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Borna CDU lässt im Kreis Leipzig Federn – AfD mit nur einem Sitz weniger
Region Borna CDU lässt im Kreis Leipzig Federn – AfD mit nur einem Sitz weniger
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14:47 04.06.2019
Der alte Kreistag bei seiner letzten Entscheidung: Im neuen Parlament gibt es neue Machtverhältnisse. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Strahlende Sieger und fassungslose Verlierer – im Landkreis Leipzig war die Stimmung einen Tag nach der Kreistagswahl sehr gemischt. Die CDU bleibt zwar stärkste Kraft, muss aber deutliche Einbußen verkraften und hat nur noch einen Sitz mehr als die AfD.

CDU verliert im Kreis Leipzig zweistellig

Zwischen Thallwitz und Geithain lassen die Christdemokraten ordentlich Federn. Sie verlieren zweistellig und kommen nur noch auf 23,3 Prozent. Bei der Wahl 2014 hatte es noch zu unangefochtenen 35 Prozent gereicht. Die Alternative für Deutschland verbucht erhebliche Zugewinne und stellt mit 21,5 Prozent die zweitstärkste Fraktion im neuen Kreistag. War man bislang nur mit einem Duo vertreten, werden künftig 19 AfD-Kreisräte dem Parlament angehören. Die Unabhängige Wählervereinigung gehört zu den Gewinnern der Wahl und legt auf 16,4 Prozent (2014: 15,1 Prozent) zu.

Für den Groitzscher Bürgermeister und CDU-Kreisfraktionschef Maik Kunze war das Ergebnis nach eigener Darstellung absehbar, „auch wenn mich die Verluste in dieser Größenordnung überrascht haben. Jetzt müssen wir versuchen, das Beste daraus zu machen und vernünftige Arbeit im Interesse der Bürger zu leisten.“ Die CDU werde wie bereits in der Vergangenheit konstruktiv mit allen zusammenarbeiten, denen an Sacharbeit im Landkreis gelegen sei.

AfD hinterfragt Dorf der Jugend

Für die AfD freute sich Kreissprecher Bodo Walther nicht nur über seinen persönlichen Einzug in den Kreistag, sondern das Abschneiden der Partei insgesamt. „Wir gratulieren allen anderen Gewählten und freuen uns auf die konstruktive Zusammenarbeit im Kreistag.“ Wie vor der Wahl angekündigt werde man als erstes einen Antrag stellen, für Asylbewerber Geld- auf Sachleistungen umzustellen. „Den Fokus werden wir auch auf die Jugendhilfe legen und uns anschauen, wo die Gelder überhaupt hingegen.“ Als Stichwort nennt Walther dabei ausdrücklich das Dorf der Jugend in Grimma, dessen Förderung es zu hinterfragen gelte. Auch die Wiedereröffnung von Schulstandorten wolle man zeitnah thematisieren.

Unabhängige Wähler legen leicht zu

„Ich bin stolz auf unser Ergebnis“, lässt sich Ute Kniesche, Frontfrau der UWV, zitieren. „Grimma ist unsere Hochburg, daran hat sich nichts geändert“, erklärt die Nerchauerin. „Auch wenn der Zuwachs gegenüber 2014 nur gering ausfällt, können wir mit unserem Resultat angesichts der übrigen Verwerfungen zufrieden sein.“ Sorgen bereitet Kniesche aber dennoch das Wahlergebnis insgesamt, vor allem die hohen Zustimmungswerte der AfD. In ihren Augen müsse sich vor allem die CDU bewegen und „von ihrem hohen Ross heruntersteigen“.

Auszählung der Stimmen dauert am Montag an

Bis in die Morgenstunden waren in den meisten der 30 Kommunen die Stimmen ausgezählt. Das letzte Ergebnis eines Grimmaer Briefwahlbezirkes ließ besonders lange auf sich warten. Erst gegen 15.22 Uhr spuckte der Computer das vorläufige Endergebnis für die Kreistagswahl aus.

SPD wegen des schlechten Abschneidens in Erklärungsnot

Was besonders Linke und SPD in der Gesamtschau zu sehen bekamen, konnte sie nicht ansatzweise zufriedenstellen. Die SPD sackte auf 13,4 Prozent ab. „Wenn ich eine Erklärung dafür hätte, wüsste ich auch ein Gegenpatent“, tat sich SPD-Kreischef Markus Bergforth mit einer Ad-hoc-Analyse zunächst schwer. Im Hinblick auf die AfD habe offenbar auch die allgemeine Erkenntnis, dass bei Kommunalwahlen vor allem Personen zählen, ihre Gültigkeit verloren. „Denn wirklich bekannte Gesichter hatte die AfD ja nicht auf ihrer Liste“, wundert sich Bergforth. Um so mehr ist die Kreis-SPD froh, mit bekannten Köpfen wie Karsten Schütze und Petra Köpping gegengehalten zu haben. „Die Arbeit engagierter Sozialdemokraten vor Ort hat unseren Fall immerhin noch etwas abgebremst“, erklärt der Brandiser.

