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Borna Böhlener mästen den Müll-Zombie
Region Borna Böhlener mästen den Müll-Zombie
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12:26 14.04.2019
Frühjahrsputz Böhlen: Der Zombie bekam im Handumdrehen Unmengen an Futter. Quelle: Bert Endruszeit
Böhlen

Paul Koczwara wollte am Samstag seinen Augen nicht trauen. „Da ist doch tatsächlich ein Eichhörnchen“, sagte der 18-Jährige mit Blick auf das ungewöhnliche Fundstück, das ihm bei einer großen Putzaktion ins Netz ging. Denn dabei handelte es sich um ein professionell angefertigtes Präparat, das Tier saß sogar stilecht auf einem Ast und hatte einen Tannenzapfen in den Krallen. „Wer wirft denn so etwas weg, das kostete doch mal richtig Geld“, fragte er sich.

Zum Frühjahrsputz hatte das Böhlener Jugendforum aufgerufen.

Immer mal wieder mussten die knapp 60 Helfer bei der Aufräumaktion den Kopf schütteln. „Wir haben auch etliche volle Konservengläser gefunden, vom Apfelmus bis zum Sauerkraut“, berichtete Paul. „Wir brauchen heute sehr viele Müllsäcke“, stellten Paula, Simone, Marlene und Annalena sehr schnell fest. Die vier Mädels gehören zur Tanzgruppe Böhlen. „Wir finden es sehr wichtig, mal selbst etwas für die Umwelt zu tun.“

Zombies! – Die Zukunft Böhlens steht auf dem Spiel

Hinter der Putzaktion stand das Böhlener Jugendforum, das sich auch gleich noch ein passendes Rahmenprogramm ausgedacht hatte. „Wir haben extra ein Konzept für die jüngere Zielgruppe vorbereitet“, erklärte Paul Koczwara. „In Böhlen ist ein Zombie aus einem geheimen Labor ausgebrochen. Die Zukunft Böhlens steht auf dem Spiel!“, hieß es in einem eigens angefertigten Flugblatt. „Du gehörst zu einem auserwählten Team von Wissenschaftlern, das die Aufgabe hat, den Zombie zu stoppen.“ Wie in dem Papier weiter mitgeteilt wurde, hatte ein Einhorn schließlich herausgefunden, dass man den Zombie nur einfangen kann, wenn man ihn mit viel Müll mästet. „Sammle so viel Müll wie möglich, um den Zombie bewegungsunfähig zu machen.“ Um den Bau der insgesamt drei Zombies hatten sich Jessica, Emilia und Paula gekümmert.

Ausgestopftes Eichhörnchen im Wald gefunden

Angesichts eines solchen Aufrufs war natürlich schnelles Handeln gefragt. Die ersten Fundstücke ließen nicht lange auf sich warten. Der aus einem großen Karton und einem alten Fußball gefertigte Zombie bekam schnell Unmengen an Futter. „Schon nach 20 Minuten hatten wir einen großen Berg an Müllsäcken voll“, sagte Mirko Altmann, SPD-Stadtrat in Böhlen. „Wir haben auch viele Dinge entdeckt, die jeder kostenlos in die gelbe Tonne werfen kann. Das versteht niemand.“ Auch ihm erschien es schleierhaft, warum jemand ein ausgestopftes Eichhörnchen in den Wald wirft. „Solche Präparate werden in der Schule gebraucht, leider ist dieses Exemplar schon zu ramponiert.“

100 Müllsäcke voll Unrat eingesammelt

Maria Dießner vom Böhlener Jugendforum zeigte sich von der großen Teilnehmerschar sehr angetan. Alles in allem seien im gesamten Putzgebiet rund 100 Müllsäcke befüllt worden. Ein Resultat der Aktion waren nicht nur die zahlreichen Müllsäcke, sondern auch eine Karte. Auf der wurde mit bunten Aufklebern ganz genau markiert, wo was gefunden wurde. So lassen sich nun klare Schwerpunkte erkennen. Die Karte geht zur Auswertung an die Stadtverwaltung. „Viele Hundebesitzer nehmen zwar Tütchen mit nach draußen, tragen die vollen Beutel aber nicht nach Hause“, ärgerte sich Dießner. „Die Reste landen dann im Wald.“ Was fehle, sei deshalb ein Behälter neben dem Friedhof, denn dort fanden sich etliche der vollen Tütchen.

Von Bert Endruszeit

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