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Region Borna Borna: Sechs Tatverdächtigte nach Silvester-Randale
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10:55 18.02.2019
So sah der Bornaer Markt nach der Silvesternacht aus. Quelle: Kathrin Haase
Borna

Die Stadt Borna hält an ihren Plänen zur Videoüberwachung des Marktes fest. Das hat Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) jetzt bekräftigt. Sie hatte das Vorhaben zu Jahresbeginn als Konsequenz aus den Ausschreitungen in der Silvesternacht angekündigt. Dabei ermittelt die Polizei derzeit mittlerweile gegen sechs Tatverdächtige.

Videoüberwachung in Borna dauert noch

Es dürfte noch dauern, bis tatsächlich Video-Aufnahmen vom Marktplatz gemacht werden. „Allerdings nur nachts“, so Luedtke weiter. Sie hatte jetzt zusammen mit ihrem Wurzener Amtskollegen Jörg Röglin (SPD) an einer Konferenz in Chemnitz teilgenommen, auf der es um Erfahrungen mit Videoüberwachungen in Sachsen ging.

Polizei in Borna mit einbinden

Es komme bei diesem Thema darauf an, den Datenschutzbeauftragten und vor allem die Polizei mit einzubinden. So müsse bei einer Videoüberwachung eine Datenleitung direkt zur Polizei sowie eine weitere in die Stadtverwaltung führen. Die Polizei sollte die Aufnahmen zumindest 72 Stunden lang auswerten können, so dass die Bilder auch so lange gespeichert werden müssten. Zugleich sei klar, „dass die Polizei nur in begründeten Verdachtsfällen Zugriff auf die Aufnahmen hat“.

Polizei ermittelt gegen sechs Tatverdächtige

Womöglich haben die Aufnahmen, die die Randalierer in der Silvesternacht von ihren Attacken auf den Christbaum auf dem Markt gemacht und ins Netz gestellt haben, dazu beigetragen, dass die Polizei jetzt gegen sechs Tatverdächtige ermittelt. Zugleich stellt sich der Polizeieinsatz in den Stunden um den Jahreswechsel anders dar.

Das jedenfalls legt eine Antwort des sächsischen Innenministers Roland Wöller (CDU) auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Enrico Stange nahe. Er hatte wissen wollen, wann die Polizei über die Sachbeschädigungen auf dem Bornaer Markt informiert wurde und warum es in der Silvesternacht nicht möglich war, mehr als einen Polizisten auf den Markt zu schicken, wie es im Internet kolportiert wurde.

Vier Polizisten zu Silvester auf dem Bornaer Markt

Im Antwortschreiben des Innenministers heißt es, dass am 31. Dezember zwei Funkstreifenwagen mit vier Polizisten nach ihrer Alarmierung 23.16 Uhr innerhalb von sieben Minuten am Einsatzort, dem Markt, eingetroffen seien. Anderthalb Stunden später, als Feuer auf dem Markt gemeldet worden war, seien zwei Funkstreifenwagen mit insgesamt vier Einsatzkräften vor dem Rathaus angekommen.

Zehn Beamte hatten Silvester Dienst in Borna

Wie es in dem Schreiben von Innenminister Wöller weiter heißt, hatten in der Silvesternacht zehn Polizisten Dienst im Revier Borna. In dieser Zeit habe das Revier über 22 einsatzbereite Dienstfahrzeuge verfügt. Während der Silvesternacht seien zudem zweimal Funkstreifenwagen zu Einsätzen nach Leipzig beordert worden.

Kommentar: Videokameras – sechs Verdächtige als erster Erfolg

Es hatte schon etwas von einer Sensation, als die Bornaer Oberbürgermeisterin nach den Krawallen auf dem Bornaer Markt in der Silvesternacht ankündigte, die Möglichkeiten einer Videoüberwachung des Areals zu prüfen. Immerhin kam der Vorstoß von einer Linken und damit aus einer Partei, die derartigen Vorhaben eher kritisch gegenübersteht. Umso besser ist es, wenn die Rathauschefin jetzt auch an diesem Thema dran bleibt.

Weil sie sicher sein kann, dass es die überwiegende Mehrheit der Bornaer begrüßen würde, wenn relevante Plätze in der Stadt mit Kameras überwacht werden. Schließlich kann sich davor ernsthaft nur fürchten, wer etwas zu verbergen hat. Wer etwa mit seiner – illegitimen Zweitfrau oder seinem illegitimen Zweitmann – unterwegs ist, für den dürfte sich niemand interessieren. Wohl aber für Randalierer jeder Art, die bisher jedenfalls begründet darauf hoffen dürfen, dass sie keiner sieht.

Dass Bilder bei der Identifizierung und Verfolgung potenzieller Täter helfen können, wird auch dadurch deutlich, dass die Polizei jetzt durch die Aufnahmen, die die Silvester-Randalierer selbst ins Netz gestellt haben, sechs Tatverdächtige im Visier hat. Ein weiteres schlagendes Argument für den Einsatz von Kameras an Brennpunkten in Borna – aber auch andernorts.

Von Nikos Natsidis

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