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Borna Braune Pleiße: LMBV stellt in Neukieritzsch Varianten zur Reinigung vor
Region Borna Braune Pleiße: LMBV stellt in Neukieritzsch Varianten zur Reinigung vor
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17:01 30.08.2019
Die braun gefärbte Pleiße bei Neukieritzsch mit Blick in Richtung Kraftwerk Lippendorf. Quelle: LMBV/Peter Radke
Neukieritzsch

Die Reinigung der braunen Pleiße war in dieser Woche wieder einmal Thema einer Beratung der LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft) mit Vertretern von Anrainerkommunen, Behörden und Verbänden sowie der Bürgerinitiative Kahnsdorfer See.

Die Pleiße nimmt spätestens, nachdem sie in ihrem Lauf die Kippen der ehemaligen Witznitzer Tagebaue passiert hat, eine braune Färbung an. Diese stammt von wasserlöslichen Eisenverbindungen und ist letztlich eine Folge des Braunkohlebergbaus. Aus den Abraumkippen gelangen die Eisenverbindungen durch Versickerung in die Pleiße.

Suche nach Lösungsmöglichkeiten bereits seit 2007

Die LMBV sucht nach eigenen Angaben schon seit 2007 nach Lösungsmöglichkeiten. Öffentliches Aufbegehren herrschte rund um Kahnsdorf und die dortigen Seen Anfang 2017, als Überlegungen des Bergbauverwalters bekannt wurden, die Pleiße zur Reinigung durch den Kahnsdorfer See zu leiten. Dagegen wendete sich nicht nur eine Bürgerinitiative, sondern auch die Gemeindeverwaltung.

Seitdem ist die Suche nach Lösungsmöglichkeiten weitergegangen. Die LMBV informiert die Beteiligten und Betroffenen in Abständen über den Arbeitsstand, zuletzt geschah das vor über einem Jahr. Nach dem Ausschlussprinzip wurden aus einer Vielzahl möglicher Maßnahmen die gestrichen, „welche objektiv aufgrund bestehender Raumwiderstände, fehlender Wirksamkeit oder Genehmigungsfähigkeit nicht umsetzbar sind“, heißt es seitens der LMBV. Die Einleitung der bereits verunreinigten Pleiße in den Kahnsdorfer See gehört dazu.

Wasser aus dem Hainer See in die Pleiße abgeben

Weiter verfolgt wird unter anderem die Einbindung der Wyhra in den Hainer See. „Diese Einleitung hätte positive Auswirkungen auf die Pleiße und würde die Machbarkeit und Wirksamkeit weiterer verschiedener Lösungsansätze unterstützen“, teilt die LMBV mit. Der Effekt lässt sich kurz so beschreiben: Wenn die Wyhra bei Großzössen in den Hainer See geleitet wird, bevor sie in die Pleiße mündet, führt die Pleiße, während sie an den Kippen vorbeifließt, weniger Wasser. Erst danach wird aus dem Hainer See das saubere Wasser wieder in die Pleiße abgegeben.

Dieser Lösungsansatz werde von der Bürgerinitiative Kahnsdorfer See sowie den Vertretern der Eigentümer des Hainer Sees grundsätzlich begrüßt. Ein Nebeneffekt wäre die wasserwirtschaftliche Nachsorge für den Hainer See.

Pleiße an den Klippen vorbei verlegen

Daneben beschäftigt sich die LMBV auch mit einer neuen Variante, die Pleiße selbst zu verlegen. Nämlich weg von den Kippen, wo das meiste Eisen in den Fluss gelangt, und durch die Witznitzer Seen. Das heißt, die noch saubere Pleiße könnte vor den Kippen in den See geleitet werden und erst nach dem Bereich, in dem jetzt das meiste Eisen eingetragen wird, in ihr Bett zurückgeführt werden. Wörtlich heißt es in der LMBV-Mitteilung: „Dabei wurden verschiedene Varianten für eine Durchleitung hinsichtlich ihrer Verhältnismäßigkeit, technischen Umsetzbarkeit und Wirksamkeit analysiert und bewertet.“

Das nächste Treffen soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 stattfinden. Bis dahin soll eine „ganzheitliche Vorzugslösung“ stehen. Erstmals waren bei dem Treffen, zu dem die LMBV eingeladen hatte, auch Vertreter der Städte Leipzig und Markkleeberg anwesend. Bislang hatten sich die Teilnehmer darüber gewundert, dass gerade diese beiden Städte, die am meisten von einer Reinigung der Pleiße profitieren würden, sich an den Beratungen nicht beteiligt hatten.

Von André Neumann

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