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Borna Die Umbauten sind für die Groitzscher Kirchen geplant
Region Borna Die Umbauten sind für die Groitzscher Kirchen geplant
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18:00 28.03.2019
Im Michelwitzer Kirchturm wird am 27. März das restaurierte und elektrifizierte Uhrwerk eingebaut. Eigentlich mehr als 100 Jahre alt, ist es von der Firma Turmuhren & Glocken Willing aus Gräfenhain (Stadt Ohrdruf, bei Gotha) modernisiert worden. Dazu kommt ein altes Zifferblatt. Quelle: Roland Meyer
Groitzsch

Sechs Kirchen gehören zum evangelisch-lutherischen Kirchspiel Groitzsch: Neben der Groitzscher Frauenkirche die Dorfkirchen in Audigast, Auligk, Gatzen, Michelwitz und Pödelwitz. Rüdiger Brumme kennt sie alle wie seine Westentasche. Als Baubeauftragter pendelt der Saasdorfer zwischen den Gottes- und Pfarrhäusern, Friedhöfen und Grundstücken hin und her und kümmert sich um deren Pflege und Instandsetzung.

Reparaturen und Außenarbeiten im Frühjahr

Für den Mann mit den goldenen Händen gibt es immer etwas zu tun. Neben Reparaturen und der aktuellen Beseitigung von Sturmschäden sind das mit Beginn des Frühjahres auch zunehmend Außenarbeiten – von Baumverschnitt, Rasenmähen und der teilweisen Friedhofspflege bis hin zu Dachrinnenreinigung und Straße kehren. Das ist Alltag für Rüdiger Brumme. Oft bekommt er dabei Unterstützung von Kirchgemeindemitgliedern und anderen Dorfbewohnern.

Rüdiger Brumme mit dem 100 Jahre alten Uhrwerk der Michelwitzer Kirchturmuhr. Anfang April wird es eingebaut und schlägt dann zu jeder Stunde. Quelle: Kathrin Haase/Archiv

Michelwitz erhält vollautomatische Turmuhr

Darüber hinaus sind für 2019 eine Reihe größerer Investitionen eingeplant, ergänzt die Pfarrerin Friederike Kaltofen. Kurzfristig etwas vorgezogen, hat die Michelwitzer Kirche gerade nach über 30 Jahren eine vollautomatische Turmuhr erhalten, die künftig zu jeder Stunde schlagen soll.

Das mehr als 100 Jahre alte Uhrwerk wurde von der Firma Turmuhren & Glocken Willing aus Gräfenhain (Stadt Ohrdruf, bei Gotha) restauriert und elektrifiziert. Am Mittwoch haben die Mitarbeiter die Technik eingebaut, beim Anbringen des Zifferblatts teils wie Bergsteiger angeseilt. Wie ehedem, weist es nun wieder in Richtung Dorf und zeigt den Michelwitzern die Zeit an. Und die Glocken schlagen dazu stündlich.

Beim Anbringen des Zifferblatts am Michelwitzer Kirchturm ist der Mitarbeiter der Firma Turmuhren & Glocken Willing aus Gräfenhain wie ein Bergsteiger angeseilt. Quelle: Roland Meyer

Die Beseitigung von Problemen mit dem Kirchturmdach oberhalb der Uhr soll laut Rüdiger Brumme „in diesem Jahr wenigstens angeschoben werden“. Die Schindeln aus DDR-Zeiten seien längst verschlissen und lückenhaft und müssen dringend erneuert werden. „Es kommt wieder Schiefer drauf.“ Dass die Arbeiten dringend sind, unterstreicht auch die Pfarrerin, „denn sobald Nässe reinkommt, wird es gefährlich“. Ebenso steht in Michelwitz der Abbruch der alten Leichenwagenhalle an.

Neue Elektrik für Pödelwitzer Kirche

In den anderen Gotteshäusern geht es weiter: So soll in Pödelwitz die Elektrik inklusive der Bankheizung generalüberholt werden. „Kein Meter altes Kabel bleibt mehr drin“, sagt der gelernte Elektriker Rüdiger Brumme, der mit den Vorbereitungen längst begonnen hat.

Annähernd 17.000 Euro kostet das Bauvorhaben. Davon steuern die Landeskirche 9000 Euro und die Dirk-Oelbermann-Stiftung Regis-Breitingen weitere 3000 Euro zu, den Rest bezahlt das Kirchspiel aus der eigenen Tasche. „Die Erneuerung der Kirchenelektrik ist notwendig“, weist Friederike Kaltofen auf die Brisanz der Investition hin. Immerhin stamme die Elektrik aus den 1950er-Jahren und sei nicht mehr voll funktionsfähig. „Davon kann Brandgefahr ausgehen.“

Pfarrerin Friederike Kaltofen. Quelle: Jens Paul Taubert

Ostergottesdienst mit Pfarrer Christian Wolff

Bis Ostern sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann könne der Gottesdienst am Ostermontag mit dem einstigen Thomaskirchenpfarrer Christian Wolff und dem Sänger Patrick Grahl gebührend gefeiert werden.

