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Borna Borkenkäfer frisst sich durch das Röthaer Holz
Region Borna Borkenkäfer frisst sich durch das Röthaer Holz
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14:47 04.04.2019
Olaf Kroggel von der Stiftung Wald für Sachsen an einer befallenen Lärche im Röthaer Holz. Die grüne Markierung zeigt: Dieser Baum hätte eigentlich eine lange Zukunft haben sollen. Quelle: André Neumann
Rötha

Die Stiftung Wald für Sachsen bemüht sich normalerweise darum, mehr bewaldete Flächen und Naturlebensräume zu schaffen. In Rötha hat sie jetzt allerdings auf einer rund sechs Hektar großen Fläche am Rande des Röthaer Holzes einen Kahlschlag in Auftrag gegeben. Die Lärchen, die hier überwiegend wachsen, werden gefällt. Sie sind vom Lärchenborkenkäfer befallen.

Stiftung engagiert sich seit 1999 für das Gelände des Röthaer Holzes

Die seit 1996 existierende Stiftung, die ihren Sitz in Markkleeberg hat, engagiert sich seit 1999 für das Gelände des Röthaer Holzes. Auf dem ehemaligen Tagebaugelände, zu der auch eine Hochkippe gehört, sollte ein gut 100 Hektar umfassender Wald angelegt werden. Heute ist die Fläche um gut 15 Hektar geschrumpft, die für den Bau der A 72 in Anspruch genommen werden.

Als die Stiftung im Jahr 2000 zur öffentlichen Pflanzaktion aufrief, kamen bis zu 200 Leute, erinnert sich Olaf Kroggel von der Stiftung. Sie pflanzten auf der brach liegenden Fläche Traubeneichen, Vogelkirchen, Stieleichen, Spitz- und Bergahorn, Lärchen und etliche Sorten Sträucher.

Lärchen wurden Mitte der siebziger Jahre als Schutzstreifen gepflanzt

Nur entlang der Bundesstraße 95 standen damals schon Bäume. Die Lärchen waren Mitte der siebziger Jahre als Schutzstreifen am Kippenrand gepflanzt worden, die Stiftung hatte die sechs Hektar beim Kauf des Geländes mit übernommen.

Wegen des Befalls durch den Lärchenborkenkäfer lässt die Stiftung Wald für Sachsen bei Rötha auf sechs Hektar Lärchen fällen.

Bis vor drei Jahren, sagt Kroggel, galt der Bestand noch als gesund. Anfang 2017 wurde er erstmals einer forstlichen Pflege unterzogen. Damals wurden die kräftigsten Bäume als so genannte Zukunftsbäume grün markiert und frei gestellt.

Orkan Friederike machte dem Röthaer Holz zu schaffen

Auch der Sturm Herwart, der im Oktober 2017 übers Land fegte, verschonte das Röthaer Holz noch. Erst mit Orkan Friederike, der im Januar 2018 auch Sachsen heimsuchte, begann der Ärger. Damals, sagt Kroggel, fielen rund 300 Festmeter Schadholz an. Es gelang, das bis März aufarbeiten zu lassen.

Weil aber wegen des immens hohen Holzanfalls nach dem Sturm im ganzen Land die Kapazitäten knapp wurden, erzählt Förster Kroggel weiter, gelang es nicht, das Holz zügig abzutransportieren. Im folgenden heißen, trockenen Sommer bildete sich ein Borkenkäfernest.

Bäumen wegen der Trockenheit geschwächt

Bis Ende 2018 machten die Forstleute der Stiftung sogar vier lokale Nester an stehenden Bäumen aus, die wegen der Trockenheit geschwächt waren und den tödlichen Käfer nicht wie üblich mittels ihres Harzes abwehren konnten. Auch jetzt hätte man den Bestand vermutlich noch mit kleineren Eingriffen retten können. Aber die Situation hatte sich noch nicht gebessert: „Wir fanden kein Unternehmen, das uns die Bäume fällte“, bedauert Kroggel.

Deswegen dauerte es nicht mehr lange, bis der gesamte Lärchenbestand befallen war. Die Stiftung entschloss sich, daher, alle Lärchen zu fällen, um wenigstens den auf der anderen Seite des Forstweges angrenzenden Waldabschnitt zu retten, in dem ebenfalls Lärchen stehen. Dabei ist Eile geboten: Einige Bäume sind rot markiert, weil auch sie schon Fraßspuren des Käfers zeigen. Die müssen raus, bevor es dauerhaft warm wird und die Käfer wieder verstärkt fliegen, sagt Olaf Kroggel.

Bäume hätten noch gut und gerne 100 Jahre stehen können

Dem es sichtlich leid tut, um den Bestand entlang der B 95. Mit rund 45 Jahren ist eine Lärche nämlich noch längst nicht reif, geschlagen zu werden. Dafür gab es hier viele, gut gewachsene Bäume, die noch gut und gerne 100 Jahre hätten stehen können. Nun werden selbst die mit den grünen Markierungen vermutlich nur noch als billiges Schadholz auf den Markt kommen.

Die Arbeiten sind seit Anfang März im Gang und sollen im April abgeschlossen werden. Dann will die Stiftung den Streifen neben der B 95 wieder aufforsten, diesmal zu einem Laubmischwald. Kroggel schließt nicht aus, dass erneut zu einer öffentlichen Pflanzaktion aufgerufen werden könnte.

Von André Neumann

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