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Borna Deutzen: Gestank und unklare Vorfahrt
Region Borna Deutzen: Gestank und unklare Vorfahrt
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17:39 17.10.2018
Aufgepflasterter Einmündungsbereich in Deutzen: Gilt hier die Vorfahrtsregel rechts vor links? Die Gemeinde will das prüfen. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Deutzen

Knifflige Verkehrsregelung, schnell fahrende Autos und Abwassergeruch. Bei aller Freude über die sanierte östliche August-Bebel-Straße in Deutzen weisen Anwohner auch jetzt schon auf mögliche Probleme hin.

Befürchtung: „Das wird eine Rennstrecke“

Erst am Dienstag war die neu gebaute Straße feierlich eröffnet worden. Befahren wurde sie schon seit einigen Tagen zuvor. Und das, wie einige Anwohner sagten, teilweise ziemlich schnell. Vor dem Getränkehandel ist eine dunkle Reifenspur eines Brems- oder eines schnellen Anfahrmanövers zu erkennen. „Das wird eine Rennstrecke“ – der Satz ist fast immer zu hören, wenn Ortsstraßen saniert werden. So auch in Deutzen.

30 Stundenkilometer sind erlaubt

Dabei ist den Kritikern auch klar, dass es vor allem Anwohner selbst sein müssen, die zu schnell fahren. In Deutzen sind im gesamten Wohngebiet östlich der Pleiße 30 km/h erlaubt, so wie vor der Sanierung. Die Zonen-Beschilderung am neuen Abzweig der August-Bebel-Straße von der Staatsstraße 50 war am Dienstag allerdings noch nicht vollständig.

Pflaster soll Vorfahrtsregelung verdeutlichen

Das heißt auch: In dem östlichen Ortsteil gilt rechts vor links als Vorfahrtsregel. Um das auch optisch deutlich zu machen und mit der Absicht, den Verkehr zu beruhigen, sind Kreuzungen und Einmündungen nicht asphaltiert wie die restliche Fahrbahn, sondern mit grauen Betonsteinen gepflastert. Im Moment heben sich die Beläge noch kaum voneinander ab, vor allem weil noch viel Sand und Staub auf dem Pflaster liegt. Bauamtsleiter René Hertzsch geht davon aus, dass das noch besser wird.

Vorfahrt an der Einmündung Barbarastraße unklar

An einer Stelle sind sich Bewohner über die Rechts-vor-Links-Regelung allerdings unsicher. Dort, wo die Barbarastraße in die August-Bebel-Straße mündet, durchzieht nämlich ein Pflasterstreifen die Fahrbahn. Auch der soll der Verkehrsberuhigung dienen. Allerdings könnte man den Streifen auch als durchgängigen Gehweg ansehen, darauf machen Anwohner aufmerksam. In dem Falle könnte die Mündung auch als Ausfahrt gelten, womit der Verkehr aus der Barbarastraße immer wartepflichtig wäre.

Ordnungsamt will die Frage prüfen

Laut Andrea Ott vom Ordnungsamt der Gemeindeverwaltung handele es sich zwar nicht um einen Gehweg, sondern um eine Aufpflasterung, dennoch wolle sie die Sache prüfen. Eine Möglichkeit sei, in der Barbarastraße ein Zeichen „Vorfahrt beachten“ aufzustellen. Darüber entscheide die Gemeinde aber nicht allein, sondern in Absprache mit der Polizei.

Plötzlich stinkt es in Deutzen

Ein ganz anderes Problem, eines, das manchem in die Nase fährt, wurde ebenfalls angesprochen: „Früher hat das nicht so gestunken“, sagt eine Anwohnerin und bekommt Unterstützung gleich von mehreren anderen am Stehtisch neben dem Grill bei der Eröffnungszeremonie. Gemeint ist ein Geruch nach Abwasser aus der neuen Abwasserleitung. Die Befürchtung der Leute: Es könnte am neuen System liegen.

Diese Abwasserrohre wurden in der August-Bebel-Straße in Deutzen eingebaut. Die Rinne für Abwasser bei trockenem Wetter liegt im Kanal unten. Quelle: André Neumann

An dem habe sich aber eigentlich nichts geändert, sagt Bauamtsleiter René Hertzsch. Das Mischsystem, bei dem Regen- und Schmutzwasser in einem Rohr zur Kläranlage fließt, habe es schon vorher gegeben. Statt mehrerer kleinerer Kanäle wurde ein zentraler Sammler eingebaut. Der besteht aus großen Rohren vom Durchmesser 1,30 bis 1,50 Meter, die am Boden eine Rinne haben. In der soll das Abwasser auch dann abfließen, wenn in Trockenzeiten wie jetzt kein Regenwasser für Verdünnung sorgt.

 ZBL: „Wir werden das beobachten“

Der große Kanalquerschnitt sei erforderlich, damit es bei starkem Regen nicht wie früher zu Rückstaus komme, sagt Matthias Renger, Technischer Leiter beim Wasser- und Abwasserzweckverband Bornaer Land (ZBL). Zu Geruchsbildung komme es dann, erklärt er, wenn Abwasser in den Rohren lange stehe und zu faulen beginne. Damit das nicht geschehe, seien die Rohre mit der Rinne eingebaut worden. „Es sollte eigentlich nicht stinken“, sagte Renger auf Anfrage der LVZ und versprach: „Wir nehmen den Hinweis entgegen und werden das beobachten.“

Von André Neumann

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