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Borna Blauhaus erschließt neues Wohngebiet
Region Borna Blauhaus erschließt neues Wohngebiet
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05:00 28.06.2018
Im Norden von Kahnsdorf sollen die „Seewiesen“ erschlossen werden. Der Gemeinderat von Neukieritzsch stimmte dem Verkauf von 5,5 Hektar Land an einen Investor zu.
Im Norden von Kahnsdorf sollen die „Seewiesen“ erschlossen werden. Der Gemeinderat von Neukieritzsch stimmte dem Verkauf von 5,5 Hektar Land an einen Investor zu. Quelle: André Neumann
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Neukieritzsch/kahnsdorf

Mit einem Grundstücksgeschäft im Umfang von knapp zwei Millionen Euro hat der Gemeinderat Neukieritzsch jetzt den Startschuss für die Erschließung des Neuen Wohngebietes Kahnsdorf-Nord gegeben. Käufer und Investor für die Erschließung ist das Unternehmen Blauhaus, ein neu gegründetes Unternehmen der Blau-Gruppe mit den Eigentümer- und Betreibergesellschaften Blausee, Blauwasser, Blauland und Blauwald.

Zunächst Erschließung von 62 Grundstücken

Die Gemeinde Neukieritzsch verkauft an Blauhaus ein Areal von rund fünfeinhalb Hektar Land zum Preis von 35 Euro je Quadratmeter. Blauhaus will darauf voraussichtlich im April kommenden Jahres mit der Erschließung von 62 Grundstücken zwischen 500 und 1000 Quadratmeter Größe beginnen.

Neben Wohnungsbau ist auf dem Areal auch so genanntes nicht störendes Gewerbe möglich. Blauhaus hat für das neue Siedlungsgebiet im Norden von Kahnsdorf auch schon einen wohlklingenden Namen erdacht: Häuslebauer wohnen dort künftig in den „Seewiesen Kahnsdorf“.

„Gewachsene Strukturen fortsetzen“

Wobei das Areal „keine Lagune 2“ werden soll, wie Blauhaus-Geschäftsführer Alexander Wolf den Gemeinderäten versicherte. In der Lagune stehen dicht an dicht exklusive Ferienhäuser auf teuren Grundstücken. Die Seewiesen sollen dagegen „die gewachsenen Strukturen der Gemeinde Kahnsdorf fortsetzen“, wie Wolf sagte.

Kaufoptionen für weitere Abschnitte

Die 55 000 Quadratmeter sind nur die knappe Hälfte des für Wohnbebauung vorgesehenen Areals im Norden von Kahnsdorf. Für den in drei Abschnitte unterteilten Rest bekommt Blauhaus Kaufoptionen für die nächsten zehn Jahre, wobei der Preis auch für künftige Käufe auf die 35 Euro pro Quadratmeter festgelegt wurde.

Debatte im Gemeinderat

Diese Konstellation war im Gemeinderat nicht unumstritten. Hermann Patzschke (CDU-Fraktion) stellte das Interesse der Gemeinde in den Raum, das Areal gleich komplett zu verkaufen. Wolf entgegnete, dies sei mit den Kapazitäten des Unternehmens nicht zu machen, er gehe aber davon aus, „dass wir alle Flächen in den nächsten zehn Jahren durch haben“. Bei der Planung der Erschließung im ersten Abschnitt werde man die folgenden schon mit berücksichtigen, versicherte er.

„Was, wenn Blauhaus die Optionen zum Kauf der anderen Flächen nicht zieht?“, hakte Sebastian Ludwig (Freie Wähler/Sport) nach. Worauf Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) antwortete, er sehe dieses Problem nicht. Nach dem erschlossenen und bebauten ersten Abschnitt würden die anderen auch für andere Investoren um so attraktiver sein.

Kritik am feststehenden Preis

Kritik seitens einzelner Gemeinderäte gab es auch am schon jetzt festgezurrten Preis für Optionsflächen. Claus Bruncke (CDU-Fraktion) spekulierte, der Bodenpreis könnte in den kommenden Jahren weiter deutlich steigen und sagte: „Die Bindung des Preises über zehn Jahre gefällt mir nicht“. Wolf machte deutlich, dass Blauhaus daran nichts mehr ändern wolle, sollte die Preisbindung aufgelöst werden. „Dann fangen wir bei Null wieder an“. Niemand könne sagen, wie sich die Bodenpreise wirklich entwickeln. Er glaube nicht, dass die Entwicklung der letzten zehn Jahre noch einmal zehn Jahre andauert.

Hellriegel: „Müssen mal vorankommen“

Auch der Bürgermeister drängte auf die Annahme des ausgehandelten Vertrages, in dem sich die Gemeinde auch von der vor Wochen noch diskutierten Gewinnbeteiligung verabschiedet hat. „Wir müssen jetzt mal vorankommen“, sagte Hellriegel mit Blick auf die seit gut sechs Jahren bislang ergebnislos verfolgten Pläne für Kahnsdorf-Nord. Blauhaus sei der einzig übrig gebliebene Investor, der das Projekt angehen wolle, bestätigte Hellriegel einen Hinweis von Wolf.

Einen Preis für erschlossenes Bauland wollten die Blauhaus-Vertreter noch nicht nennen. Der könne je nach Lage und Zuschnitt der Grundstücke unterschiedlich sein. Der Gemeinderat stimmte dem Verkauf an Blauhaus mit vier Enthaltungen einstimmig zu.

Von André Neumann