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Borna Bau der A 72 bis Böhlen wird kompliziert
Region Borna Bau der A 72 bis Böhlen wird kompliziert
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12:02 18.06.2018
Am Knotenpunkt von B 95 (rechts im Bild), S 72 (links im Bild) und B 2, die beide quert, ändert sich zukünftig alles. Im Herbst bereits wird die Brücke über die B 95 zunächst abgerissen. Quelle: Julia Tonne / Grafik: Patrick Moye
Böhlen

Beim Bau der Autobahn 72 bleibt zwischen Rötha und dem Anschluss an die A 38 kein Stein auf dem anderen. Im sogenannten Abschnitt 5.2 entstehen bis zum Jahr 2026 zehn Brückenbauwerke, die neue Trasse auf einer Länge von 7,2 Kilometern, eine Anschlussstelle sowie sechs Regenrückhaltebecken. Und das alles unter laufendem Verkehr.

Voller Saal zur Informationsveranstaltung

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hatte am Donnerstagabend den Bauabschnitt im Kulturhaus Böhlen vorgestellt. Und trotz der beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft war der Saal so voll, dass selbst Stehplätze Mangelware waren. Denn von Interesse – das zeigte die anschließende Fragestunde – war für die Besucher vor allem der Knotenpunkt, an dem die Bundesstraßen 2 und 95 sowie die Staatsstraße 72 aufeinander treffen.

Einschränkungen für Anlieger und Kraftfahrer

Auf die Autofahrer und erst recht die Böhlener einschließlich der Großdeubener kommen in den nächsten Jahren einige Einschränkungen und verkehrstechnische Herausforderungen zu. Das machte Klaus-Peter Lechler, Projektleiter für den Autobahnabschnitt zwischen Rötha und Böhlen, deutlich. So werde im Herbst bereits die Brücke an der jetzigen Anschlussstelle über die B 95 abgerissen. Bis ein Neubau errichtet sei, werde der Verkehr aus Zwenkau in Richtung Leipzig auf die S 72 geleitet.

Baufortschritt der A72 in Bildern: Geplant war ursprünglich eine Fertigstellung der Autobahn zwischen Chemnitz und Leipzig zur Fußball-WM 2006. Erst Jahre später rückt sie nun doch Stück für Stück an Leipzig heran.

Mehrere Varianten werden umgesetzt

„Und ab da gibt es, je nach Baufortschritt, mehrere Varianten, die umgesetzt werden“, ergänzt 5.2.-Bauleiter Uwe Porstmann gegenüber der LVZ. Eine Zeit lang müssen Autofahrer zunächst von der S 72 auf die B 95 nach Rötha, um dort auf die gegenüberliegende Fahrspur in Richtung Leipzig wechseln zu können. In einer späteren Bauphase entstünden mehrere Ampelkreuzungen zwischen S 72 und B 95. „Dann entfällt der Umweg über Rötha“, so Porstmann. Endergebnis in acht Jahren seien insgesamt drei Brücken an dem Knotenpunkt, wovon eine zur Zentraldeponie führe.

Neue Abfahrt seit Freitag in Betrieb

Damit der zwischenzeitliche Umweg über Rötha und der Baustellenverkehr dort nicht noch mehr Verkehr in die Stadt bringen, wurde aus Richtung Leipzig eine neue, kurze Abfahrt angelegt. Die ist seit Freitag in Betrieb. Die Einmündung in die Lessingstraße regelt eine Ampel, wie auch den Verkehr weiter stadteinwärts an der Kreuzung mit der August-Bebel-Straße.

Radweg muss verlegt werden

Ein Thema, das für die Böhlener von Interesse ist, war der Radweg zwischen Böhlen und Großdeuben. Weil die S 72 als Umleitungsstrecke genutzt wird, muss sie vierspurig ausgebaut werden. Was wiederum bedeutet, dass der Radweg auf die Pleiße-Seite verlegt wird. Die Arbeiten dafür haben bereits begonnen, für die Querung zum ursprünglichen Verlauf entstehen an mehreren Stellen Ampelanlagen.

Warum wird nicht fernab der B 95 gebaut?

Eine Frage, die mehrere Zuhörer am Donnerstag bewegte, war die, warum die zukünftige Trasse der A 72 nicht fernab der B 95 gebaut werde. Die Antwort von Steffen Batzke, Referatsleiter beim Lasuv, war eindeutig: „Wir sind gehalten, so wenig Natur-Fläche wie möglich zu verbrauchen, deshalb wird alles genutzt, was schon da ist.“ Eines aber betonte er auch: Alle Fahrbeziehungen in allen Richtungen würden aufrecht erhalten. Doch genau das sei ein Punkt, weshalb die Bauzeit so lange dauere.

Schwieriger Baugrund für die Trasse

Ein weiterer Aspekt für die Fertigstellung des Bauabschnitts erst im Jahr 2026 sei der Baugrund für die Trasse. Der Kippenboden erfordere eine Verdichtung, die wiederum erfolge über das Rüttelstopfverfahren und eine anschließende Überschüttung des Baugrundes. Das Verfahren wurde an dem Knotenpunkt bereits auf Probefeldern getestet.

Für Ersatzpflanzungen vor Ort fehlt größtenteils der Platz

Nicht umhin kamen die Lasuv-Mitarbeiter, den Großdeubenern hinsichtlich des Lärmschutzes Rede und Antwort zu stehen. Denn die Anwohner in Stöhnaer und Auenstraße sind in Anbetracht der Lage besonders von Lärm und Staub betroffen. Eines versprach Batzke: „Lärmschutzmaßnahmen sind während der gesamten Bauzeit und an allen Abschnitten geplant und werden selbstverständlich umgesetzt.“ Wann und wo im Detail hänge von den entsprechenden Fortschritten der Arbeiten ab und könne zum jetzigen Stand der Dinge nicht konkretisiert werden.

Nachreichen wollen Batzke, Lechler und Porstmann zudem, auf welchen Arealen Ersatzpflanzungen für die gerodeten Wälder vorgenommen werden. Klar ist nur so viel: Ein Großteil neuer Pflanzungen kommt – schlicht, weil der Platz fehlt – weder Großdeuben noch Böhlen zugute.

Von Julia Tonne

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