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Borna CDU in Groitzsch klar vorn – AfD-Kandidat punktet
Region Borna CDU in Groitzsch klar vorn – AfD-Kandidat punktet
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17:38 27.05.2019
Die Stimmzettel zur Stadtratswahl in Groitzsch sind ausgezählt. Quelle: Andre Kempner
Groitzsch

Als das übliche Geschäft könnte die Stadtratswahl von Groitzsch bezeichnet werden. Aber nur beim flüchtigen Blick.

CDU kann gegen den Trend zulegen

Die CDU wiederholt ihren Wahlsieg von 2014 und legt sogar noch einige Punkte zu. Sie stellt mit acht Abgeordneten wieder fast die Hälfte des Gremiums. Die FDP mit vier Sitzen und die SPD mit zwei Mandaten vervollständigen das „Übliche“.

Grüne landen auf Platz zwei

Doch die zwei Plätze für Bündnis 90/Die Grünen und vor allem der Durchmarsch des AfD-Kandidaten sprengen den Rahmen. Torsten Breidel erhielt 1500 Stimmen und damit knapp doppelt so viele wie der Nächstbeste (Mario Bliß, CDU, 782). Was dazu führt, dass er zwei Sitze gewann, womit einer wegen fehlender weiterer Bewerber der Partei nicht besetzt wird. Groitzsch geht also nur mit 17 statt 18 Stadträten in die Wahlperiode.

Der Stadtrat von Groitzsch

CDU – 8 Sitze:

Mario Bliß 782 Stimmen, Andreas Zielke 731, Werner Schade 527, Jens Riemann 457, Mario Gomille 439, Rico Fiedler 298, Antje Wildensee 261, Mario Straßburger 225; nicht gewählt: Hennig Gräber 224, Falk Papmeyer 191, Michael Konietzky 152, Jens Schilling 130, Frank Kunerl 63, Renee Heilmann 53, Stefan Simanek 40.

FDP – 4 Sitze:

Dieter Hager 696, Adelheid Böhmichen 405, Kai Ludwig 235, Steffen Sokolowski 225; nicht gewählt: Michael Thiel 124, Maik Nowotny 114, Helmut Krieg 108, Rico Meuschke 88, Peter Landmann 64, Jana Böhme 54, Jörg Kipping 43, Mike Leiwelt 39.

SPD – 2 Sitze:

Lothar Gläser 462, Jörg Großkopf 407; nicht gewählt: Sophie Lippold 179, Diethard Kahnt 169, Karin Heimann 105, Günter Lippold 48.

B 90/Grüne – 2 Sitze:

Jens Hausner 577, Ingo Thienemann 360; nicht gewählt: Tilo Sievert 238.

AfD – 2 Sitze (nur einer besetzt):

Torsten Breidel 1500.

CDU-Fraktionschef Andreas Zielke ist zwiegespalten gestimmt. „Mit unserem Ergebnis vor Ort können wir zufrieden sein.“ Das sei eine Bestätigung, zumal die acht schon Abgeordnete sind. Doch wenn er auf den Kreistag und die Europawahl in Sachsen schaue... Wobei der Frust über die Bundes- und Landespolitik auch auf die Stadt durchschlage, wie das AfD-Resultat zeigt. „Wir müssen auf jeden Fall mehr tun für folgende Generationen.“

Liberale künftig nicht mehr im Parlament von Groitzsch

Die FDP hat nun einen Stadtrat mehr. „Viele sagen: ein gutes Ergebnis“, erzählt Rückkehrer Dieter Hager. „Aber ich bin nie zufrieden.“ Da die Partei zwei Wählervereinigungen ins Boot geholt hat, müsste es eigentlich ein Sitz mehr sei, findet er. „Und es tut mir weh, dass bei den Frustwählern die kommunalpolitischen Dinge kaum eine Rolle spielen.“ Auf jeden Fall jedoch freue er sich, wieder im Parlament mitzuarbeiten.

Das Thema „Kohle/Pödelwitz“ und der allgemeine Zuwachs für die Grünen hat die Partei neu und doppelt in den Stadtrat gebracht. Jens Hausner war für eine Stellungnahme jedoch nicht zu erreichen. Der generelle Stimmenbeste Breidel von der AfD dankt für das Vertrauen. „Ich werde mein Bestes tun, um den Erwartungen gerecht zu werden.“ Demnächst will er über die sozialen Netzwerke präsent und ansprechbar sein.

Ein Platz bleibt frei im Groitzscher Stadtrat

„Viele bisherige Stadträte haben den erneuten Einzug geschafft“, sieht Bürgermeister Maik Kunze (CDU) eine gewisse Konstanz für die Arbeit der Abgeordneten. Bei den drei etablierten Parteien haben alle Ratserfahrung. Lediglich das Trio von den beiden neuen Listen müsse die Abläufe kennenlernen. Dass ein Mandat nicht besetzt wird, bedauert Kunze. „Aber da die Linken zuletzt keinen Nachrücker hatten, war das in den vergangenen Monaten schon so.“ Zur Wahl ist Die Linke dann nicht mehr angetreten.

Von Olaf Krenz

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