Die Fraktion der Linken schrumpft – nur noch elf Sitze

Die Linken, die sich lange ein Kopf-Kopf-Rennen mit der SPD geliefert hatten, kamen schließlich auf 13,3 Prozent. Die Fraktion schrumpft – auch bedingt durch die Verkleinerung des Kreistages – auf nur noch elf Abgeordnete (2014: 18 Mandate). Die Grünen – bislang mit zwei Leuten präsent – legten ordentlich zu und ziehen mit sechs Männern und Frauen in den Kreistag ein. Eine Größe, ab der die Hauptsatzung die Bildung einer Fraktion zulässt. Diesen Status hat die FDP erneut verfehlt. Die Liberalen bringen es auf vier Sitze und halten damit ihr Ergebnis von 2014. „Wir werden sicher Schnittmengen mit CDU und UWV ausloten“, erklärte der Groitzscher Dieter Hager. „Das werden wir als Quartett aber noch gemeinsam entscheiden.“

Stimmenkrösus bei der Kreistagswahl ist der Grimmaer OBM Matthias Berger, der für die UWV 11 550 Kreuze holt. Einen weiteren Topwert verbucht Karsten Schütze (Markkleeberg, 7656 Stimmen).

So setzt sich der neue Kreistag zusammen

CDU

Maik Kunze 7046

Holger Schulz 4323

Karsten Richter 3579

Beate Lehmann 3211

Birgit Kaden 3051

Thomas Pöge 2856

Oliver Fritzsche 2505

Anne-Katrin Seyfarth 2463

Thomas Hellriegel 2385

Stefan Müller 2367

Ludwig Martin 2260

Karsten Frosch 2241

David Zühlke 2097

Josef Eisenmann 2074

Jürgen Schmidt 2023

Lutz Simmler 1785

Henry Kunze 1724

Siegmund Mohaupt 1619

Heike Helbig 1334

Uwe Wellmann 1279

AfD

Lars Herrmann 7331

Michael Krause 4152

Gisela Fritzsche 3790

Tino Köcher 3662

Stefan Meißner 3254

Ingo Börner 3028

Bodo Walther 3011

Susann Müller 2817

Ilka-Simone Hildebrandt 2652

Kay Knöbel 2049

Stefan Bischoff 1907

Falk Jahr 1846

Ingo Arndt 1831

Helmut De Vecchis 1706

Anke Naumann 1506

Sven Großer 1285

Michael Schwitalla 1036

Sebastian Weber 1025

Gerd Berger 882

UWV

Matthias Berger 11 550

Michael Hultsch 4145

Matthias Schmiedel 2828

Frank Rudolph 2533

Maik Schramm 2260

Uwe Herrmann 1905

Jürgen Kretschel 1802

Andreas Dietze 1775

Jens Spiske 1591

Adalbert Rösch 1281

Ute Kniesche 984

Steffen Richter 907

Albrecht Rosenkranz 874

Reiner Rahmlow 448

SPD

Karsten Schütze 7656

Gabriela Lantzsch 4076

Arno Jesse 3550

Petra Köpping 3247

Uwe Weigelt 2956

Dietmar Berndt 1909

Thomas Glaser 1390

Oliver Urban 1456

Mandy Sörgel 1190

Birgit Kilian 737

Sebastian Bothe 698

Evelin Müller 424

Die Linke

Simone Luedtke 4970

Bernd Laqua 4126

Maria Gangloff 3303

Rosemarie Jahn 1840

Tim Barczynski 1779

Ulrich Gäbel 1710

Siegfried Runkwitz 1608

Ronald Gängel 1594

Jens Kretzschmar 1491

Roswitha Brunzlaff 1346

Wolfram Lenk 765

Bündnis 90/Die Grünen

Joachim Schruth 3203

Tommy Penk 1936

Andrea Hesse 1936

Matthias Vialon 1611

Diane Apitz 1341

Michael Franz 994

FDP

Stephan Mielsch 1157

Dieter Hager 999

Manfred Heinz 689

Klaus Burkhardt 611

Von Simone Prenzel

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