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Borna Böhlen: Schüler-Zahl am Gymnasium Großdeuben wächst rasant
Region Borna Böhlen: Schüler-Zahl am Gymnasium Großdeuben wächst rasant
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12:16 09.03.2018
Das naturwissenschaftliche Kabinett ist fertig. Ronja Wiltschko, Sascha Kuznetsow und Theo Sgundek aus der 8. Klasse probieren sich an Skelett und Innereien. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen/Großdeuben

Das evangelische Gymnasium im Böhlener Stadtteil Großdeuben wächst und wächst. Nach den Sommerferien werden 22 neue Fünftklässler hier ihre Schulzelte aufschlagen, damit steigt die Zahl aller Schüler auf 65. Ein rasanter Zuwachs, schließlich besteht das Gymnasium unter der Trägerschaft des Vereins Lernwelten erst seit drei Schuljahren.

Sowohl die Bestandsdauer als auch die stetig steigende Zahl an Kindern bringen zweierlei mit sich. Zum einen ist ab dem nächsten Schuljahr eine deutlich umfangreichere staatliche Förderung möglich, zum anderen sind weitere Baumaßnahmen notwendig. In den kommenden Monaten muss das zweite Obergeschoss saniert und hergerichtet werden, perspektivisch müssen Stadt und Schule dann über eine Turnhalle nachdenken.

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Mittlerweile ist im ersten Obergeschoss, das mit Hilfe der Jungen Gemeinde Machern umgebaut und instandgesetzt wurde (die LVZ berichtete), ein naturwissenschaftliches Kabinett entstanden. Aula, Lehrerzimmer und Sprachenraum sind ebenfalls fertig. Auch die Mensa im Keller verdient den Namen nun, platzt aber jetzt schon aus allen Nähten und bedarf dringend einer Erweiterung. „Hier hat sich in den vergangenen Monaten viel getan“, sagt Nora Widera-Liebscher, geschäftsführende Schulleiterin.

Doch das reicht bei weitem noch nicht aus, denn der Zulauf an das Gymnasium nimmt immer weiter zu. Bisher kamen zahlreiche Schüler aus Markkleeberg, Zwenkau und auch Leipzig, jetzt entdecken immer mehr Böhlener die Schule für sich. So manche Familie sei laut Widera-Liebscher extra nach Großdeuben gezogen, damit der Schulweg kürzer werde. Das bringt für die Schule und den Verein die Herausforderung mit sich, nun die nächste Etage in Angriff nehmen zu müssen. Zurückgreifen kann Lernwelten dafür auf die Leader-Förderung. Etwa 100 000 Euro bekommt die Schule aus dem Fördertopf, aus dem die Sanierung der Decken, Fußböden und der Elektrotechnik bezahlt werden. Zudem wird das Erdgeschoss zukünftig barrierefrei zu erreichen sein, denn finanziert wird über Leader auch der Einbau eines Treppenlifts, mit dem Rollstuhlfahrer Stufen überwinden können. Start der Bauarbeiten soll im September sein, Widera-Liebscher rechnet mit der Fertigstellung im März 2018.

Ein Thema allerdings bleibt nach wie vor: eine Turnhalle. Bisher nutzen die Schüler die kleine Halle im Ort, doch die reicht bei einigen Sportarten hinten und vorne nicht. Hilfe diesbezüglich kommt auch vom SC Eintracht 09, der sein Vereinsgelände von Frühjahr bis Herbst zur Verfügung stellt, „dennoch ist es schwer, im Lehrplan enthaltene Sportarten wie zum Beispiel Geräteturnen abzudecken“, betont die Schulleiterin. Ein anderer Meilenstein hingegen ist nun erreicht. Ab kommendem Schuljahr kann das Gymnasium auf mehr staatliche Finanzhilfen zurückgreifen als in der Vergangenheit. Bisher habe es diese erst nach vier Jahren Betrieb für freie Träger gegeben, allerdings sei die Schwelle kürzlich auf drei Jahre herabgesenkt worden.

Gesucht wird derzeit übrigens noch ein Chemielehrer. Und auch Schüler aus anderen Schulen können sich noch für das kommende Schuljahr als Quereinsteiger anmelden. Kapazitäten gibt es nach Aussage von Widera-Liebscher in der zukünftigen siebten und neunten Klasse. Die anderen Klassenstufen seien gut gefüllt.

Von Julia Tonne

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