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Borna Kohle-Gegner beenden Proteste – Tagebau Jänschwalde arbeitet wieder
Region Borna Kohle-Gegner beenden Proteste – Tagebau Jänschwalde arbeitet wieder
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12:39 01.12.2019
Ende-Gelände Blockade im Tagebau Schleenhain bei Leipzig. Quelle: www.imago-images.de
Cottbus/Leipzig

Die Proteste der Klimaschützer in den Braunkohleregionen in der Lausitz und im Leipziger Revier sind zu Ende – und der Bergbaubetreiber Leag hat wieder mit der Produktion begonnen. Der Tagebau und das Kraftwerk Jänschwalde seien wieder im normalen Betrieb, teilte Leag-Sprecher Thoralf Schirmer mit.

Mehrere Hundert Kohlegegner waren am Samstagvormittag in die Tagebaue Jänschwalde und Welzow-Süd gestürmt. Sie besetzten an vier Orten die Kohlebahnen zum Kraftwerk Jänschwalde und blockierten damit die Kohleversorgung des Meilers. Auch im Leipziger Revier hatten Aktivisten des Bündnisses Ende Gelände den Tagebau blockiert.

Die Leag stoppte daraufhin aus Sicherheitsgründen den Grubenbetrieb in Jänschwalde. Das Kraftwerk wurde auf einen Minimalbetrieb heruntergeregelt, um mit den vorhandenen Kohlevorräten die Fernwärmeversorgung für die Städte Cottbus und Peitz aufrechterhalten zu können. Am Abend zogen die Demonstranten dann ab und erklärten die Aktion, mit der sie einen früheren Ausstieg aus der Braunkohle erzwingen wollten, für beendet.

Leag-Chef: Ende Gelände hat keinen Rückhalt in der Lausitz

Leag-Vorstand Helmar Rendez zeigte sich nach dem Abzug der Demonstranten erleichter. „Unsere schlimmsten Befürchtungen sind nicht eingetreten – trotz der großen Anzahl an Kohlegegnern, die auf unser Betriebsgelände vorgedrungen ist und des unmittelbaren Eingriffs in die Strom- und Wärmversorgung“, sagte er. Dies sei der starken Polizeipräsenz zu verdanken. Die vielen Gegenkundgebungen und das geschlossene Auftreten der Lausitzer habe gezeigt, dass Ende Gelände in der Lausitz keinen Rückhalt habe.

Alle weiteren Aktionen für Sonntag wurden von den Kohle-Gegnern abgesagt, wie Brandenburgs Polizeipräsidium bestätigte. Auch in Sachsen gab es am Sonntag nach Angaben des Lagezentrums im Innenministerium keine neuen Proteste. Die Lage in den Regionen habe sich beruhigt.

Auch in Sachsen gab es am Sonntag nach Angaben des Lagezentrums im Innenministerium keine neuen Proteste. Die Lage in den Regionen habe sich beruhigt.

Tausende Klimaschützer hatten am Samstag Braunkohle-Tagebaue in Brandenburg und Sachsen blockiert. Sie besetzten die Gruben in Jänschwalde und Welzow-Süd in Brandenburg sowie den Tagebau Vereinigtes Schleenhain im Leipziger Revier. Zudem blockierten sie an mehreren Stellen Gleise der Kohlebahn.

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Zu den Protesten hatte das Bündnis „Ende Gelände“ aufgerufen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit verließen die Blockierer die Gruben freiwillig. Die Polizei nahm teilweise die Personalien auf und berichtete von Rangeleien. Dabei wurden drei Polizisten leicht verletzt. Die Tagebau-Betreiber Mibrag und Leag erstatteten Anzeigen. Die Klimaschützer bezeichneten die Proteste als friedlich und erfolgreich.

Von Torsten Gellner