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Borna Bornas Schulen sollen digitaler werden
Region Borna Bornas Schulen sollen digitaler werden
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10:53 15.08.2019
Whiteboards ersetzen die herkömmlichen Tafeln. Denn die sind digital und bieten daher ganz andere Möglichkeiten des Lernens. Quelle: dpa
Borna

In den meisten Kinderzimmern ist die Digitalisierung nicht nur längst angekommen, sondern hat zudem einen festen und unverrückbaren Platz im Leben von Kindern. Viele haben einen eigenen Computer und lernen zuhause den Umgang mit Software und Internet. Anders bislang in den Schulen.

Das Internet ist zu langsam, das Lernen mit Computern und mithilfe von Lernplattformen Mangelware. Das soll der Digitalpakt von Bund und Ländern nun ändern, allein die Stadt Borna erhält fast eine Million Euro für die bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik. Wie sie das Geld dann auf die einzelnen Schulen verteilt, bleibt noch abzuwarten.

Clemens-Thieme-Grundschulein Borna Nord braucht besseres WLAN

Nichts desto trotz machen sich die Schulleitungen aber schon jetzt Gedanken, was sie brauchen. Unter anderem Christoph Arnold, Leiter der Clemens-Thieme-Grundschule in Borna Nord. Er hat für seine Schule vor allem WLAN im Blick. „Derzeit ist es so, dass sich der Internetzugang extrem verlangsamt, wenn mehrere Lehrer gleichzeitig im Netz sind“, erzählt er.

Zudem sei der Zugriff auf das World Wide Web in einigen Räumen unzulänglich. Arnold hofft, dass seine Schule vom Digitalpakt in Form von Glasfasernetzen profitiert und WLAN damit in allen pädagogisch genutzten Räumen reibungslos funktioniert. „Und zwar nicht nur in Klassenräumen, sondern auch in der Turnhalle und sogar im Schulgarten.“

Im Gymnasium Markranstädt gibt es seit Kurzem ein White-Board. Auch Schulen in Borna sollen digital besser aufgestellt werden. Quelle: André Kempner

Grundschulleiter hofft auf Lernplattform

Doch allein mit Glasfaser sei es nicht getan. „Wünschenswert ist zudem eine schul-interne Plattform, die mit Inhalten gefüttert werden kann“, macht Arnold deutlich. Ein großer Vorteil des digitalen Lernens: die Geduld von Lernsoftware. Schüler, die ein Thema während des Unterrichts nicht verstehen, könnten sich über verschiedene Kanäle das Thema erarbeiten: in Form von Erklärungen, in Form von Videos oder mithilfe von Arbeitsblättern.

„Die Lernprogramme sind geduldig, sie erklären alles immer und immer wieder“, betont der Schulleiter. Das heißt, dass die Schüler bestimmte Bereiche und Themenfelder mehrmals trainieren können, bis der Stoff sitzt. Und noch einen Vorteil sieht Arnold, wenn es um die Technik geht: Die Kinder können nach eigenem Tempo arbeiten und lernen.

BSZ in Böhlen setzt schon auf digitales Arbeiten

Allerdings, ergänzt Arnold, gehe es nicht darum, den bisherigen Unterricht durch die technischen Möglichkeiten zu ersetzen, sondern zu ergänzen. „Beides zusammen sorgt dafür, dass Schüler die Lust am Lernen behalten“, ist er sich sicher.

Schulleiter Christoph Arnold will die Clemens-Thieme-Schule digital besser ausrüsten. Quelle: Julia Tonne

In einer anderen Schule ist man, was eine solche Plattform betrifft, schon einen Schritt weiter. Das Berufliche Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen führt mit Beginn des neuen Schuljahres LernSax ein. Diese Lernplattform beinhaltet unter anderem einen Kommunikations-, einen Planungs- und einen Lernbereich. Diese wiederum gliedern sich weiter auf, stellen beispielsweise Kalender zur Verfügung, Chats, um mit Klassenkameraden und Lehrern Informationen auszutauschen, Formulare und eben auch Lerninhalte.

Schulen müssen genauso digital arbeiten wie Unternehmen

Für die Grundschule Clemens-Thieme kann sich Arnold auch vorstellen, mithilfe einer solchen Lernplattform einen vom Lehrer vorgegebenen Wochenplan abzuarbeiten. „Heißt: Wir geben ein Thema vor, das sich die Kinder innerhalb einer Woche selbst erarbeiten sollen.“ Zudem sei ein Lernen an Stationen möglich. Werden Kinder über die Software zunächst mit einem bestimmten Thema vertraut gemacht, könnten sie später das Gehörte, Gelesene und Gesehene trainieren und anschließend auch für Klassenarbeiten und Tests üben. Arnold bringt es mit einem Satz auf den Punkt: „Schulen müssen genauso digital aufgestellt sein wie Unternehmen.“

Sollte es mit der Infrastruktur und auch mit einer solchen Lernplattform klappen, ist allerdings noch ein weiterer Faktor zu berücksichtigen: die Lehrer. Denn die müssen mitziehen, sollten also im Umgang mit der Technik genauso affin sein wie ihre Schützlinge. Arnold und seine Kollegen werden in den kommenden Wochen ein detailliertes Konzept erarbeiten, das auf die bessere technische Infrastruktur und Ausstattung abzielt.

Und zu guter Letzt, betont der Schulleiter, sei es unerlässlich, den Hort miteinzubinden. Denn auch bei den Hausaufgaben könnten die Schüler von einer Lernplattform profitieren.

Von Julia Tonne

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