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Borna Bornaer Theatergruppe Neue Wasser will Schillerfest retten
Region Borna Bornaer Theatergruppe Neue Wasser will Schillerfest retten
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10:53 03.01.2019
Nach der Absage des Schillerfestes in diesem Jahr will die Bornaer Theatergruppe das Zepter dafür in die Hand nehmen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Neukieritzsch/Borna

Das Schillerfest ist tot, es lebe das Schillerfest. Michael Potkownik und die Bornaer Theatergruppe „Neue Wasser“ wollen die Veranstaltung in Kahnsdorf nach der Absage in diesem Jahr durch die bisherigen Organisatoren wieder aufleben lassen – und haben ein umfassendes Konzept vorgelegt. Das haben die Schauspieler sowohl Landrat Henry Graichen als auch den Bürgermeistern von Neukieritzsch und Borna, Thomas Hellriegel und Simone Luedtke vorgestellt.

Bis dahin aber ist noch Geduld gefragt, derzeit ist von einer Neuauflage am 5. Juli im Jahr 2020 die Rede. „Dann nämlich jährt sich das Treffen von Christian Gottfried Körner und Friedrich Schiller zum 235. Mal“, begründet Potkownik.

Schillerfest soll unter dem Motto „Alle Menschen werden Brüder“ stehen

2017 fand das Schillerfest trotz stürmischen Wetters das vorerst letzte Mal in Kahnsdorf statt. Quelle: Thomas Kube

Wie schon beim bisherigen Schillerfest kommt Hilfe und Unterstützung von Hans-Jürgen Ketzer, Leiter des Volkskundemuseums Wyhra. Der bisherige geistige Vater und Hauptveranstalter des Festes sah sich und den Heimatverein des Bornaer Landes nicht mehr dazu in der Lage, die dreitägige Veranstaltung zu schultern. Auch der Kulturpark Deutzen, der als Organisator 2017 eingesprungen war, hatte erklärt, für das Schillerfest nur einmalig verantwortlich zu zeichnen.

Die Federführung liegt nun also in den Händen der Theatergruppe. Die will nicht nur den Verein Bon Courage einbinden, sondern auch Anfang des nächsten Jahres einen Projektchor gründen und sich den Musikverein Neukieritzsch-Regis an die Seite stellen.

Ausstellung zum Thema „Sturm und Drang. Europa heute“

Mit Hilfe von Ketzer will Potkownik eine Ausstellung zum Thema „Sturm und Drang. Europa heute“ schaffen, die dann im Rittergut gezeigt werden könnte. Damit nicht genug: Geplant ist zudem eine musikalische Lesung und das Theaterstück „Schiller in Kahnsdorf“. Das dürfte einigen noch in Erinnerung sein: 2014 schon hatten die Schauspieler von Neue Wasser das Stück in Kahnsdorf auf die Bühne gebracht.

Michael Potkownik die Bornaer Theatergruppe „Neue Wasser“. Quelle: Julia Tonne

Potkownik und seine Mitstreiter wollen das Projekt aber nicht nur in Neukieritzsch verwirklichen, sondern anlässlich des Zwiebelfestes im August 2020 auch in Borna umsetzen. „Ein derartiges Vorhaben braucht allerdings viel Zeit für die Verwirklichung, weshalb schon nächstes Jahr mit den Proben begonnen werden soll“, sagt der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Zudem wolle er bereits die Noten für Chor und Orchester besorgen.

Sponsoren für das Schillerfest werden noch gesucht

Eine detaillierte Projektplanung liegt laut Potkownik nicht nur Landrat Graichen vor, sondern auch der CDU-Bundestagsabgeordneten Katharina Landgraf. „Wir müssen so viele wie möglich ansprechen, denn das Ganze funktioniert ja nur dann, wenn auch die entsprechenden finanziellen Mittel bereitstehen“, begründet er. Und die könnten über Sponsoren, von Stiftungen und aus Fördertöpfen kommen. Anfang des nächsten Jahres sei abzusehen, ob das gelingt. Nur wenn das Geld da sei, könne das Schillerfest neu aufgelegt werden.

Ganz begrenzen auf Schiller und Körner will der Planer das Fest nicht. Auch Theodor Fontane und Heinrich Heine sollen bei einer Lesung zu Wort kommen, „ denn aktuelle Bezüge zur heutigen Zeit gibt es zahlreiche“.

Unzufriedenheit Heines passt in heutige Zeit

Allein Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ passe in die jetzige Zeit. Das Versepos entstand aus der Unzufriedenheit Heines mit den politischen Verhältnissen im Deutschland der Restaurationszeit heraus, die ihm als getauften Juden keine Möglichkeit für eine juristische Tätigkeit boten. Und um der Zensur zu entgehen, emigrierte Heine 1831 nach Frankreich. Heute gilt das Epos als bewegendes lyrisches – und teilweise visionäres – Zeugnis eines Exilanten.

Von Julia Tonne

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