Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Bornaerin stammt von Rechenmeister Adam Ries ab
Region Borna Bornaerin stammt von Rechenmeister Adam Ries ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 07.01.2019
Elke Weise mit einem Auszug auch der Nachfahren-Auflistung.
Elke Weise mit einem Auszug auch der Nachfahren-Auflistung. Quelle: Julia Tonne
Anzeige
Borna

Elke Weise schätzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit: die Größe von Menschen, die ihr begegnen, die Strecke zwischen zwei Punkten, die Menge von Inhalten in Gefäßen. Und meist trifft die Bornaerin das Ergebnis ziemlich genau. Kein Wunder, schließlich stammt sie in 13. Generation vom deutschen Rechenmeister Adam Ries ab.

Schon vor Jahren hatte sich ihr Onkel mit der Ahnenforschung beschäftigt und stieß auf den sensationellen Vorfahren. „Er hat wirklich alles gesammelt, was er dazu in die Hände bekommen hat“, erzählt die heute 80-Jährige. Und es anschließend an dessen Sohn weitergegeben.

Nachfahren des Rechenmeisters Adam Ries

Dass Weise tatsächlich von dem Mathemeister abstammt, geht aus dem Buch von Willy Roch „Nachfahren des Rechenmeisters Adam Ries“ hervor. Es listet sämtliche Generationen auf, darunter auch die der Urenkel von Weise. „Interessant ist vor allem, dass es tatsächlich viele Nachfahren gibt, bei denen sich das Verständnis für Mathematik fortgesetzt hat“, erzählt Weise. So habe es in ihrer Familie viele Lehrer gegeben, die Mathe unterrichtet hätten.

Büste von Adam Ries vor dem Adam-Ries-Museum in Annaberg-Buchholz. Quelle: Dpa

Weise selbst war einst Landwirtin, „aber eben mit einem großen Hang zum Schätzen“, wie sie sagt. Und eben dieser sei in den vergangenen Jahren immer ausgeprägter geworden. Und auch im Supermarkt rechnet Weise die Preise mit, die der Inhalt des Einkaufswagens hergibt. „Taschenrechner habe ich selten benutzt, schon zu Schulzeiten brauchte ich den eher selten.“

Adam Ries führte indisch-arabische Zahlenzeichen ein

Adam Ries, geboren 1492 oder 1493 in Staffelstein, gilt als Rechenmeister, der seine Werke nicht in lateinischer, sondern in deutscher Sprache schrieb. Mit seinen Büchern trug er entscheidend dazu bei, dass die römische Zahlendarstellung als unhandlich erkannt und durch die indisch-arabischen Zahlenzeichen ersetzt wurde.

Das Foto aus dem LVZ-Bildarchiv zeigt Adam Riese (Adam Ries) im Alter von 58 Jahren auf dem Titelblatt des 1550 erschienenen 3. Rechenbuches. Quelle: Archiv

Elke Weise steht mit ihrer Besonderheit, eine Nachfahrin von Ries zu sein, bei Weitem nicht alleine da. Schließlich hatte der Rechenmeister mit seiner Frau Anna mindestens acht Kinder. Drei der fünf Söhne, Adam, Abraham und Jacob, waren zeitweilig als Rechenmeister in Annaberg tätig. Den vierten Sohn, Isaac, zog es nach Leipzig, wo er unter anderem als Eichmeister arbeitete. Paul, der fünfte Sohn, wurde Gutsbesitzer und Richter in Wiesa. Die drei Töchter heirateten in Annaberg.

Adam-Ries-Bund sucht Nachfahren

Vor Jahren bereits hat es sich der Adam-Ries-Bund zur Aufgabe gemacht, sämtliche Nachfahren zu ermitteln. Heute weist er in seiner ständig aktualisierten Datenbank bislang mehr als 20.000 direkte Nachkommen auf.

Von Julia Tonne