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Borna Bücher, Bier & Bienen: Preise in Frohburg vergeben
Region Borna Bücher, Bier & Bienen: Preise in Frohburg vergeben
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12:19 09.04.2019
Sie gehören zu den Preisträgern des Ideenwettbewerbs. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Bücher gehören nicht auf den Speicher und schon gar nicht ins Altpapier: Lektüre zugänglich machen, die bei der Eingliederung der Kohren-Sahliser Bibliothek in die Frohburger übrig blieb, will der Bürgerverein JaLiMeu in den drei namensgebenden Dörfern Jahnshain, Linda und Meusdorf. Der Ideenwettbewerb im Land des Roten Porphyr leistet dafür eine wichtige Unterstützung: Der Verein gehört zu den Preisträgern und erhält 800 Euro Startkapital. Zu den Initiativen aus der Region, die in Frohburg ebenfalls mit einer solchen Summe bedacht wurden (allesamt 3. Plätze), gehören der Tierparkverein Geithain, die „Landfrauen zur Sonneninsel“ Langenleuba-Oberhain und der Peniger Brauverein.

Maria Stahl und Stefanie Beier vom Bürgerverein JaLiMeu mit Johannes Voigt und Karsten Richter (von links). Quelle: Jens Paul Taubert

„Damit die Bücher nicht in den Kisten verstauben und alle was davon haben“, wolle der Bürgerverein in der alten Jahnshainer Schule - künftig ein Multiples Haus mit verschiedenen, für die Dorfgemeinschaft wichtigen Angeboten - Regale herrichten, sagte Stefanie Beier vom Vereinsvorstand: „Wir wollen aber auch eine oder mehrere alte Telefonzellen beschaffen. Da kann sich jeder Bücher rausnehmen und andere reinstellen.“ Solche ausgedienten Häuschen könne man kaufen, doch billig seien die nicht, ergänzte Maria Stahl. Das Preisgeld dürfte reichen, mindestens einen Anfang zu machen: „Schön wäre es, wir hätten bald in jedem unserer drei Dörfer so eine kleine Bibliothek.“ Flankieren wolle man diese Buchausleihe mit literarischen Veranstaltungen, Vorlese-Nachmittagen oder einer Lesenacht.

Claus Wiebers und Thomas Muhl vom Tierparkverein Geithain mit Johannes Voigt und Karsten Richter (von links). Quelle: Jens Paul Taubert

30 Vereine und Initiativen hatten beim Regionalmanagement der Leaderregion Projekte eingereicht; zehn davon stammen aus dem Einzugsbereich des Tourismusvereins Borna und Kohrener Land. „Weil es so viele guten Beiträge sind, gibt es nicht nur einen ersten Platz, sondern auch zwei zweite und sogar vier dritte“, sagte Johannes Voigt, der der Lokalen Aktionsgruppe vorsteht: „Gewonnen haben wir alle - und das war die Absicht.“ Ehrenamtliche öffentlich zu würdigen und obendrein mit ein bisschen Geld auszustatten, sei zweifach wichtig, meinte Karsten Richter, Vorsitzender des Tourismusverbandes: „So können wir dazu beitragen, dass Ideen auch umgesetzt werden.“ Ehrenamtliche Mitstreiter zu bestärken, sei gerade auf dem Land unverzichtbar, wo solches Engagement einen großen Stellenwert besitze.

Karsten Richter, Kerstin Nitsche und Helga Petzold von den „Landfrauen zur Sonneninsel“ und Johannes Voigt (von links). Quelle: Jens Paul Taubert

Zu einem unmittelbaren Kontakt zu Tieren einladen, will der Tierparkverein Geithain mit seiner Tierpark-Vesper. Von der Vorbereitung in der Futterküche bis zum Füttern wolle man Kinder, Familien, Ältere einbeziehen, sagte Vereinschef Thomas Muhl: „Wir wollen noch stärker ran an die Bevölkerung, für die wir den Park schließlich betreiben.“ Schon heute empfange man gern Gruppen aller Generationen. Die nun geplanten, anderthalb Stunden langen Vespern sollen noch mehr Nähe schaffen „und mehr positive Schlagzeilen“. Die 64 Mitglieder des Vereins betreuen aktuell 73 Tiere, Tendenz sinkend, um behördlichen Auflagen zu entsprechen, die eine Konzentration auf wenige Arten nahelegen.

Carolin Schneider-Delau möchte mit ihrem Verein die Peniger Brautradition neu beleben. Quelle: Jens Paul Taubert

Um deutlich kleinere Tiere geht es den Oberhainer Landfrauen. „Wir möchten ein Insekten-Hotel auf einer Streuobstwiese aufstellen und brauchen die Mithilfe vieler im Dorf“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Nitsche. Die Behausung werde aus zahlreichen Kästen und Schüben zusammengefügt, die von der Schule, der Kindertagesstätte, von Familien mit geeignetem Material bestückt werden könnten. Flankierend denke man an eine Exkursion, an die Thematisierung des Wertes von Insekten in der Grundschule. „Einweihen wollen wir das Hotel mit einem kleinen Fest zusammen mit den Landmädels, die etwas Schönes kochen.“

Nicht um Speisen, um ein Getränk geht es dem Peniger Brauverein: Er will die Tradition der Bierherstellung, die in der Stadt seit 1485 nachweisbar ist, wiederbeleben. Ziel sei es, bald wieder Bier zu brauen, sagte Vereinschefin Carolin Schneider-Delau. Dafür müsse man eine Brauanlage anschaffen. Außerdem plane man ein kleines Braumuseum.

Kommentar: Ideen machen sich bezahlt

Kommentar von Ekkehard Schulreich

Als Horizont nicht die Wohnstuben-Tapete oder die Thuja-Hecke akzeptieren: Wer sich in einen Verein einbringt, macht das nicht, weil er (Vereins-)Meier heißt. Facettenreich ist das, was in der Region an Vereinskultur gewachsen ist – die auf ihre Weise zu etwas beiträgt, das man mit Augenzwinkern als blühende Landschaften bezeichnen kann. Umso wichtiger ist es, dass solches Engagement nicht nur mit warmen Worten gewürdigt wird, sondern eine tatsächliche Förderung erfährt.

Der Ideenwettbewerb im Land des Roten Porphyrs trägt genau dem Rechnung. Zwar lief die Teilnahme etwas schleppend an, doch lagen am Ende 30 Vorhaben auf dem Tisch. Sie nehmen verschiedene Lebensbereiche in den Fokus, leisten aber vor allem eines: Sie verbinden Menschen. Sympathisch ist es da, dass die Jury das zur Verfügung stehende Preisgeld nicht streng auf drei Preisträger konzentrierte. Wenn es auch sonderbar klingt, dass es zwei zweite und vier dritte Plätze und diverse Anerkennungen gibt: Es ist richtig, in Abstufungen alle teilhaben zu lassen.

Gewinner sind alle. Dieser Kernsatz fiel bei der Preisvergabe. Er meint die Vereine, die sich bewarben. Er meint die Orte, in denen sie aktiv sind. Er meint die Menschen in der Region insgesamt, denn die Menge solcher Mosaiksteine macht das Lebensumfeld erst lebenswert. Ein paar Hundert Euro sind nichts Weltbewegendes, doch helfen sie, Grundsätzliches zu bewegen. Der Wettbewerb verlangt deshalb nach einer Neuauflage.

e.schulreich@lvz.de

Von Ekkehard Schulreich

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