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Borna Böhlener Kulturpark soll wieder an die 50er-Jahre erinnern
Region Borna Böhlener Kulturpark soll wieder an die 50er-Jahre erinnern
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16:00 30.07.2019
Die Freilichtbühne des Kulturparks fiel in den 70er-Jahren einer Planierraupe zum Opfer. Quelle: Sammlung von Gregor Kaufmann/Bibliothek Böhlen
Böhlen

Eine Freilichtbühne, die mit einer Planierraupe platt gemacht wurde, ein Springbrunnen, der als Urwald erscheint, Bäume, die hier nicht hingehören: der Kulturpark in Böhlen hat einige Kuriositäten zu bieten. Die Stadt will sich des 17 Hektar großen Areals hinter dem Kulturhaus in den kommenden Jahren annehmen und den Park wieder so herrichten, wie er einst angelegt wurde. Allerdings mit einigen Abstrichen.

Am 31. Januar 1952 war das Kulturhaus eröffnet worden und mit ihm der angrenzende Park mit einem großen Spiel- und Sportbereich, einem Springbrunnen und eben einer Freilichtbühne – zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter und Angestellten der Böhlener Betriebe. „Wie zu damaliger Zeit typisch, wurden unter anderem Eschenahorn und Birken gepflanzt – zwei Baumarten, die schnell wachsen“, erklärt Tina Schubert vom Landschaftsarchitekturbüro Franz.

Schubert ist derzeit des Öfteren im Park unterwegs, kartiert, vermisst, katalogisiert. Ihre von der Stadtverwaltung zugewiesene Aufgabe: eine denkmalpflegerische Zielstellung erarbeiten. „Erst einmal geht es darum, den gesamten Bestand von Pflanzen und Gartenelementen zu erfassen und mit den historischen Vorbildern zu vergleichen, danach entsteht eine Zielstellung.“ Ob und wie diese dann allerdings umgesetzt werde, müsse die Stadt Böhlen entscheiden.

Dass die Verwaltung Schubert mit der Aufgabe betraut hat, ist mehreren Vorhaben geschuldet. Zum einen braucht die Stadt eine weitere Kita, zum anderen gibt es Ideen zu einem Platz für Open-Air-Veranstaltungen und für mehr Parkplätze.

Schon im vergangenen Jahr war klar, dass die Kapazitäten der beiden Kindereinrichtungen Böhlener Knirpse und Kleine Hände in Großdeuben in Zukunft nicht ausreichen. Und schon damals gab es erste Überlegungen, einen Neubau mit rund 50 Plätze in der Nähe des Seniorenheims Am Park zu errichten. „Ob das tatsächlich umgesetzt werden kann, müssen wir abwarten“, sagt Bürgermeister Dietmar Berndt. Denn die denkmalpflegerische Zielstellung sei auch mit dem Amt für Denkmalpflege abzustimmen. „Und der Kulturpark gilt als Gartendenkmal.“

Das Seniorenheim "Am Park" Quelle: Julia Tonne

Berndt stellt aber eines klar: Die von Schubert auszuarbeitende Zielstellung beinhalte keinen konkreten Plan zum Kitaneubau. Vielmehr gehe es darum, prüfen zu lassen, ob nahe des Seniorenheims ein solches Vorhaben überhaupt denkbar ist. Die Zielstellung gebe hingegen vor, wo beispielsweise wieder ein Sport- und Spielbereich geschaffen werden kann, wie es diesen einst gab, und die repräsentative Hufeisenform vor dem Kulturhaus zu erhalten.

Denn auch die stand schon einmal zur Debatte. Ende 2016 hatte die CDU-Fraktion den Antrag eingebracht, Flächen entlang der Ein- und Ausfahrt zum Kulturhaus sowie zwischen dem Seniorenheim und der Leipziger Straße als Baugrundstücke auszuweisen. Allerdings hatte das Amt für Denkmalpflege schon recht schnell sein Veto dazu eingelegt.

Otto-Grotewohl-Denkmal früher. Quelle: Sammlung von Gregor Kaufmann

Mithilfe der denkmalpflegerischen Zielstellung will die Stadt Anregungen an die Hand bekommen, wo sie im Park tätig werden kann. Eine Möglichkeit: der einstige Springbrunnen. Hier will die Stadt einen „echten Hingucker“ schaffen. So könne laut des Bürgermeisters der Springbrunnen umgewandelt werden in ein Blumen-Rondell. „Zudem gibt es die Überlegung, das Rondell als kleine Bühne zu nutzen oder eben doch wieder den Springbrunnen zum Leben zu erwecken“, sagt der Rathauschef. Was letztlich entsteht, müsse der Stadtrat zu gegebener Zeit entscheiden. Fest stehe nur, dass der Platz in seiner historischen Struktur und Dimension wieder hergerichtet werden soll.

Von dem einstigen Springbrunnen ist nicht mehr viel zu sehen. Quelle: Julia Tonne

Aus der einstigen Freilichtbühne, „wo sich das kulturelle Leben Böhlens abspielte“, wie sich Berndt erinnert, könne ein grünes Klassenzimmer in Form einer Rasenterrasse entstehen. Dass die Bühne wieder aufgebaut wird, ist unwahrscheinlich, denn viel ist davon nicht mehr übrig. Im Juni 1975 hatte ein „Irrer“ mit einer Planierraupe die Freilichtbühne dem Erdboden gleichgemacht, wenige Tage später wurde der Täter in einem Aufsehen erregenden Gerichtsverfahren im Kulturhaus zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt.

Auch bei der Bepflanzung soll der Park wieder so gestaltet werden, wie er in den 50er-Jahren angelegt wurde. Artenvielfalt steht dabei im Fokus, keine Monokulturen. Doch eben die seien schon stellenweise entstanden, betont Schubert. Sie rät daher dazu, untypische Bäume durch beispielsweise Zieräpfel und Trauerweiden zu ersetzen. „Das Malerische war charakteristisch für die damalige Zeit.“

Das Denkmal für Otto Grotewohl hat in den vergangenen Jahren ganz schön gelitten. Quelle: Julia Tonne

Eines ist Berndt wichtig: Mit der Zielstellung und der möglichen Umsetzung soll die Bedeutung des Parks wieder in den Mittelpunkt rücken. „Wir müssen dem Park wieder mehr Gewicht geben.“

Von Julia Tonne

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