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Borna Borna: CDU-Kandidat Breitenbuch gewinnt mit fünf Prozent
Region Borna Borna: CDU-Kandidat Breitenbuch gewinnt mit fünf Prozent
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17:00 02.09.2019
Das Auszählen der Stimmzettel hat die politische Landschaft verändert. Quelle: Frank Schmidt
Borna

Mit mehr als fünf Prozent Vorsprung hat der CDU-Kreisvorsitzende Georg-Ludwig von Breitenbuch sein Direktmandat im Wahlkreis 23 verteidigt. Er kam auf 34,9 Prozent, während Frank May (AfD) 29,7 Prozent der Erststimmen holte. Von Breitenbuch, seit 2009 für den Wahlkreis 23 im Dresdner Landtag, zeigte sich am Montag „sehr erleichtert“. Zum Wahlkreis 23 gehören Borna, Frohburg, Geithain, Kitzscher, Neukieritzsch Regis-Breitingen und Rötha.

Wahlergebnis stand erst spät fest

Das vorläufige amtliche Endergebnis stand am Sonntagabend erst gegen 22.30 Uhr fest. Es sei ein anstrengender Wahlkampf gewesen, so der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende. „Wir haben bei 32 Grad gekämpft.“ Die CDU habe klar gesagt, „was wir machen werden“. Dazu habe auch gehört, deutlich zu machen, dass jede Stimme für die AfD am Ende den Grünen zugute komme.

Georg-Ludwig von Breitenbuch, CDU, Direktkandidat Quelle: Jens Paul Taubert

Mit denen werde die CDU nun in (Koalitions-)Gespräche eintreten. Dabei, so von Breitenbuch, gebe es durchaus Themen, bei denen Grüne und CDU Schnittmengen hätten. Etwa, wenn es um den Wald gehe. Anders sehe es beim Kohleausstieg aus. Da habe der Wähler aber jetzt klar gemacht, „dass die Ideen von Rot-Rot-Grün keine Mehrheit gefunden haben“.

Lippold: Andere Situation als vor fünf Jahren

Allerdings sieht das der potenzielle neue Koalitionspartner durchaus anders, wie Gerd Lippold, Grünen-Kandidat im Wahlkreis 23, betont. Er kam auf 4,4 Prozent der Erststimmen und lag damit nicht ganz überraschend unter dem Grünen-Landesdurchschnitt.

Wenn seine Partei jetzt das Gespräch mit der CDU aufnehme, „haben wir eine grundsätzlich andere Situation als vor fünf Jahren“. Mittlerweile habe auch die CDU den Kohleausstieg akzeptieren müssen, „so dass wir uns jetzt um Inhalte kümmern können“. Mit Blick auf das Jahr 2038, dem Jahr des endgültigen Aus aller Kohlekraftwerke, handle es sich aber um eine Phantomdebatte. Es sei keineswegs so, dass die Kraftwerke erst am 31. Dezember 2038 abgeschaltet würden.

Am 1. September wurde in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Diese Kandidaten aus dem Kreis Leipzig haben es als Direktkandidaten oder über die Liste ihrer Partei ins neue Parlament geschafft.

AfD gibt sich wortkarg

AfD-Kandidat Frank May, der auf 29,7 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis 23 kam, war am Tag nach der Wahl ebenso wenig erreichbar wie Elke Gärtner, AfD-Direktkandidatin im Wahlkreis 24, die auf 23,3 Prozent der Erststimmen kam und damit deutlich unter dem Sachsenschnitt ihrer Partei lag. Bodo-Walther, Vorsitzender der neuen AfD-Kreistagsfraktion und zugleich Pressesprecher des Kreisverbandes, gab sich wortkarg und erklärte lediglich: „Wir wollen uns bei allen Wählern bedanken.“

Stange: Dominanz großstädtischer Themen

Für Enrico Stange, seit zehn Jahren für den Wahlkreis 23 im Landtag, bedeutet das Wahlergebnis das Ende seiner politischen Karriere. Allerdings weniger, weil er mit 11,4 Prozent wie die gesamte Linkspartei ein ernüchterndes Wahlergebnis erreichte, das aber immerhin noch über dem landesweiten Gesamtergebnis der Linken liegt. Stange war bereits bei der Listenaufstellung auf Platz 26 gelandet und musste sich schon vor dem Wahltag auf seinen Abschied vorbereiten.

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So haben die Wähler im Landkreis Leipzig gewählt

Als eine wesentliche Ursache für das desaströse Abschneiden seiner Partei sieht Stange, der sich weiterhin im Landkreis Leipzig engagieren will, die Dominanz großstädtischer Themen im Linken-Landtagswahlkampf. Mit dem Thema fahrscheinloser Nahverkehr habe seine Partei jedenfalls auf dem Lande, wo die Menschen auf das Auto angewiesen seien, keine Chance gehabt.

Urban über dem SPD-Durchschnitt

SPD-Direktkandidat Oliver Urban kann für sich in Anspruch nehmen, mit 10,3 Prozent deutlich über dem gesamtsächsischen SPD-Wert zu liegen. „Aber die Wähler haben uns ein sehr schweres Ergebnis beschert.“ Wenn es jetzt zu Koalitionsgesprächen von CDU, SPD und Grünen komme, könne das durchaus problematisch werden. Mit Blick auf die verschiedenen Positionen von Grünen und CDU sieht Urban sogar die Gefahr, dass am Ende noch einmal gewählt werden muss.

Görnitz: FDP zwischen CDU und AfD zerrieben

Stefan Görnitz (FDP) erreichte mit 3,5 Prozent der Stimmen weniger als die Liberalen im Landesdurchschnitt. Er sei „persönlich enttäuscht“. Im Wahlkampf habe sich alles zwischen CDU und AfD abgespielt, da sei für die FDP kein Platz geblieben. Falk Noack, Kandidat der Freien Wähler, kam zwar persönlich über die Fünf-Prozent-Hürde. Zum Einzug in den Landtag reichte das aber angesichts des Gesamtergebnisses der Freien Wähler nicht.

Von Nikos Natsidis

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