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Borna Bauern im Leipziger Land fahren weniger ein
Region Borna Bauern im Leipziger Land fahren weniger ein
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09:27 09.10.2018
So sollte Mais aussehen. In diesem Jahr ist das nicht der Fall. Quelle: dpa
Borna

Ein Blick auf einen Maiskolben macht alles klar. Klein und trocken sind die Früchte, die im Leipziger Land in diesem Sommer gewachsen sind. Eben so, wie es der Jahrhundertsommer mit seiner langen Hitze zuließ. Und auch andere Feldfrüchte sind hitzegeschädigt, macht Yvonne Kern, die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Borna/Geithain/Leipzig, klar. „Alles ist kleiner.“ Also auch Kartoffeln und Zwiebeln, ebenso wie Körner und Ähren beim Getreide.

Ernteergebnis klar unter Vorjahr

„Das Wasser hat gefehlt“, so die Fachfrau, weil es bekanntlich seit April kaum noch geregnet hat. Oftmals sei das Getreide schlichtweg auf den Feldern verbrannt. Auch wenn das Leipziger Land weniger stark unter der Trockenheit gelitten hat wie etwa Nordsachsen. Generell liege die Ernte der Landwirte im Bereich des Kreisbauernverbandes bei einem Drittel unter der des Vorjahres.

In diesem Jahr nur eine Ernte

Bringen die Landwirte in normalen Jahren mehrere Ernten von der gleichen Fläche ein, sah es in diesem Jahr anders aus. Etwa beim Futter, so Yvonne Kern. Üblich sind hier drei Ernten, „in diesem Jahr war es nur eine“. Die Folge: Viele Betriebe müssen Futter dazukaufen. Dass auch die Tiere unter der Hitze litten, liegt auf der Hand. Deshalb sei es wichtig gewesen, dass die Landwirte für Durchzug in den Ställen und vor allen für ausreichend Wasser sorgten. Die Geschäftsführerin: „Hitze ist für Kühe schlimmer als Kälte.“ Und, ganz menschlich, auch Kühe werden bei hohen Temperaturen ruhiger und sind weniger aktiv.

Verluste werden kaum ausgeglichen

Klar ist, dass mögliche Verluste der Landwirte nach der Hitze kaum mit höheren Preisen bei Brot beziehungsweise Fleisch ausgeglichen werden. Yvonne Kern: „Das sehe ich nicht.“ Und inwieweit das Hilfsprogramm von Bund und Ländern Landwirtschaftsbetrieben in Schwierigkeiten tatsächlich hilft, sei eine spannende Frage. Voraussetzung dafür, an Geld aus diesem Topf zu kommen, in den Bund und Länder jeweils 170 Millionen Euro stecken, ist eine Ernte, die 30 Prozent unter dem Schnitt der letzten drei Jahre liegt. Allerdings werden mögliche Verluste mit den Erträgen aus der Viehzucht verrechnet. Zudem sei der bürokratische Aufwand für die einzelnen Landwirte doch recht erheblich. „Das sieht gar nicht so gut aus für die Betriebe“, meint Yvonne Kern.

Von Nikos Natsidis

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