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Borna Bornas bekannter Gastronom Rudolf Lungwitz ist tot
Region Borna Bornas bekannter Gastronom Rudolf Lungwitz ist tot
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14:27 27.06.2019
Borna trauert um Rudolf Lungwitz. Der Gastronom starb im Alter von 79 Jahren. Quelle: Jens Paul Taubert, privat
Borna

Unter großer Anteilnahme zahlreicher Bornaer ist vor wenigen Tagen der Gastronom Rudolf Lungwitz beigesetzt worden. Dass die Trauergemeinde so groß war, ist der Bekanntheit des Gastronomen geschuldet. Über Jahrzehnte hinweg gehörten die Namen „Drei Rosen“ und Lungwitz unweigerlich zusammen.

1969 fing für Rudolf Lungwitz der Werdegang im Restaurantbetrieb an, in dem Jahr begann er eine Lehre zum Koch im Haus in der Bahnhofstraße, das damals noch unter dem Namen „Automat“ fungierte und seit 1960 von der HO (Handelsorganisation) als Selbstbedienungsgaststätte betrieben wurde. Ab diesem Zeitpunkt arbeiteten er und seine Frau Waltraud eng zusammen, sie hatte bereits 1963 als Kaffeeköchin im Automat angefangen. Als Rudolf Lungwitz Anfang der 70er-Jahre Gaststättenleiter wurde, waren der erste Sohn Karsten und Tochter Kristina bereits geboren.

Mit Rudolf Lungwitz erhielt das Restaurant seinen Namen zurück

„Mit dem Einstieg in die Gaststätte hat mein Mann seine Berufung gefunden“, erinnert sich Waltraud Lungwitz. Deshalb bewirtete er die Gäste des Hauses nicht nur direkt vor Ort, sondern wurde auch Koch für die Zivilverteidigung und kümmerte sich in dieser Funktion um die Essensversorgung der Helfer, unter anderem bei Katastrophen und Havarien. Damit nicht genug: Auch bei den Turn- und Sportfesten war er vor Ort, um das Bekochen der Sportler zu übernehmen.

Erst 1988 erhielt das Restaurant seinen ursprünglichen Namen „Drei Rosen“ zurück – ein Verdienst des Gastronomen. „Mein Vater hatte das damals so durchgesetzt. Und wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, ließ er sich davon auch nicht mehr abbringen“, erzählt der jüngste Sohn Thomas. Als mit der Wende von der HO die Aussage kam, entweder Familie Lungwitz übernehme den Betrieb oder dieser werde geschlossen, zögerte das Ehepaar nicht lange.

Drei Rosen sorgt für Verpflegung der Bornaer

„Wir haben beide mit 50 Jahren noch einmal ganz vorn vorne angefangen“, sagt Waltraud Lungwitz. Denn weil auch die Zimmer über dem Restaurant leer standen, wurde ihr Mann zudem noch Handwerker. Und mit ihm seine Familie. Kurzerhand wurden die Zimmer gekauft und Hotelzimmer daraus gemacht. „Die Devise meines Vaters war: `nicht morgen – heute`“, erinnert sich Karsten Lungwitz. Alles musste sofort umgesetzt werden.

Und zwar selbst. Der Umbau zum Hotel erfolgte während des laufenden Betriebs des Restaurants. „Und als das Hotel fertig war, hat er gleich mit der Sanierung des Restaurants begonnen“, so der Sohn weiter. Erst die eine Hälfte, dann die andere.

Im vergangenen Jahr erfüllte sich Rudolf Lungwitz einen lang gehegten Wunsch: eine Reise nach Jerusalem. Quelle: Jan Lungwitz

Halbe Sachen kannte Rudolf Lungwitz nicht. „Vor allem aber hat er alle Anfragen möglich gemacht“, macht Thomas Lungwitz deutlich. Selbst wenn schon 200 Gäste da gewesen wären, hätte er kurzfristig Platz für weitere 50 geschaffen. Darüber hinaus verköstigte das Haus die Bornaer bei sämtlichen Veranstaltungen in der Stadt. Sei es beim Sommerspektakel, bei den Stadtfesten oder beim Public Viewing der Fußball-WM 2006: Das „Drei Rosen“ sorgte für das Kulinarische.

Zusammenhalt der Familie war das Wichtigste

Zudem stiegen etliche namhafte Künstler im Hotel ab. Von Andy Borg über City und die Puhdys bis hin zu Ute Freudenberg war alles da, was Rang und Namen hatte. „Und mein Mann konnte alle schon auf den ersten Blick einschätzen und behielt damit auch recht“, erinnert sich Waltraud Lungwitz. Vor allem eines sei für ihn außerordentlich wichtig gewesen: der Zusammenhalt in der Familie. „Er hat uns immer zusammengetrieben und dafür gesorgt, dass alle an einem Strang ziehen“, betont der jüngste Sohn.

Das rastlose, aber freundliche Wesen von Lungwitz kam auch dem Gewerbeverein zugute. „Er war immer sehr interessiert, hat sich gekümmert, wenn Dinge zu erledigen waren“, erzählt Martina Voll vom Gewerbeverein, die Rudolf Lungwitz schon zu HO-Zeiten kennen gelernt hatte. Er werde eine große Lücke in Borna hinterlassen.

Von Julia Tonne

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