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Borna Bitte einsteigen – im Wasserstoffzug von Leipzig nach Grimma
Region Borna Bitte einsteigen – im Wasserstoffzug von Leipzig nach Grimma
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05:53 24.01.2019
Dieser mit Wasserstoff betriebene Personenzug begibt sich am 1. Februar auf Testfahrt von Leipzig nach Grimma. Quelle: PR Alstom
Leipzig/Grimma

Es geht um nichts geringeres als um die Zukunft des Schienennahverkehrs. Bei der Premierenfahrt eines Wasserstoffzuges von Leipzig nach Grimma und zurück wird der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) die Weichen für ein leistungsfähigeres S-Bahn-Netz der Zukunft in Sachsen stellen. Mit dem französischen Bahntechnik-Konzern Alstom präsentiert der ZVNL am 1. Februar erstmalig in Ostdeutschland einen innovativen Wasserstoffzug im Live-Betrieb.

Große Resonanz auf Premierenfahrt

„Wir freuen uns über die große Resonanz auf die Testfahrt. Uns haben viele Reaktionen von Menschen aus Leipzig und dem Umland erreicht, die gern zur Testfahrt von Leipzig nach Grimma in den Wasserstoffzug einsteigen würden. Die Plätze sind allerdings begrenzt - umso mehr freut es uns, dass wir jetzt noch Freifahrten ermöglichen können“, erklärte ZVNL-Geschäftsführer Oliver Mietzsch.

LVZ.de und ZVNL haben noch fünf freie Plätze im Zug. Steigen Sie ein und erleben Sie während der Fahrt von Leipzig nach Grimma, wie ein Wasserstoffzug mit seiner Brennstoffzellentechnologie funktioniert. Bei einer Informationsveranstaltung in Grimma erfahren die Gäste Wissenswertes zu der Antriebstechnik und wie diese Sachsens Ortschaften ohne hohe Elektrifizierungskosten besser anbinden kann.

Alternativen zum Diesel werden gebraucht

Für den Zweckverband spielen Alternativen zum Diesel als Antriebstechnologie für den Zugverkehr neben dem Umweltaspekt noch eine weitere wichtige Rolle: „Damit wird es möglich, erstmals Regionen wie das Muldental, die bislang nur mit Dieselzügen befahren werden können, in das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz einzubinden. Voraussetzung hierfür ist die Befahrbarkeit des City-Tunnel Leipzig und dort sind Dieselzüge verboten“, so Mietzsch.

Sie wollen einsteigen? Alles was Sie dafür tun müssen, ist ein Anruf. Unter der Hotline 0137 9880 877 (dieser Anruf kostet 50 Cent aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk abweichend) könnnen Sie eine Fahrt gewinnen. Diese Nummer ist bis Sonntag 23.59 Uhr geschaltet. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt und über die Eckdaten der Testfahrt am 1. Februar informiert. Viel Glück.

Hintergrund

Alstom ist weltweit der erste Hersteller von Schienenfahrzeugen, der einen von einer Brennstoffzelle angetriebenen Nahverkehrszug gebaut hat. In Niedersachsen sind zwei dieser Züge bereits in Betrieb, weitere sollen in Kürze folgen. Auch in Hessen, Nordrhein-Westfalen sowie in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gibt es diesbezügliche Vorhaben. Weitere Schienenhersteller entwickeln mittlerweile eigene Züge auf Wasserstoffbasis, wie zum Beispiel Siemens mit dem Mireo.

Wasserstoff bietet das Potenzial, den Diesel als Antriebstechnologie im Schienenverkehr abzulösen – das ist gut für das Klima und dient auch der regionalen Wirtschaftskraft, wenn wie im mitteldeutschen Industrierevier Wasserstoff als Abfallprodukt chemischer Prozesse entsteht und eine Leitungsinfrastruktur zum Transport des Wasserstoffs zumindest in Ansätzen vorhanden ist.

Allerdings verursacht die neue Fahrzeugtechnologie höhere Kosten, da eine Serienproduktion bislang wirtschaftlich noch nicht rentabel ist. Insofern bedarf es einer öffentlichen Förderung, der Bund, aber auch der Freistaat Sachsen haben bereits entsprechende Förderprogramme aufgelegt.

In naher Zukunft werden sich die zuständigen Gremien des ZVNL mit der Grundsatzfrage befassen, welche Antriebstechnologie für die zukünftige Anbindung zum Beispiel des Muldentals an das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz am besten geeignet ist. Erst im Anschluss daran ist über den Zeitpunkt der Einführung und die betriebliche Ausgestaltung des alternativen Schienenantriebs zu entscheiden. Ein Termin steht aber jetzt schon fest: Spätestens zum Fahrplanwechsel 2025 wird es eine Lösung geben müssen, da dann das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz zur Wiedervergabe ansteht.

Von Thomas Lieb

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