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Borna Bühne frei für junge Bands aus Nordsachsen und dem Landkreis Leipzig
Region Borna Bühne frei für junge Bands aus Nordsachsen und dem Landkreis Leipzig
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11:46 27.01.2017
Beim Band Clash im Leipziger Werk II nehmen zwei Bands aus dem Landkreis Nordsachsen und drei aus dem Kreis Leipzig teil.  Quelle: LVZ
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Landkreis Leipzig/Nordsachsen

 Von sanften Pop-Klängen bis zu harten Metal-Tönen: Beim Band Clash treten am Sonnabend im Leipziger Werk II junge Bands aus der ganzen Region an – darunter auch zwei aus dem Landkreis Nordsachsen und drei aus dem Kreis Leipzig. Die drei Gewinner aus diesem Regionalfinale Sachsen West werden sich dann am 17. März mit den Siegern aus Sachsen Ost messen.

Beim Band Clash im Leipziger Werk II nehmen zwei Bands aus dem Landkreis Nordsachsen und drei aus dem Kreis Leipzig teil.

Die drei Jungs vom Eilenburger Gymnasium

Die Initialen des Martin-Rinckart-Gymnasiums trägt die Eilenburger Band Emerge im Namen, ergänzt um ein paar e. Emerge heißt auf Deutsch „hervortreten“, „sich herausschälen“ oder auch „auftauchen“ – und das Gymnasium war nicht unbeteiligt am Auftauchen, denn Emerge entwickelte sich aus der AG Schülerband. Dort herrschte ein Kommen und Gehen bis schließlich eine feste Konstellation gefunden war. Als die Schülerband Gitarristen suchte, meldete sich Phillip, damals Achtklässler. Später übernahm er auch den Gesang. Am Schlagzeug saß da bereits Tom.

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Nach verschiedenen Bassisten stieß schließlich Thi zu ihnen. Der war eigentlich Keyboarder. „Ich habe wegen der Band angefangen, Bass zu spielen“, sagt Thi. Zur Zufriedenheit seiner Kollegen wurde er schnell mit diesem Instrument vertraut. In nahezu dieser Besetzung hatten sie 2013 in den Hallen ihrer Schule den ersten Auftritt. Weitere folgten im Eilenburger Haus VI, beim Stadtfest oder auch beim Leipziger Bandmarathon. Freitags nach Schulschluss verwandelt sich ein Klassenzimmer in den Proberaum der Jungs. Phillip und Thi sind in der zwölften Klasse, während Tom noch zwei Stufen vor sich hat.

Es steht noch nicht fest, ob es nach dem Abi für sie als Band weitergeht. Während sie zunächst nur Titel gecovert haben, schreiben sie seit circa einem Jahr auch eigene Songs. So finden sich neben Titeln von Metallica, Nirvana, Green Day oder Deep Purple auch Eigenkompositionen. Sie sagen, sie spielen „Alternative Rock mit ein bisschen Metal“.

Die Geräusche-Macher aus Grimma

Laut wird es im Probenraum, wenn die drei Jungs von Der Geräusch loslegen. Ihren Musikstil bezeichnen sie als eine Mischung aus Punkrock und Grunge. „Gemeinsam Musik machen wir seit 2015. Als Band haben wir uns im März letzten Jahres zusammengefunden“, sagt Peter Wißkirchen. Er spielt Gitarre, Franzel Schütz sitzt am Schlagzeug und Henri Ebert spielt Bass, den Gesang übernehmen alle.

Ihre musikalischen Vorbilder sind echte Klassiker: Nirvana, The Beatles, Queens Of The Stone Age und Billy Talent. Die Texte und Musik von Der Geräusch sind aber keineswegs gecoverte Stücke. „Wir schreiben alles selbst“, so Henri. Gesungen wird auf Englisch.

Der Probenraum liegt im Haus von Franzels Oma im Grimmaer Ortsteil Pöhsig. „Wir finden es super, dass Oma den Lärm erträgt“, sagt Franzel. Die Wände des Zimmers und die Dachschrägen sind zwar mit Eierkartons ausgekleidet. „Aber das ist eigentlich nur fürs Gefühl.“ Beschwert hat sich über die Musik im Dorf noch niemand – ein gutes Zeichen, dass die Jungs sich hören lassen können. „Eigentlich proben wir immer sonntags. Jetzt vor dem Bandclash auch ein paar mal öfter“, so die drei Schüler vom Gymnasium St. Augustin in Grimma.

Ob sie später mit Musik ihr Geld verdienen wollen, wissen sie noch nicht. Nur Schlagzeuger Franzel ist sich schon sicher. Er möchte Komposition und Schlagzeug an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig studieren. In der noch jungen Bandgeschichte haben sie bereits vier Auftritte gehabt, nun steht das Regionalfinale an.

Die Himmelsstürmer aus Delitzsch und Leipzig

Take All To Heaven spielen in ihrer jetzigen Besetzung seit 2015. „Wir hatten vor, ins Studio zu gehen. Da brauchten wir noch einen Bassisten“, erzählt Jan, der am Schlagzeug sitzt. „Quasi hatten wir den Studiotermin, bevor die Band komplett war“, ergänzt Sänger Niklas. Davor hatte das Bandprojekt noch einen anderen Namen. Mit Gabriel und Bastian fehlten noch der zweite Gitarrist und eben ein Bassist. Sänger Niklas war da schon seit einem Jahr am Mikrofon. Eine Anzeige auf Facebook brachte ihn in die Band, die damals aus Sebastian an der Gitarre und Drummer Jan bestand.

