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Borna Baden am Bockwitzer See auf eigene Gefahr
Region Borna Baden am Bockwitzer See auf eigene Gefahr
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14:01 10.07.2019
Abendhimmel am Bockwitzer See: Die Erteilung des so genannten Gemeingebrauchs für den ehemaligen Tagebau steht noch aus. Quelle: Anja Ladenthin
Borna

Zu einem offiziellen Badegebiet dürfte der Bockwitzer See kaum werden. Allerdings nicht, weil das Baden in dem einstigen Tagebau gefährlich wäre. Schließlich sei noch niemand, der in den See eingetaucht ist, am Ende als Skelett wieder aus dem Wasser gekommen, macht Günter Kolbusa deutlich. Der langjährige Bornaer Stadtrat (SPD/FDP-Fraktion) ist Vorsitzender des Ausschusses für die touristische Naherholung am Bockwitzer See, der sich im Jahr 2014 konstituiert hatte.

Kolbusa, der den Ausschussvorsitz von der früheren Stadträtin Brigitta Ast (Freie Wähler Borna) übernommen hatte, befragt regelmäßig Badegäste am Bockwitzer See. Von denen hat bisher noch niemand Schaden nach einem Sprung ins Wasser genommen. Der pH-Wert habe sich mittlerweile bei 4 bis 4,5 eingepegelt. Und daran dürfte sich auch nichts ändern, weil es die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltung (LMBV) als zuständiges Sanierungsunternehmen ablehnt, den See weiter zu bekalken.

Erteilung des Gemeingebrauchs bleibt offen

Was nach wie vor aussteht, ist die Erteilung des so genannten Gemeingebrauchs. Der Auftrag zu entsprechenden Prüfung ist zwar vergeben, abschließende Ergebnisse stehen aber noch aus. Das hat nach Angaben von Günter Kolbusa, der seit 1994 im Bornaer Stadtrat sitzt, auch damit zu tun, dass etwa die Fachleute von der Ökologischen Station Birkenhain eine ganze Vegetationsperiode, also ein Jahr, benötigen, um zu belastbaren Ergebnissen zu kommen.

Widerstand gegen die Nutzung des Bockwitzer Sees

Immerhin: Kolbusa rechnet damit, dass die Untere Wasserbehörde den Gemeingebrauch am Ende des Jahres erteilt, sofern keine außergewöhnlichen Einwände vorliegen. Allerdings gebe es Widerstände gegen eine touristische Nutzung des Areals. Konkret vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der einen viel größeren Teil des Sees und seiner Ufer davon ausschließen will. Für Kolbusa und seine Mitstreiter im Bockwitz-Ausschuss ist es hingegen keine Frage, dass es bereits ausreichend Flächen gibt, die von der Allgemeinheit nicht genutzt werden dürfen.

Für die weitere Entwicklung des Sees stehen ausreichend so genannte Paragraf-4-Mittel bereit. Gelder, die im Rahmen der Bergbausanierung für neue Nutzungsmöglichkeiten für frühere Tagebaue eingesetzt werden sollen. Immerhin flossen sie bereits in die Errichtung des Bergbau-Technik-Parks an der A 38 und in die Eisenstadt Ferropolis bei Gräfenhainichen.

Baden auf eigene Gefahr

Was das Badeverbot am Bockwitzer See anbelangt, so dürfte das auch weiterhin gelten, sagt der Ausschussvorsitzende. Auch deshalb, weil am Strand kein Rettungsschwimmer sitzt. Damit bleibe es beim „Baden auf eigene Gefahr“, wie es auch auf einem Hinweisschild auf der Kitzscheraner Seite des Gewässers zu lesen ist. Die Badestelle gehört der LMBV. Die Stadt Borna, sagt Kolbusa, hat eine Option für den Kauf oder die Pachtung des Gebiets.

Von Nikos Natsidis

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