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Borna Bemalte Steine in Pegau entdeckt: Ist es ein neues Facebook-Spiel?
Region Borna Bemalte Steine in Pegau entdeckt: Ist es ein neues Facebook-Spiel?
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13:00 09.09.2019
Der erste vom Fotografen in Pegau gesehene Stein – am Restaurant „Syrtaki“ am Markt. Quelle: Mathias Bierende
Pegau

Ist Pegau plötzlich steinreich geworden? Seit Kurzem herrscht in der Elsterstadt großes Rätselraten um eine Hand voll bunter Steine, die augenfällig vor dem Rathaus, in der Ohr-Skulptur sowie am Eingang des griechischen Restaurants „Syrtaki“ abgelegt wurden.

„Lakestones" sollen sich die faustgroßen Findlinge nennen, die auf der Oberseite mit Marienkäfern, Sonne, Boot und einem See sowie dem Facebook-Logo bemalt sind. Das Seltsame daran: Alle sind nummeriert, verschwinden nach ein paar Tagen wieder und liegen an einer anderen Stelle.

Bürgermeister Frank Rösel kann sich die bunten Steine nicht erklären

„Anfangs dachte ich, es ist ein kleines Kinderportemonnaie“, sagte eine Rathausmitarbeiterin über ihre erste Begegnung mit dem Lakestone. Doch beim näheren Betrachten erkannte sie den Klunker und fand ihn, wie die meisten befragten Pegauer auch „ganz niedlich“.

Im Stadtgebiet von Pegau sind viele bunt bemalte Steine aufgetaucht. Sind sie Teil eines neuen Facebook-Spiels?

Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) kann sich das Phänomen nicht so richtig erklären. „Ob da ein tieferer Sinn dahintersteckt, weiß ich nicht. Aber so schlecht sehen sie gar nicht aus, da können wir sie auch liegen lassen. Sie stören ja niemanden.“ Besonders der kleine Marienkäfer habe es dem Stadtoberhaupt angetan. Aber woher die Nuggets kommen und wer sie abgelegt hat, darüber kann Rösel nur mit den Schultern zucken. „Keine Ahnung“, sagt er und befindet sich offenbar auf dem Holzweg.

Syrtaki-Chef Markos Persquefa erkennt ein Facebook-Spiel hinter dem Spaß

Laut Syrtaki-Chef Markos Persquefa soll ein Facebook-Spiel hinter dem Spaß stecken. Auf einem Lakestone stehen die Worte: „finden, freuen, posten, auslegen“. Der Gastwirt meint: „Man soll die Steine also fotografieren, auf Facebook posten und woanders hinlegen. Aber ich habe keine Ahnung, wer dahintersteckt.“

Fünf verschiedene Exemplare hat LVZ-Leser Mathias Bierende bisher in der Pegauer Innenstadt gezählt: allesamt einen Steinwurf voneinander entfernt. Das Rätselraten in der Pegauer Steinzeit um den oder die Urheber geht also weiter.

Mehrere Facebook-Gruppen widmen sich dem Trend der bunten Steine

Tatsächlich gibt es eine Facebook-Gruppe Lakestones, die Mutter Brunhilde Wielsch aus Röblingen im Mansfelder Land und ihre Tochter Manja Betke (wohnt bei Braunschweig) betreuen. Die zwei schreiben, dass es die aus den USA herübergeschwappte Idee „Painted rocks“ ist, Steine zu bemalen und auszulegen, um anderen eine Freude zu machen.

Sie nennen ihre Objekte in der englischer Übersetzung von „Seesteine“, weil ihre Region seenreich ist. Mit ihren aktuell etwa 120 Mitgliedern ist diese Gruppe vergleichsweise klein.

Auch hier im Seegebiet Mansfelder Land ist der Trend von " Painted Rocks" aus den USA angekommen. Steine bunt bemalen um...

Gepostet von Brunhilde Wielsch am Mittwoch, 7. August 2019

Weiter im Norden von Deutschland ist die Anhängerschaft an dem beziehungsweise die Mitteilungsfreude über den Trend wesentlich stärker. Die Gruppe „Küstensteine“ wurde im März von Thomas Palm in Heide (Schleswig-Holstein) gegründet und wird heute von Protagonistin Andrea Rosenfeld in Hannover geführt. Sie zählt mehr als 24 600 Mitglieder. Die Gruppe „Elbstones“ hat ihren Ursprung in Lauenburg (ebenfalls Schleswig-Holstein) an der Elbe und soll eine der ersten in Deutschland gewesen sein. In ihr wurde im Juli gepostet, dass es bundesweit etwa 125 solche Gruppen gibt.

Von Kathrin Haase/Olaf Krenz

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