Zu fünft feilten sie an Songs und nahmen eine Demo auf. Ihre erste EP „Faith“ erschien 2016. Sie enthält neben fünf Liedern auch ein Stück mit der Band Arctic Island. Es folgten Auftritte in Leipzig, etwa in der Halle 5 oder auch im Four Rooms. Auftritte und Wettbewerbe führten sie zudem ins Umland. Aus dieser Gegend, der „dörflichen Umgebung von Leipzig“ stammen sie auch – bis auf Gabriel, den es aus Thüringen nach Leipzig zog und Niklas. Der steht in Delitzsch kurz vor dem Abi. Seine Schule, das Delitzscher Ehrenberg-Gymnasium, stand für die Band beim Wettbewerb Pate.

Zwar ist keiner in der Gruppe älter als 21, aber dem Schulalter sind Take All To Heaven schon entwachsen. Merchandising, die erste EP und bald auch das erste Musikvideo sind im Kasten: Das wirkt professionell, obwohl sie nicht danach trachten, mit ihrem Post-Hardcore oder Metalcore „auf Krampf berühmt zu werden“. mn

Rock ’n’ Pop aus dem Bornaer Freizeitzentrum

Wenn die Wände im Freizeitzentrum in Borna Ost wackeln und Bässe durch die Gänge vibrieren wissen alle: Die Jungs von 5Raumfenster proben! „Die Idee für den Bandnamen hatte mein Vater“, erklärt der 17-jährige Conny. „Wir hatten ein paar englische Namen im Sinn, die fand er alle scheiße. Und dann kam er mit 5Raumfenster um die Ecke.“ Das würde auch so gut passen, ergänzt Sänger Lenny. „Wir sind jetzt fünf Leute und unser Proberaum hat fünf Fenster.“

Ihren Musikstil bezeichnen sie als Rock-Pop. Die Textideen kommen meistens von Schlagzeuger Conny. Den Feinschliff bekommen die Zeilen dann aber von allen. „Wir überarbeiten alles gemeinsam im Proberaum. Ab und zu schreiben wir aber auch im Unterricht, das gebe ich zu“, witzelt Lenny, ebenfalls 17 Jahre alt.

Die Lehrer scheinen darüber nicht allzu verärgert zu sein, animierte eine Lehrerin die Band doch zur Teilnahme am Band-Clash-Wettbewerb. „Sie hat Conny einen Artikel darüber gegeben, weil sie wusste, dass er in einer Band spielt“, sagt Lenny. Ein Foto des Artikels ist in einem Whatsapp-Chat der Jungs gelandet. „Und dann dachten wir: Einfach machen! Wir haben ja nichts zu verlieren“, ergänzt Conny.

Natürlich würden sich die Bandmitglieder einen Sieg wünschen, „aber in erster Linie wollen wir spielen. Vor einem großen und für uns neuen Publikum. In Leipzig“, sagt Conny. Diese Chance wollten sie sich nicht entgehen lassen.

Frohburger Heavy Metal aus dem Kinderzimmer

Ein Einfamilienhaus in Frohburg. Die Schuhe aus bitte und einmal die Treppe hoch ins Kinderzimmer. Dort proben die Jungs von Line Out. Dass der Proberaum mit einem Kinderzimmer nicht mehr viel zu tun hat, wird deutlich, als der 18-jährige „Hausherr“ André die Tür zu seinem Reich aufmacht. Professionelles Equipment, stylische Möbel und vor allem – ein harter Sound.

„Das war nicht immer so. Früher haben Alfred, André und ich in einer Coverband gespielt“, sagt Florian, den alle nur „Uhl“ nennen. Nach einem Auftritt, auf dem sie rockigere Klänge angeschlagen haben, haben sie Blut geleckt. Mittlerweile ist ihre Musik beeinflusst von deutschem Metal, 70er- und 80er-Jahre Old School Metal und modernem „abgefuckten Zeug“, wie André es beschreibt. „Genau definiert ist das noch nicht. Wir diskutieren da noch – mit Arend“, lacht Uhl, der am Freitag seinen 20. Geburtstag feiert. Dass die Geschmäcker verschieden sind, ist kein Nachteil. Im Gegenteil, röhrt dadurch doch ein individueller Stil durch das elterliche Wohnhaus. „Allerlei-Mische“ nennt André das.

Die Idee zur Teilnahme am Band Clash kam von Bassist Benjamin. „Wir sind eine relativ junge Band und wollen einfach mal vor einem großen Publikum spielen“, sagt der 20-Jährige. „Außerdem wollte ich meinen Geburtstag unbedingt auf einer großen Bühne spielen“, sagt das Geburtstagskind. „Ich hoffe, ihr kommt alle und gratuliert mir“, fordert er. Über ein Stück Torte würde er sich übrigens auch freuen.

Von nhr, tku, mn