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Borna Bunte Schule in Kitzscher bleibt ungewiss
Region Borna Bunte Schule in Kitzscher bleibt ungewiss
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13:06 14.03.2019
Der Stadtrat hat erste Aufträge für die energetische Sanierung der Oberschule Kitzscher vergeben. Die wird vorläufig wahrscheinlich nicht so bunt, wie von vielen erhofft. Quelle: André Neumann
Kitzscher

Wird die Oberschule Kitzscher nun doch nicht so bunt, wie es der in Borna ansässige Maler Michael Fischer-Art vorschlägt? Dessen farbige Comic-Malerei war als Gegenentwurf zu den überwiegend in Grau gehaltenen ersten Plänen des mit der Sanierung beauftragten Architekturbüros auf einer Versammlung von Lehrern und Eltern eindeutig favorisiert worden. Umzusetzen ist er aber nicht so einfach, wie man sich das gedacht hatte.

Entwurf von Michael Fischer-Art für die Oberschule Kitzscher. Quelle: Michael Fischer-Art

Davon musste sich auch Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) überzeugen lassen. Der hatte bei der Vorstellung in der Schule ebenso wie Schulleiterin Dagmar Schulz noch deutlich gemacht, dass eine graue Schule für ihn nicht in Frage kommt. Seine Vorstellung war: Der vom Ingenieurbüro vorgesehene Anstrich werde aus den Kosten herausgerechnet, stattdessen malt Fischer-Art die Schule bunt an. Man müsste dann nur noch das Geld für den Mehrpreis auftreiben.

Energetische Sanierung bringt farbigen Putz

Funktioniert so aber nicht, mussten Schramm und alle Verfechter der bunten Schule jetzt erst einmal einsehen: Denn die wird keineswegs einfach nur angestrichen. Die Schule wird energetisch saniert, dafür und nur dafür bekommt die Stadt die mehr als zwei Millionen Euro Fördermittel.

Ein Hauptbestandteil des Projektes ist das sogenannte Wärmeverbundsystem für die Fassade. Das besteht aus bestimmten dämmenden Materialien und aus einem darauf abgestimmten Putz. Der aber wird nicht mit Farbe überstrichen. „Dieser Putz ist farbig, da kann man den Farbanstrich nicht herausrechnen“, sagt Schramm.

Die Stadt müsse ein fertiges, komplettes Wärmeverbundsystem bestellen, so der Bürgermeister. Deswegen ist für Schramm klar: „Den Anstrich durch Fischer-Art wird es im Rahmen der energetischen Sanierung nicht geben.“ Und später?

Fischer-Art-Vorhaben für Schule hat Wirbel ausgelöst

Das wäre ein Projekt, „das wir im Nachgang angehen können“, fügt der Bürgermeister vorsichtig hinzu. Man müsse aber erst wissen, was das kosten würde. Zwar sei auch er daran interessiert, mit der Gestaltung der Oberschule etwas Besonderes zu schaffen. Allerdings macht Schramm auch deutlich, dass ihm der öffentliche Wirbel um die Gestaltung der Schule in den letzten Tagen zu groß geworden ist.

Das zeigte sich beispielsweise auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates, als mehrere Aufträge im Rahmen der Schulsanierung zu vergeben waren. Als Ex-Bürgermeister Hartmut Harbig (CDU) wissen wollte, ob eins der jetzt zu vergebenden Gewerke schon mit der Farbgebung zu tun habe, verwies Schramm jede Diskussion darüber in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

Kitzscher arbeitet an neuem Farbkonzept

Mittlerweile sollen neue Vorschläge des Architekturbüros zur Fassadengestaltung in Umlauf sein, die ein paar mehr farbige Elemente aufweisen als der erste Entwurf. Da gab es zwischen großflächigem Grau nur gelbe Stege zwischen den Fenstern und zwei gelbe Türen. Der Schule scheint das längst nicht zu reichen. Im Büro der Schulleiterin lehnt fast trotzig an der Wand ein gerahmtes Bild mit dem Fischer-Art-Entwurf.

Schramm will sich zur aktuellen Entwicklung in der Farb-Debatte nicht weiter äußern, weil man noch keine Antworten habe. Er sagt nur: „Es wird ein neues Farbkonzept erstellt.“ Zur Sitzung des Stadtrates habe das noch nicht vorgelegen.

Erste Aufträge für Sanierungsprojekt erteilt

Das Gremium hat unterdessen die ersten Aufträge vergeben. Immerhin soll es Anfang April losgehen. Die Baustelleneinrichtung baut ein Unternehmen aus Niederdorf bei Stollberg im Erzgebirge auf. Mit 59.000 kostet das erste Los beinahe doppelt so viel, wie berechnet (32.000 Euro). Insgesamt liegt das Projekt laut Bürgermeister aber im Plan, weil andere Gewerke preiswerter würden.

Den Auftrag für Abbruch, Erdarbeiten und Drainage bekommt das Unternehmen Schornstein- und Industrieabruch Voigt aus Borna. Das Los Dichtung geht an eine Firma aus Linda bei Gera. Die hatte auch für die Perimeterdämmung (Wärmedämmung im Bodenbereich) das günstigste Angebot abgegeben. Für Blitzschutz und Erdung erteilte der Stadtrat einem Unternehmen aus Zeulenroda-Triebes den Zuschlag.

Von André Neumann

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