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Borna Böhlen muss neue Schulden machen
Region Borna Böhlen muss neue Schulden machen
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17:46 16.01.2019
Die geplanten Investitionen machen Kreditaufnahmen für Böhlen unerlässlich. Quelle: Jens Paul Taubert
Böhlen

Der Böhlener Stadtrat ist gleich mit einer Sondersitzung ins neue Jahr gestartet. Grund dafür war die erste Lesung des Haushaltsentwurfs, den Kämmerin Kornelia Hanisch am Dienstagabend vorstellte. Und der hat es in sich. Denn wie Hanisch betonte, kommt Böhlen nicht ohne Kredite aus. Dieses Jahr plant sie eine Aufnahme von rund 750 000 Euro, nächstes Jahr gar von einer Million Euro. „Nehmen wir die Kredite nicht auf, sind wir nicht mehr liquide“, betonte sie. Hintergrund seien die hohen Investitionen.

Hoffnung auf Fördermittel ist groß

Derer gibt es laut erstem Entwurf einige. Neben dem Neubau der Zweifelderhalle auf dem Schulgelände in der Lessingstraße schlägt vor allem der dringend benötigte Anbau an die Grundschule ordentlich zu Buche. Hanisch kalkuliert dafür in diesem Jahr 50 000 Euro (für Planung und Entwurf), im nächsten Jahr eine Million Euro und 2021 noch einmal 700 000 Euro Ausgaben. „Für das Vorhaben hoffen wir auf Fördermittel vom Freistaat“, betonte die Kämmerin.

Die Grundschule braucht dringend einen Anbau. Den will die Stadt verwirklichen. Quelle: Julia Tonne

Gleiches gelte für den geplanten Rathausanbau. Der sollte ursprünglich das Archiv beherbergen und einen Fahrstuhl bekommen, nun sehen die Planungen auch zusätzliche Büroräume vor. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro, wobei ein Großteil der Summe aus dem Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ stammt. Für die Schaffung der weiteren Räumlichkeiten, um hier das Einwohnermeldeamt unterbringen zu können, wolle die Stadt Fördermittel aus dem Programm „Stadtumbau“ beantragen.

Neubau der Zweifelderhalle kostet 4,2 Millionen Euro

Ein weiterer Riesenposten im Haushalt der Stadt ist der Neubau der Zweifelderhalle, „die Baukosten haben sich mittlerweile auf rund 4,2 Millionen Euro erhöht“, erklärte Hanisch dem Stadtrat. Das sei den steigenden Kosten für Handwerkerfirmen und Materialien geschuldet. Weitere Vorhaben in diesem Jahr seien zudem der Bau eines Radwegs zwischen Böhlen und Zwenkau (für rund 625 000 Euro) und der Neubau der Sportanlagen an der Oberschule für etwa 320 000 Euro.

Stadträte kritisieren mangelnde Beteiligung

Nach der Vorstellung des Entwurfs durch Hanisch monierte Stadtrat Jörg Wiltschko (CDU), dass die Mittelanmeldungen lediglich aus der Stadtverwaltung selbst gekommen seien. „Sie hätten uns als Stadträte noch fragen müssen, was wir für wichtig erachten und welche Wünsche wir haben“, kritisierte er. Hanisch wiederum erklärte, genau das Verfahren sei mehrmals ausprobiert worden, „allerdings kamen von Ihnen keine Rückmeldungen“. Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) machte deutlich, dass nach der ersten Lesung nun die Diskussionen beginnen könnten. In Richtung Wiltschko erklärte er, dass dieser alle Möglichkeiten hätte, noch Wünsche zu äußern und Vorschläge zu unterbreiten.

CDU-Stadtrat hinterfragt Personaleinsparungen

Kritik gab es allerdings auch aus anderer Richtung. Stefan Zschoch von der SPD-Fraktion vermisste im Entwurf des kommenden Haushalts die fehlende Investition in LED-Beleuchtung. „Die energetische Sanierung war monatelang ein großes Thema, jetzt fehlt sie völlig.“ Und Christdemokrat Peter Kratz vermisste Einsparungen. „Sicherlich nicht an Kindertageseinrichtungen und an Vereinen, aber beim Personal in der Verwaltung könnten wir noch mal diskutieren“, forderte er.

Von Julia Tonne

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