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Borna Bornaer Gästeführerin will Keramiken retten
Region Borna Bornaer Gästeführerin will Keramiken retten
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11:04 28.02.2019
Eine der Keramiken aus den 80er-Jahren am Bornaer Edeka-Parkplatz. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Die Steinplatten mit Keramiken heißen offiziell „Mode im Wandel der Zeiten“. Zu besichtigen sind sie an der Mauer am Edeka-Markt in der Bornaer Sachsenallee. Seit Jahrzehnten schon. Schließlich stammen sie aus sozialistischen Zeiten und wurden dort angebracht, als Anfang der 80er-Jahre das Bekleidungshaus der staatlichen Handelsorganisation, die gelernte DDR-Bürger als HO kennen, eröffnet wurde. Mittlerweile bieten die Kunstwerke keinen schönen Anblick mehr, findet Sabine Raabe. Die ausgebildete Gästeführerin spricht deshalb für eine lose Bürgerinitiative, wenn sie darum kämpft, die acht Keramiken zu retten.

Plastiken (Schaddelmühle?) am Parkplatz Edeka bei Borna an der Mauer zum Pfarrgaretn Quelle: Jens Paul Taubert

Kunstwerke im öffentlichen Raum in Borna

Schließlich stehen die Kunstwerke im öffentlichen Raum. Geschaffen wurden sie von der Keramikerin Astrid Danegger, damals Mitglied der Künstlergemeinschaft Schaddelmühle. Die Künstlerin lebt allerdings schon lange nicht mehr in Sachsen. Seit nunmehr 30 Jahren, so Sabine Raabe, ist sie auf der Insel Usedom zu Hause. Kontaktversuche schlugen bisher fehl.

Kunstwerke am Bornaer Edeka-Parkplatz sind porös

Hergestellt wurden die acht Platten mit Keramiken, die an der Wand zum benachbarten Kirchengrundstück am Rande des Edeka-Parkplatzes angebracht sind, aus regionalen Materialien, vornehmlich aus dem Muldental. Was auf der einen Seite dem lokalpatriotischen Ego schmeichelt, erweist sich nun, knapp vier Jahrzehnte nach Herstellung, als Problem. Gästeführerin Raabe: „Das Material ist sehr weich und porös.“ Heißt: Es gibt Handlungsbedarf, weshalb sich etwa der Heimatverein des Bornaer Landes und der Geschichtsverein hinter die Bemühungen stellen, die Kunstwerke zumindest zu sichern.

Bornaer Prestigeobjekt im Bezirk Leipzig

Astrid Danegger hat ihre künstlerischen Spuren auch im damaligen Kulturhaus der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) Neukirchen, der späteren Gaststätte „Zur Schanze“, hinterlassen. Das HO-Bekleidungshaus, im Volksmund bekanntlich „Blaues Wunder“ genannt, war ein Prestige-Objekt im seinerzeitigen Bezirk Leipzig. Und auch heute noch gelten die Keramiken als Hingucker, wie Gästeführerin Raabe auf ihren zahlreichen Touren durch die Innenstadt immer wieder mitbekommt. Sie liegen auf dem Weg zur Stadt- und zur Emmauskirche. Dabei ist Sabine Raabe und ihren Mitstreitern klar, dass von der Stadt kaum finanzielle Unterstützung zu erwarten ist. Heißt: „Wir brauchen Sponsoren.“

Platten in Borna brauchen eine Bedachung

Deshalb sollen die Kunstwerke recht schnell vor Witterungseinflüssen geschützt werden. Gebraucht werde eine Art Bedachung über den acht Platten.

Von Nikos Natsidis

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