Im Blick habe die Pfarrerin ebenso eine Überholung der Pödelwitzer Orgel sowie die Sanierung des Innenraums der Kirche. „Aber das ist Zukunftsmusik“, so ihre Worte. Der Kirchenvorstand geht fest von dem Erhalt des Dorfes und der Kirche Pödelwitz aus, auch wenn sich die sächsische Landesregierung noch nicht für den Weiterbestand der Dörfer stark mache.

Die Conrad-Geißler-Orgel in der Groitzscher Frauenkirche soll in den historischen Stand von 1884 zurückversetzt und damit aufgewertet werden. Quelle: Thomas Kube

Geißler-Orgel in historischen Stand versetzen

Im Mittelpunkt steht dieses Jahr auch die Conrad-Geißler-Orgel in der Groitzscher Frauenkirche. Vorgesehen sei ihr kompletter Rückbau in den historischen Stand von 1884 – ein Großprojekt, das annähernd 47.000 Euro verschlingt und bis zum vierten Quartal über die Bühne gehen soll.

Orgelbauer Frank Peiter aus Pockau-Lengefeld werde dem Instrument, das erhebliche Schimmelschäden aufweist, seine warmen Register zurückgeben, berichtet der Kantor Dirk Zimmermann. Während der Orgelsanierung in den 1950er-Jahren waren diese verändert worden.

Friedhof Groitzsch wird neu gestaltet

Ein weiteres Vorhaben betrifft die Neugestaltung des Groitzscher Friedhofs, insbesondere des Eingangsbereiches. Das riesige Areal mit seinen rund 1800 Grabstellen benötige eine bessere Wegegestaltung, die Lücken innerhalb der Lindenallee müssen geschlossen sowie zwei weitere Wasserstellen angelegt werden.

Der riesige Groitzscher Friedhof mit seinen annähernd 1800 Grabstellen soll in diesem Jahr teilweise neu gestaltet werden. Quelle: Kathrin Haase

Ferner werde die Friedhofsmauer auf einer Länge von fast 50 Metern saniert, zählt Friederike Kaltofen auf. Dafür müssen einige alte Grabmale, die unmittelbar mit der Mauer verbunden sind, entfernt und anschließend wieder eingesetzt werden. Die Investition beläuft sich auf 190.000 Euro und wird zu 80 Prozent über das europäische Leader-Programm gefördert.

Rüdiger Brumme zeigt die porösen Stellen in der Groitzscher Friedhofsmauer. Im Zuge der Friedhofgestaltung wird auch die Mauer auf fast 50 Metern Länge mit saniert. Quelle: Kathrin Haase

Fördermittel für Audigast neu beantragen

Abgelehnt wurde dagegen der Fördermittelantrag für die Neugestaltung des Friedhofes in Audigast. Hier müsse dringend der Hauptweg zur Trauerhalle hergerichtet werden, so die Pfarrerin. „Aber wir wollen es noch einmal versuchen und neu beantragen.“

Weiter fest im Blick haben sie und Brumme die Statik des Dachstuhls am Audigaster Kirchturm. „Im unteren Bereich gibt es auf horizontaler Ebene Schäden an der Holzkonstruktion“, berichtet der Baubeauftragte, „der Dachstuhl stützt sich jetzt noch auf den Glockenstuhl ab. Ein Glockenstuhl muss aber frei stehen, damit keine Schwingungen auf das Bauwerk übertragen werden.“ Die statischen Berechnungen sind in Arbeit. Die Kosten stehen noch nicht fest.

Die Stufen zur Sakristei der Groitzscher Frauenkirche sind ausgetreten und stellen eine Gefahr für Fußgänger dar. Quelle: Kathrin Haase

In Groitzsch will sich der Handwerker zudem um die Erneuerung der Außentreppen zur Sakristei und zum Pfarramt kümmern. Diese sind teilweise abgebrochen, ausgetreten und stellen eine Gefahr für Fußgänger dar. Das Baumaterial sei da, es könne bald losgehen.

Frauenma(h)l und offene Dorfkirche

Neben der umfangreichen Bautätigkeit plant das Kirchspiel eine Reihe von Veranstaltungen – so das Frauenma(h)l mit der Stadtverwaltung Groitzsch am 5. April in der Stadtmühle, die Nacht der offenen Dorfkirche am 6. Juli in Gatzen sowie Angebote innerhalb des Klimacamps Anfang August in Pödelwitz.

Von Kathrin Haase

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