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Borna Böhlen: BSZ setzt auf digitale Lernplattform
Region Borna Böhlen: BSZ setzt auf digitale Lernplattform
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09:31 05.04.2019
Josephine Fleischer, Miriam Stammnitz, Friederike Seyfert und Markus Urban sind die ersten Lehrer, die LernSax unter die Lupe nehmen.
Josephine Fleischer, Miriam Stammnitz, Friederike Seyfert und Markus Urban sind die ersten Lehrer, die LernSax unter die Lupe nehmen. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Das Berufliche Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen setzt künftig auf eine Lernplattform. „LernSax“ heißt die und kommt in absehbarer Zeit sowohl Schülern als auch Lehrern zugute. Der Freistaat Sachsen stellt das System einer Datenschutz-konformen Cloud-Lösung zur Verfügung.

Neue Medien im Unterricht sinnvoll nutzen

Um die Digitalisierung kommen wir längst nicht mehr herum, Lernen ist heutzutage eng verknüpft mit Informatik“, macht Schulleiter Jörg Großkopf deutlich. Entsprechend sei das BSZ mit acht Informatik-Kabinetten ausgestattet, mit zahlreichen Beamern und interaktiven Tafeln. Zudem liege seit Dezember eine 100 Mbit-Leitung (Megabit pro Sekunde) am Schulzentrum an, um die riesige Datenlast zu schultern. „Die schnelle Leitung ist auch eine Voraussetzung, um bald LernSax einführen und neue Medien im Unterricht überhaupt sinnvoll nutzen zu können“, betont Marco Wüste, der IT-Koordinator des Landratsamtes, das wiederum Schulträger des BSZ ist.

Die Lernplattform beinhalte unter anderem einen Kommunikations-, einen Planungs- und einen Lernbereich. Die gliedern sich weiter auf, stellen beispielsweise Kalender zur Verfügung, Chats, um mit Klassenkameraden und Lehrern Informationen auszutauschen, Formulare und eben auch Lerninhalte.

Zugriff auf die Lernplattform von überall – drinnen und draußen

Bislang sei vieles nur schulintern abrufbar gewesen, „ab sofort kann alles von überall“ eingesehen und bearbeitet werden, sagt der BSZ-IT-Koordinator Bert Wächtler. Sei es von zuhause, vom Café aus oder via Laptop im Wald. „Die Digitalisierung macht vieles einfacher und komfortabler, die Schüler können die Plattform nicht nur mitgestalten, sondern auch die Inhalte immer wieder verwenden“, ergänzt der Schulleiter. Schüler, die krank das Bett hüten müssen, könnten auf alles zugreifen und Mitschriften abrufen. Alles unter der Voraussetzung, dass jeder Schüler einen persönlichen Zugang zu LernSax habe. „Der Datenschutz steht dabei an oberster Stelle“, erklärt Wüste. „Es müssen keine Handynummern, E-Mailadressen oder andere persönliche Daten veröffentlicht werden, wenn man miteinander kommunizieren will. Lehrer, Schüler, Eltern und Partner bewegen sich in LernSax auf einer in sich geschlossenen Plattform, die auf Servern in Deutschland betrieben wird.“

Bert Wächtler und Marco Wüste (von links) kontrollieren regelmäßig die Server im BSZ. Quelle: Julia Tonne

Denkbar ist es laut Großkopf zudem, dass sich Ausbildungsbetriebe mit in die Plattform einklinken. Sie könnten beispielsweise Informationen zu Tagen der offenen Tür, zu Berufsbildern und zu Ausbildungsmöglichkeiten beisteuern. „Ziel ist es schlicht, das Lernen effizienter zu machen – und Papier einzusparen.“ Ziel sei es aber auch, eine einheitliche Technik an den drei Beruflichen Schulzentren des Landkreises zu etablieren, um den Einsatz und den Austausch der Lehrkräfte zu verbessern und flexibler zu gestalten. „Deswegen setzt das Landratsamt neben der Anbindung an LernSax auch auf eine stetige Modernisierung und den Ausbau der vorhandenen IT-Systeme in seinen Schulen. Nur mit einer leistungsfähigen Infrastruktur können die zeitgemäße Unterrichtsgestaltung und die digitale Medienbildung optimal unterstützt werden“, ergänzt Wüste.

Technik braucht Menschen, die sie beherrschen

Allerdings ist es mit der neuen Technik nicht getan. Denn letztlich funktioniert sie nur dann reibungslos, wenn jeder damit umzugehen weiß. Weshalb am BSZ in den kommenden Monaten die Lehrer geschult werden sollen. „Es gibt jedoch kein übergreifendes Konzept zur Lehrerschulung im Freistaat, da sind wir als Schule gefordert“, erklärt Großkopf. Sinnvoll sei es, mit Lehrern anzufangen, die einen gewissen Faible für Technik und Informatik mitbringen, „Menschen, die mit der Digitalisierung Schritt halten, sind das A und O.“

LernSax soll mit neuem Schuljahr eingeführt werden

Großkopf, Wächtler und Wüste gehen davon aus, dass mit Beginn des neuen Schuljahres 2019/2020 LernSax in Böhlen in Betrieb gehen kann. Und vielleicht ist von dort der Schritt bis hin zum Tablet für jeden einzelnen Schüler gar nicht mehr so groß.

Für die ersten Lehrer haben im BSZ bereits die Weiterbildungen hinsichtlich LernSax begonnen. Wobei der Begriff Weiterbildung nicht richtig passt. „Wir haben schon andere Plattformen genutzt, sind also recht fit“, sagt Friederike Seyfert. Jetzt gehe es darum, sämtliche Einzelheiten der neuen Plattform zu erkunden. Den großen Vorteil in der digitalen Aufrüstung sieht sie vor allem im Komfort. „Es gibt beispielsweise Testvarianten für Arbeiten, wir können Videos einbinden, es gibt Chatfunktionen, und zudem ist alles auch als App verfügbar“, ergänzt Miriam Stammnitz.

Von Julia Tonne