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Borna Borna: Umbau des Bahnhofs kostet zehn Millionen Euro
Region Borna Borna: Umbau des Bahnhofs kostet zehn Millionen Euro
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17:02 07.06.2019
Seit Jahren ist der Bahnhof Borna ein Schmuddelkind und noch immer nicht barrierefrei. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

So richtig geht es nicht voran am Bahnhof in Borna. Und am jetzigen Zustand dürfte sich auch in den kommenden Monaten nicht viel ändern. Denn laut Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) verzögert sich das Projekt Umbau Bahnhof um weitere Jahre. War bislang davon die Rede, 2020 einen im neuen Glanz erstrahlten und zudem barrierefreien Bahnhof fertig zu stellen, sehen die aktuellsten Planungen das Jahr 2022 vor.

Zum Erntedankfest kommen Tausende am Bahnhof an

„Der Bornaer Bahnhof ist eine Schande für unsere Kreisstadt“, macht Hans Jürgen Dietzschold deutlich. Der Bornaer kritisiert seit langem – und damit steht er nicht alleine da – die dortigen Zustände. Nicht nur, dass „ein ganzer Unkrautteppich“ das Gelände ziere, in der Bahnhofshalle sei es noch schlimmer. Hier „empfangen den Reisenden Gestank, Dreck und Schmierereien“. Für Dietzschold ist klar, dass die Stadt hier dringend tätig werden muss. „Spätestens zum Landeserntedankfest in Borna, wenn tausende Menschen nach Borna kommen.“ Zudem sei es unerträglich, dass es mit dem Umbau überhaupt nicht vorangehe.

Laut einer Präsentation, die während des Stadtgesprächs vor wenigen Tagen im Zusammenhang mit den großen Vorhaben in Borna gezeigt wurde, sollen die Umbauarbeiten erst im April 2021 beginnen. Auf der Agenda steht nicht nur die Erneuerung der Personenunterführung und der Bahnsteige, sondern auch die der Rampen, der Zuwegung und der Beleuchtung. Ein Rundum-Schlag sozusagen, der eine Investition von rund zehn Millionen Euro notwendig macht.

Der Bahnhof in Borna – weder schön noch behinderten- oder fahrgastgerecht. Quelle: Jens Paul Taubert

Nach derzeitigem Stand der Dinge soll zwar noch in diesem Jahr der Entwurfsplan dem Eisenbahnbundesamt (EBA) vorgelegt werden. Der Bauträger, die DB Station & Service AG, rechnet dann aber alleine mit einem Jahr, das das EBA für die Genehmigung braucht. Christian Schulz, Leiter des Bahnhofsmanagements Leipzig der DB Station & Service, geht davon aus, dass Baubeginn im Frühjahr 2021 sein wird.

Sommer 2021 ist Bornaer Bahnhof wochenlang gesperrt

Im übernächsten Sommer wird es für Reisende schwierig, von A nach B zu kommen. Denn von Juli bis September 2021 wird die Verkehrsstation voll gesperrt, um die Unterführung zurückzubauen und die Bauvorbereitungen für die neue Rampe zu schaffen. In diesen Zeitraum fällt zudem der Bau einer neuen Unterführung inklusive der Treppen und die Modernisierung der Bahnsteige. Während der Vollsperrung werde laut Schulz Schienenersatzverkehr eingerichtet. Liegen die Arbeiten im Zeitplan, solle der Bahnhofsumbau im Herbst 2022 abgeschlossen sein.

Beschmierte Wände, Dreck und eine geschlossene Shisha-Bar: Der Bahnhof verkommt immer mehr. Quelle: Julia Tonne

Schulz nutzte das Stadtgespräch, um der Stadt und deren Bewohnern seinen Dank auszusprechen. „Ohne deren kontinuierliche Bemühungen hätten wir heute kein Projekt, das ich vorstellen könnte“, sagte er. Der öffentliche Druck (zum Beispiel eine Unterschriftensammlung und ein offener Brief an den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Bahn, Rüdiger Grube) habe wesentlich dazu beigetragen, dass der Bahnhof Borna Eingang in die Planungen der Bahn gefunden hat.

Betreiber sucht neuen Pächter für Ladenlokal

Schwierig aber wird es, wenn die Stadt – wie von Dietzschold gefordert – sich um das Bahnhofsgebäude kümmern soll. Schlicht aus dem Grund, weil die nicht Eigentümer ist. Seit zwei Jahren mittlerweile gehört das Bahnhofsgebäude der Aedificia Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft mbH mit Sitz in Frankfurt am Main. Erst vor einem dreiviertel Jahr hatte dort die Shisha-Bar Casablanca eröffnet, allerdings ist die auch schon wieder raus. „Der Pächter ist verschwunden“, sagt AIEG-Geschäftsführer Stefan Steinert. Deshalb suche er einen neuen Mieter, bevorzugt eine Bäckerei. Zudem sei noch eine Wohnung in dem Gebäude frei, die sich gut als Wohnung für den Betreiber der Gastronomie eignen würde.

Beschmierte Wände, Dreck und eine geschlossene Shisha-Bar: Der Bahnhof verkommt immer mehr. Quelle: Julia Tonne

Dietzschold befriedigen all diese Antworten nicht. Zu schäbig sieht der Bahnhof aus, zu lange zieht sich alles hin. „Der Bahnhof ist Eingangstor der Stadt, entsprechend sollte die Stadt gegenüber dem Eigentümer und auch der Bahn auftreten“, fordert er.

Von Julia Tonne

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