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Borna Benefizkunstauktion im Museum Borna: Großes Portemonnaie ist von Vorteil
Region Borna Benefizkunstauktion im Museum Borna: Großes Portemonnaie ist von Vorteil
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11:35 12.01.2018
Kommt unter den Hammer: Moritz Götzes Fernsehstillleben, Farbsiebdruck
Kommt unter den Hammer: Moritz Götzes Fernsehstillleben, Farbsiebdruck Quelle: Andreas Döring
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Borna

Wer am Sonnabendnachmittag die Benefizkunstauktion im Museum Borna als Ausflug auserkoren hat, sollte seiner Bank zuvor einen Besuch abstatten. Denn ein gut gefülltes Portemonnaie ist Voraussetzung, um ab 15 Uhr ein Werk der Leipziger Schule sein Eigen nennen zu können. Auktionator Michael Ulbricht bringt rund hundert Bilder in die Große Kreisstadt mit – Werke unter anderem von Willi Sitte (1921-2013), Werner Tübke (1929-2004), Marc Chagall (1887-1985) und Conrad Felixmüller. Die Mindestgebote fangen bei 40 Euro an und reichen bis 920 Euro.

Die Bieter – Ulbricht rechnet mit zahlreichen Stammkunden – geben ihre Gebote mittels Nummer in Zehnerschritten aufwärts ab. Anschließend hat der Höchstbietende den Betrag zuzüglich 15 Prozent zu zahlen. Der Aufschlag geht an das Museum, das wiederum die Arbeit der Museumspädagogin Almut Zimmermann damit unterstützen möchte. Schließlich ist das Ganze ja eine Benefizkunstauktion. Mitzubringen ist aber nicht nur schnöder Mammon, sondern auch Zeit. Ab 11 Uhr können die zu ersteigernden Bilder besichtigt werden – „im gesamten Museum, damit die Besucher auch gleich eine Führung durch unser Haus bekommen“, sagt Jörg Fritsch, Vorsitzender des Geschichtsvereins, lachend. Die Auktion selbst werde voraussichtlich in der Heuersdorf-Ausstellung über die Bühne gehen, dort sei ausreichend Platz. Die Liste übrigens mit den Werken und den entsprechenden Mindestgeboten liegt bereits jetzt im Museum zur Einsichtnahme bereit.

In Anbetracht der teils hochkarätigen Werke, die am Sonnabend den Besitzer wechseln – Ulbricht verkauft Gemälde, Drucke und Zeichnungen meist von Privatleuten, die ihre Sammlungen verkleinern oder schlicht Geld benötigen – braucht das Museum vor allem personelle Verstärkung. Und den bringt der Geschichtsverein mit. Zahlreiche Hobbyhistoriker sind den ganzen Tag über im Museum unterwegs, um über die Schätze zu wachen. Denn mehr als 100 Bilder auf mehreren Etagen in mehreren Räumen erfordern viele Augen.

Ergänzt wird die Auktion unter anderem durch ein Video, das die Arbeit von Zimmermann Monaten zeigt, durch ein Harmonium, das auf die Tradition des Musikunstrumentenbaus in Borna aufmerksam machen soll, sowie durch das Schlagen der Kesselpauke, die zum Karabinier-Regiment gehörte.

Von Julia Tonne