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Borna Borna: Wie gelingt der Strukturwandel nach dem Kohleausstieg?
Region Borna Borna: Wie gelingt der Strukturwandel nach dem Kohleausstieg?
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18:00 13.06.2019
Viele Ideen kamen von den Rednern schon auf den Tisch, einiges fehlte den Zuhörern allerdings. Quelle: Julia Tonne
Borna

Biomasse aus Algen, Aufforstung, die Ansiedlung einer Bundesbehörde, Verbesserung der Infrastruktur: Beim Thema „Was kommt nach der Braunkohle – Strukturentwicklung in Mitteldeutschland“ gibt es zahlreiche Ideen. Viele davon wurden am Mittwochabend bei einer Diskussionsrunde im Goldenen Stern in Borna vorgestellt, zahlreiche Anregungen kamen zudem aus dem Publikum.

Wie es nach dem Ausstieg aus der Kohleverstromung weitergehen soll, wohin sich Mitteldeutschland entwickeln will, stand im Fokus des Abends. Denn eines steht fest: „Der Prozess wird ein enormer Eingriff in Struktur und Gesellschaft“, machte Bornas Bürgermeister Karsten Richter gleich zum Auftakt der Informationsveranstaltung deutlich. Zwar sei Borna schon eine „erprobte Region für den Wandel“, aber in den nächsten Jahrzehnten gehe es um eine langfristige und vorausschauende Planung sowie nachhaltige Projekte.

Digitalisierung und Infrastruktur spielen herausragende Rolle

„Jetzt haben wir rund 20 Jahre Zeit, den Wandel zu organisieren, so dass die Region in den 40er-Jahren solide dasteht“, betonte Landrat Henry Graichen. Hauptaufgabe müsse sein, Industrie zu erhalten und anzusiedeln, allerdings müsse auch die Infrastruktur ein wichtiger Baustein sein.

Zu eben diesem Thema gab es schon erste Überlegungen von Seiten der Leipziger Verkehrsbetriebe. Ulf Middelberg, Sprecher der LVB, und Mario Nowack, Projektleiter „Absolut“, stellten gemeinsam das automatisierte Fahren als Chance für den öffentlichen Nahverkehr vor. So könne schon in absehbarer Zeit ein Busshuttle (dessen Wege in die Straße eingelassene Magnete vorschreiben) in den Regionen eingesetzt werden, der beispielsweise zwischen Gewerbegebieten und Bahnhöfen pendelt. Dass die Infrastruktur einen elementaren Teil des Wandels darstellt, betonte auch Zuhörer Richard Müller, der seine Forderungen schon während der Küchentischtour dem sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig erklärt hatte. „Wir brauchen schnellere Züge in besserer Taktung“, brachte er es auf den Punkt.

Neue Universität als ein Baustein des Strukturwandels

Vorgestellt wurde am Donnerstag auch das geplante Projekt des Chappe-Instituts, eine private Hochschule für Elektrotechnik, Information und Wirtschaftsinformation. Denn eines sei klar: „Neue Technologien sind unerlässlich für den Regionswandel“, sagte Claus Baderschneider als einer der Initiatoren. Der Wissenschaftssektor spiele eine zentrale Rolle beim Strukturwandel. Was auch Eric Weber deutlich machte, Managing Director SpinLab Leipzig, ein Unternehmen, das Gründerteams in der Gründung und dem Wachstum ihrer innovativen Unternehmensideen unterstützt. „Ohne Digitalisierung geht es nicht.“

In den kommenden Monaten und Jahren sollen sämtliche Ideen und Projekte, die den Strukturwandel vorantreiben, gesammelt und gebündelt werden. „Und ohne die Akteure vor Ort geht das nicht“, betonte Stephan Rohde, Revierbeauftragter der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung. Zuständig für Sammeln, Bündeln und Auswerten soll die Metropolregion Mitteldeutschland werden. Wie Werner Bohnenschäfer, entsprechender Projektleiter bei der Metropolregion, mitteilte, werde es Anfang des kommenden Jahres in Borna dazu eine Zukunftswerkstatt geben.

Frage nach Ersatztechnologien zur Energiegewinnung bleibt offen

Einige Themen kamen während der rund zweistündigen Veranstaltung allerdings zu kurz. So vermisste ein ehemaliger Mitarbeiter des Kraftwerkes Thierbach Hinweise auf einen Ersatz der wegfallenden Energietechnologie, „außerdem wurde nicht über entstehende Industriebrachen gesprochen“, kritisierte er. Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen vermisste zudem das Thema Plastikrecycling. „Dafür wäre die Kompetenz in der Region da, die sollten wir nutzen“, forderte er.

Von Julia Tonne

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