln drückt sich für mich auch dadurch aus, dass für Ordnung im Land gesorgt ist“, so von Breitenbuch weiter.

Das Lasuv wollte auf den Vorstoß des Ministers gegenüber der LVZ vorläufig nichts sagen. Erst solle der Landtagsabgeordnete direkt eine Antwort vom Minister erhalten, hieß es aus der Pressestelle.

Tätig geworden ist unterdessen das Bauunternehmen. Strabag-Sprecherin Verena Claasen sagte auf Anfrage, es sei eingeleitet worden, „dass das Fahrzeug abtransportiert, an einen sicheren Ort gebracht und der Halter informiert wird. Das Fahrzeug wird den Bauablauf also zu keinem Zeitpunkt stören.“

Der Renault soll laut der Ermittlungen der Polizei von einer Frau aus Tschechien in Deutschland gekauft worden sein. Als der Wagen während der Rückfahrt streikte, habe sie den einfach in der Baustelle abgestellt und dort stehen lassen. Zeugen hätten beobachtet, wie mehrere Personen ausstiegen und abgeholt wurden.

Kommentar: Der schwarze Peter in Perfektion

Ein Kommentar von Julia Tonne:

Ja, es ist ein Blickfang, das Autowrack an der A 72 in Höhe Rötha. Zumal es dort schon seit Januar steht. Geschlagene fünf Monate. Gut, es stört niemanden, schon gar nicht die täglich daran vorbeifahrenden Pendler. Das Wrack, das in den vergangenen Monaten zunehmend mehr zerstört worden ist, steht im Baustellenbereich. Und auch den bauausführenden Firmen ist es bislang nicht in die Quere gekommen.

Dennoch ist es eine „offen zur Schau gestellte Verantwortungslosigkeit“, wie es der Landtagsabgeordnete Georg Ludwig von Breitenbuch (CDU) richtig benennt. Denn seit den ersten Hinweisen darauf, dass der Renault ohne Kennzeichen – und demzufolge herrenlos – am Straßenrand stehe, ist nicht viel passiert. Um genauer zu sein: gar nichts. Vielmehr kommt ein beliebtes Kinderspiel zum Tragen: der schwarze Peter. Der wird munter von A nach B, von B nach C und dann von C nach D gegeben. Sprich: von der Polizei zur Kommune (in dem Fall Rötha), von Rötha zur Straßenmeisterei, von dort aus dann zum Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Und zu guter Letzt bleibt alles beim Alten. Keiner fühlt sich zuständig, keiner kümmert sich – und das Auto steht.

Nun könnte man sagen: Nun gut, spätestens mit dem Vorrücken der Baustelle muss das Wrack weg, entsprechende Schritte hat das Bauunternehmen Strabag jetzt auch eingeleitet. Doch an dem Beispiel zeigt sich gut, wie Verantwortung gerne delegiert wird, wie niemand zuständig sein will. Damit haben es sich die beteiligten Behörden einfach gemacht – und ein fatales Signal gesendet. Nämlich: „Ich habe damit nichts zu tun, lasst mich in Ruhe.“ Ergebnis dessen: Irgendwann wird sich irgendwer schon irgendwie kümmern. Mit anderen Worten: Warum selbst kümmern, wenn sich auf wundersame Weise eine Lösung findet?

Von André Neumann

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Krankenstand im Landkreis Leipzig betrug im Jahr 2018 5,6 Prozent. Damit gab es keine Veränderung im Vergleich zum Vorjahr. Zugenommen haben allerdings Atemwegserkrankungen – bedingt durch die Grippewelle Anfang 2018.

05.06.2019

Was in Böhlen nicht klappt, könnte nun in Bornas Ortsteil Eula realisiert werden. Der Künstler Michael Fischer-Art hat für zwei geplante 29 Meter große Figuren die Baugenehmigung erhalten.

05.06.2019

Neue Gerüchte bezüglich Sicherheitsmängel an der Grundschule Deutzen machen die Runde. Eltern sind zu einem Informationsabend eingeladen. Auch die Bau- und die Schulbehörde wird dabei sein.

05.06.2019