Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Der Bornaer Boxer Hans-Peter Hofmann wird 60
Region Borna Der Bornaer Boxer Hans-Peter Hofmann wird 60
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 05.01.2018
Hans-Peter Hofmann (rechts), Präsident des SC Borna, und Boxlegende Lothar Scheida am Boxring. Quelle: Foto: Olaf Krenz
Borna

Der Mann hat etliche Male auf die Zwölf bekommen. Und er hat ebenso oft ordentlich ausgeteilt, so wie es sich für einen Boxer gehört. Doch der Sport ist nur eine Facette im Leben von Hans-Peter Hofmann, der am 2. Januar, unglaublich, seinen 60. Geburtstag feiert. Er darf als bunter Hund und als Hans Dampf in vielen Gassen gelten. Über den mit Lothar Scheida wohl bekanntesten Bornaer Faustkämpfer sind zig Geschichten im Umlauf, von denen einige schlichtweg nicht stimmen.

„Ich bin auf der Straße des Lebens auch mal falsch abgebogen“, sagt Hansi, wie er von Freunden genannt wird. Er gibt zu, „dass ich auch mal in einer Sackgasse gelandet bin“. Und weiter: „Ich bin aber immer wieder auf die Hauptstraße gekommen“, um etliche Erfahrungen reicher. Hofmann hat eine durchaus schillernde Vita, hat als Dachdecker ebenso gearbeitet wie als Fachkrankenpfleger für Notfallmedizin, aber auch als Türsteher und im Sicherheitsgewerbe. Es gab ein Bestattungsunternehmen mit seinem Namen und ein Wirtschafts- und Finanzdienstleistungsunternehmen ebenfalls. Es dabei zu belassen, wäre aber entschieden zu kurz gesprungen.

Der Mann, der als Kind einer Bornaer Familie in der Wassergasse zur Welt kam und mit sieben Geschwistern aufwuchs, war in den 80er-Jahren aaronitischer Priester in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, besser bekannt als Mormonen. Im Jahrzehnt später wurde er aktiver Lokalpolitiker. Er war 1987 in die CDU gegangen, um als Leistungssportler dem Druck zu entgehen, in die SED eintreten zu müssen.

Auch dort war Hofmann eher aufmüpfig und nervte die Blockfreunde mit unpassenden Fragen, was dazu führte, dass er vor den letzten sozialistischen Kommunalwahlen im Mai 1989 für unwürdig befunden wurde, für die Bornaer Stadtverordnetenversammlung zu kandidieren. Ein Jahr später saß er dann doch dort, als Vorsitzender der neuen Fraktion der gewendeten Unionisten. Seine Abgeordnetendiäten spendete er zugunsten von Projekten für Kinder und Jugendliche.

Hofmanns politische Karriere endete, als er bei seinen Parteifreunden auf Granit biss, als es Mitte der 90er-Jahre um die Existenz des FSV Zedtlitz ging und von dort keine Hilfe kam. In der Folge war er federführend bei der Gründung des SC Borna mit von der Partie, und es war zweifellos für Hofmann auch so etwas wie die Rückkehr zu den Wurzeln, die er ohnehin niemals gekappt hatte. Denn natürlich ist und bleibt Hans-Peter Hofmann für die Bornaer Öffentlichkeit in allererster Linie Boxer. Der Bornaer Boxer, zusammen mit dem großen Lothar Scheida.

Begonnen hatte alles, als Hofmann bereits 16 war. Zuvor hatte er Feldhockey und Volleyball gespielt – bis ihn dann ein Freund zum Boxtraining mitnahm. Was folgte, war eine beachtliche Laufbahn, in der er von 290 Kämpfen bei sechs Unentschieden nur 32 verlor. Eine Bilanz, für die manch’ Boxprofi Geld zahlen würde. Dazu zählen die DDR-Meisterschaft der Hochschulen und Universitäten 1984 ebenso wie 20 Bezirksmeisterschaften (18mal Leipzig, zweimal Halle). Hofmann war Fünfter der DDR-Rangliste (1893) und hat auch den späteren Profiboxer Axel Schulz besiegt.

Boxen ist sein Leben, das ist klar. Auch als Präsident des SC Borna – ein Amt, das er seit nahezu 20 Jahren ausübt – hat er regelmäßig trainiert. 2012 kehrte er in den Ring zurück und kletterte als Internationaler Deutscher Meister wieder heraus.

Bleibt die Frage nach der Faszination dieses Sportes, der auf manchen Betrachter nur wie eine Keilerei nach bestimmten Regeln wirkt. Hofmanns Antwort: „Boxen ist eine der wenigen Sportarten, in der man alle Muskeln trainiert.“ Auch die, die man gar nicht kennt. Und im Ring müssen Körper und Geist derart gut zusammenwirken, weil in Sekundenbruchteilen Verteidigung, Konter, Schlag und anderes richtig einschätzt werden muss.

Auch mit 60 noch und sicher noch lange. Richtig feiern will er am 14. Januar in der Sporthalle in Gnandorf. Dort gibt es von 10 bis 13 Uhr einen Empfang, bei dem Mitstreiter, Weggefährten und Freunde willkommen sind.

Von Nikos Natsidis

Der Großdeubener Karnevalsverein (GKV) macht aus seiner Not eine Tugend. Weil in diesem Jahr der traditionelle Kappenball wegen zu weniger verkaufter Eintrittskarten ausfallen musste, startet der Verein im kommenden Jahr einen neuen Versuch, genauer am Sonnabend, 27. Januar. Allerdings lädt er dann zur Faschingstanzparty ein.

01.01.2018

Edda-Marie ist das erste Baby im Landkreis Leipzig. Am Neujahrsmorgen erblickte das Mädchen in der Sana-Klinik von Borna das Licht der Welt. Der Wechsel von 2017 zu 2018 verlief weitgehend ruhig. Die Feuerwehr rückte zu kleineren Bränden aus.

04.01.2018

In Espenhain hat es am Sonntagmorgen in der Recyclinganlage Scholz gebrannt. Dort hatte sich aufgeschüttetes Recycling-Material vermutlich selbst entzündet. Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz.

22.02.2018