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Borna Bornaer Bürgerinitiative will Kunstkeramiken retten
Region Borna Bornaer Bürgerinitiative will Kunstkeramiken retten
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17:17 30.07.2019
Sabine Raabe und Paul Janus säubern hier die Kunstkeramiken. Die beiden sind Mitinitiatoren der Bürgerinitiative, welche diese Reliefs retten möchte. Quelle: Claudia Carell
Borna

Die junge Frau trägt Jeans, die Bluse hat sie fast bis zum Gürtel offen. Ohrringe und Armbänder schmücken sie. Keck schaut sie nach links – zu sieben weiteren Kunstkeramiken, die Mode aus verschiedenen Jahrhunderten zeigen, vom Mittelalter über die Barockzeit bis hin zur Moderne. Zur Zeit der Entstehung waren dies die 1980er Jahre.

Der Zahn der Zeit, Regen und Schnee haben seither an den etwa einen Meter großen Figuren genagt, welche die Mauer am Bornaer Edeka-Parkplatz zieren. Die Farben sind verblichen, hier und da bröckelt die Keramik, zum Teil fehlen die Finger, die Dame im Biedermeierkostüm büßte sogar die ganze Hand ein. Die kleinen Figuren am Kopfende der Reliefs sind zum Teil schon stark zerstört. Auch der Putz der Mauer hat mächtig gelitten.

Diese Kunstkeramiken will die Bürgerinitiative retten. Es handelt sich um acht Reliefs, die an der Pfarrgartenmauer gegenüber des Edeka-Marktes angebracht sind. Ihr Thema: Mode im Wandel der Zeiten.

Schon 2015 machte eine Reisegruppe die Bornaer Gästeführerin Sabine Raabe auf das trostlose Dasein dieser kleinen Schätze aufmerksam. Seither bemüht sie sich, unter anderem mit Akteuren aus dem Seniorenbeirat, diese DDR-Kunst vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Lange ohne Erfolg, doch jetzt kommt Bewegung in die Sache. Im März trafen sich Interessenten und beschlossen, eine Offene Bürgerinitiative (BI) mit Namen „Rettung Bornaer Kunstkeramiken“ zu gründen.

Bis zum Landeserntedankfest gläserner Schutz für Figuren

Unter der Regie des Heimatvereins des Bornaer Landes und mit Unterstützung von engagierten Bürgern, Stadtverwaltung und Stadträten, Superintendentur und Edeka-Markt sollen die Reliefs bis zum Landeserntedankfest im September einen gläsernen Schutz erhalten sowie fachgerecht konserviert werden. Zudem soll die Mauer, an die der Pfarrgarten grenzt, einen neuen Putz bekommen. Fachliche Hilfe erhält die Initiative vom Keramiker Frank Brinkmann.

Auf elf Metern sind in Borna gegenüber des Edeka-Marktes acht Keramikreliefs zu bewundern. Doch sie fristen derzeit ein eher trauriges Dasein. Quelle: Claudia Carell

Am Dienstag startete die erste Aktion. Sabine Raabe und Paul Janus, ebenfalls Mitinitiator der BI, begannen die Reliefs zu säubern. Der Keramiker war ebenfalls vor Ort. Die Kosten für das Sicherheitsglas für die Figuren auf elf Metern Länge und die Konservierung schätzt die Gästeführerin auf „mindestens 10.000 Euro“. Die sollen durch Spenden zusammen kommen. „Wir bitten alle Interessenten, uns zu unterstützen, damit wir diese Kleinode retten können“, sagte sie.

Auftragswerk fürs „Blaues Wunder“

Eine Informationstafel an der Mauer soll künftig den Gästen der Stadt Borna erzählen, was es mit diesen Figuren auf sich hat. 1981 wurde auf dem Gelände des heutigen Edeka-Marktes ein Textilkaufhaus eröffnet, im Volksmund als „Blaues Wunder“ wegen seiner Fassadenfarbe bekannt. Als Auftragswerk entstanden gleichzeitig vis a vis die Keramikreliefs der Künstlerin Astrid Danegger unter dem Motto Mode im Wandel der Zeiten, die Bezug zum neuen HO-Kaufhaus haben sollten.

Die Keramikerin leitete damals die Schaddelmühle bei Grimma. Sie soll Literatur gewälzt und historische Stiche studiert haben, um diese Werke so schaffen zu können. Zu einem Stückpreis von je 1025 Mark der DDR seien die Reliefs damals an die Stadt Borna verkauft worden, heißt es.

Spenden sind möglich unter IBAN: DE 29860555921290009380, Kontoinhaber ist der Heimatverein des Bornaer Landes e.V., als Kennwort bitte angeben: Bewahrung der Bornaer Kunstkeramiken. Es gibt eine Spendenbescheinigung.

Von Claudia Carell

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