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Borna Borna: Humor und Musik gegen Mobbing
Region Borna Borna: Humor und Musik gegen Mobbing
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15:25 14.03.2019
„Auch ich wurde gemobbt“, sagt Tom Lehel, der für Mobbing-Prävention in ganz Deutschland unterwegs ist. Quelle: Julia Tonne
Borna

Pro Tag werden in Deutschland 500.000 Kinder Opfer von Mobbing. Diese erschreckende Zahl nannte Tom Lehel am Donnerstag im Stadtkulturhaus. Der Schauspieler, Fernsehmoderator, Komiker und Musiker, bekannt zum Beispiel vom Kinderkanal, war in Borna zu Gast, um vor Grundschülern aus seinem Buch „Du doof?! Auch ich wurde gemobbt“ zu lesen. Sein Anliegen: Kinder davor zu schützen, Opfer zu werden oder gar Täter.

Mobbing ist ganz klar erklärt“, erzählte er seinen jungen Zuhörern. „Es gibt ein Opfer, einen Mobber, zwei bis drei Bestärker und die Beobachter.“ Vor allem würden die Schikanen, die Quälereien und Verletzungen über einen langen Zeitraum andauern. Mal jemanden schubsen oder ein böses Wort an den Kopf knallen, sei noch kein Mobbing. Das fängt dann an, wenn die Schikanen nicht mehr aufhören und immer noch perfider werden.

Lehel hat Stiftung gegen Mobbing initiiert

Wegen seiner eigenen Erfahrungen und auch wegen der Erfahrung, dass eines seiner Kinder zum Mobbing-Opfer wurde, hat er die Stiftung „Mobbing stoppen! Kinder stärken!“ initiiert. Bundesweit sind er und Kollegen in Schulen unterwegs, um Präventionsarbeit zu leisten. „Denn Vorbeugen ist das A und O. Ist es schon zum Mobbing gekommen, ist es schwer, noch zu intervenieren“, sagte er. Zum Vorbeugen gehöre auch, niemanden zum stillen Zuschauer werden zu lassen. „Erleben Kinder, dass eines von ihnen Mobbing ausgesetzt ist, sollten sie lernen einzugreifen.“

Buch beschreibt Thema humorvoll

Sein Buch selbst hat Lehel kindgerecht und äußerst humorvoll geschrieben. Lachen war also im Stadtkulturhaus durchaus erlaubt. „Humor mit ernstem Hintergrund – das verstehen die Kinder.“ Mit dem Verständnis der Schüler aber sei es nicht getan, vielmehr müssten auch die Lehrer ins Boot geholt werden, weshalb die Stiftung diese schult und Schulen begleitet, solange diese das wünschen. In dem Zusammenhang wünscht sich Lehel aber eines: dass das Thema Mobbing schon für angehende Lehrer während des Studiums auf dem Stundenplan steht.

Unter den Zuschauern waren viele Kinder aus der Grundschule Borna-West. Lehrerin Yvonne Müller war mit ihrer Klasse dabei, um den Mädchen und Jungen auf unterhaltsame Art vermitteln zu lassen, was Mobbing ist und wie es dazu kommen kann. „Das Thema kann man Kindern nicht frühzeitig genug beibringen“, machte sie deutlich. Denn fast jeder könne zum Opfer werden.

Eltern als Vorbilder? Kinder lernen von ihnen

Lehel betonte eines immer wieder: „Jeder ist richtig, wie er ist.“ Und eben diese Einstellung sollten vor allem Eltern vorleben, sie seien das Vorbild für ihren Nachwuchs. „Wenn ein Vater oder eine Mutter vor den Kindern oft abschätzige Bemerkungen über Nachbarn, Kollegen und Bekannte machen, nehmen auch die Kinder das Verhalten an“, warnte Lehel. Ein Kind oder ein Jugendlicher werden nicht zum Mobber, wenn es Aufmerksamkeit bekomme und mit sich selbst zufrieden sei.

Problem Mobbing nicht kleinreden

Vor allem in Schulen und in Büros gibt es Mobbing, hier halten sich Kinder und Erwachsene zwangsläufig auf. „Einen Verein hingegen kann man wechseln.“ Wie der Buchautor und Musiker, der zu dem Thema bereits mit zahlreichen Prominenten Songs aufgenommen und Videos gedreht hat, außerdem auf seinen Touren erklärt, ist es ungemein wichtig, dass Eltern ihre Kinder genau beobachten und sie ernst nehmen. „Es ist das falsche Signal, wenn Eltern von gemobbten Kindern sagen: ,Stell dich nicht so an, auch wir wurden ab und zu geärgert‘.“

Von Julia Tonne

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