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Borna Die zwei Leben von „IaF“-Star Anthony Petrifke
Region Borna Die zwei Leben von „IaF“-Star Anthony Petrifke
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13:23 02.07.2019
Anthony Petrifke (re.) alias Jonas Heilmann gerät in Folge 832 (“Freund und Helfer“) in eine brenzlige Situation: Er ist zufällig in einem Lebensmittelgeschäft, als dieses überfallen wird. Quelle: MDR/HA Kommunikation
Pegau

Seit mehr als 15 Jahren führt Anthony Petrifke ein aufregendes Doppelleben: Für seine Freunde und Arbeitskollegen in Pegau ist er immer noch „Antho“ oder „Antonio“, der quirlige Junge von nebenan, nie um einen Spruch verlegen und für jeden Spaß zu haben. Rund acht Millionen Fernsehzuschauer kennen ihn aber nur als Jonas Heilmann, den ruhigen, eher besonnenen Enkel von Klinikleiter Dr. Roland Heilmann in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“.

Zwei Leben – zwei verschiedene Schuhe

Nur selten vermischen sich beide Leben miteinander, das fiktive auf dem Bildschirm und das reale in der sächsischen Kleinstadt. „Was ich mit meiner Rolle gemeinsam habe, ist die soziale Ader“, sagt der 20-Jährige, „ansonsten sind das zwei verschiedene Paar Schuhe.“ Während Jonas mitten in der Polizeiausbildung steckt, hat Anthony seine Berufung längst gefunden und arbeitet nach drei Jahren Ausbildung als Backwarenfachverkäufer im Backhaus Hennig.

Der Enkel ist groß geworden. 15 Jahre spielt Anthony Petrifke aus Pegau in der ARD-Serie mit.

Jeden Tag die schönsten Kuchen und Torten vor Augen – wird man da nicht schwach mit der Zeit? „Ich habe das Kuchenessen erst hier für mich entdeckt“, lacht der junge Mann und verrät, dass er mehr der herzhafte Typ ist. „Ich war nie für Süßes zu haben, Roster und sowas sind eher meine Abteilung. Aber das gibt es auch alles im Backhaus“, verpackt er geschickt Werbung in eigener Sache.

Seitensprung in den „Polizeiruf 110

Eine Schauspiellaufbahn stand für Anthony Petrifke nie zur Debatte, seine Rolle bei „In aller Freundschaft“ sollte immer nur ein Hobby bleiben. „Klar würde ich gerne mal in anderen Filmen oder Serien mitspielen, aber da wird mir mein sächsischer Dialekt zum Verhängnis.“ Eine Schauspielausbildung hätte bedeutet, von Pegau wegziehen und das kam für den jungen Mann nie ernsthaft in Frage. „Ich fühle mich hier wohl und möchte gerne bleiben.“ Der kurze Seitensprung in den „Polizeiruf 110“ vor ein paar Jahren – hier spielte er eine kindliche Wasserleiche – blieb für ihn eine Eintagsfliege.

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Gepostet von In aller Freundschaft am Samstag, 29. Juni 2019

Seine erste Begegnung mit der Fernsehkamera hatte der Pegauer im Alter von fünf Jahren. Als Kindergartenkind galt Anthony Petrifke als sehr experimentierfreudig und phantasievoll, war ein Lausbub vor dem Herrn. „Ich konnte mich stundenlang mit Playmobilfiguren beschäftigen und habe mir ständig Geschichten ausgedacht“, erinnert sich Anthony. „Bausteine und Lego waren mir zu anstrengend, ich wollte gleich spielen und nicht erst bauen.“ Bald entdeckte er auch die Kindergeschichten auf CD und Kassette für sich. Benjamin Blümchen, Bibi Bloxberg und sowas? „Nein“, winkt der junge Mann feixend ab, „eher die coolen Sachen, Dragon Ball Z und sowas...“

Der Anruf im Kindergarten Wiederau

Mutti Ellinor, selbst als Erzieherin tätig, erinnert sich noch gut an den denkwürdigen Anruf im Kindergarten Zwergenstübchen in Wiederau, der alles verändern sollte. „Der MDR suchte für eine Serienrolle einen kleinen, frechen und dunkelhaarigen Jungen mit dunklen Augen. Das traf auf Anthony zu wie die Faust aufs Auge und sie luden ihn zum Casting nach Leipzig ein.“

Anthony Petrifke mit seiner Zwillingsschwester Cecilia im heimischen Garten. Der 20-Jährige liebt seine Heimatstadt Pegau und kann sich nicht vorstellen, jemals von hier wegzuziehen. Quelle: Kathrin Haase

Frech und wild war er schon immer. Aufgewachsen mit zwei Schwestern – Virginia (31) und der eine Minute älteren Zwillingsschwester Cecilia – hat der Jüngste im Haus schnell gelernt, sich gegen die weibliche Übermacht durchzusetzen. „Unsere Kinder waren ganz schön wild und weiß Gott keine Engelchen“, erinnert sich Ellinor Petrifke. Unsinn aushecken und Streiche spielen? Anthony war dabei.

Die "Kinderstars" werden erwachsen

Die "Kinderstars" Johann Lukas Sickert, Ella Zirzow und Anthony Petrifke sind mit "In aller Freundschaft" aufgewachsen - und setzen ihre Serien-Eltern (fast) mit den richtigen Eltern gleich... #iaffanfest #iaf20 #iaffilm

Gepostet von In aller Freundschaft am Samstag, 20. Oktober 2018

Genau so einen Wirbelwind suchte die Produktionsfirma für die Rolle des Jonas Heilmann. Das Casting ein paar Tage später entschied der Pegauer für sich – und bekam von diesem Moment an seine zweite Familie und ein zweites Zuhause geschenkt: Mama Alina Heilmann (Alissa Jung) und Papa Vladi Nemetz (Stephen Dürr), den Großeltern Roland (Thomas Rühmann) und Pia Heilmann (Hendrikje Fitz), Urgroßvater Friedrich Steinbach (Fred Delmare), Tante Lisa Schroth (Ella Zirzow) und Onkel Jakob Heilmann (Karsten Kühn).

Mitschüler versorgten ihn mit Heftern und Hausaufgaben

Die jahrelange Doppelbelastung mit Schule und Dreharbeiten hat der Pegauer erstaunlich gut weggesteckt. „Es war nicht immer leicht, das stimmt, aber ich habe alles gut unter einen Hut bekommen“, sagt er und ist vor allem seinen Eltern, Lehrern und den Mitschülern dankbar. Sie haben ihn bei Ausfallzeiten verlässlich mit Heftern und Hausaufgaben versorgt und das eine oder andere Mal abschreiben lassen.

Die Schule ist überhaupt ein Thema mit viel Augenzudrücken. „Stures Auswendiglernen lag mir, man musste den Stoff ja nicht verstehen“, lacht Anthony, der mit Biologie und später Geografie ganz gut zurechtkam. Auf Kriegsfuß stand er dagegen mit den Naturwissenschaften. Mathe? Physik? Chemie? Alles böhmische Dörfer. „Es war nicht so das Gelbe vom Ei“, meint der junge Schauspieler und wischt den Gedanken an Formeln, Rechnungen und physikalische Zusammenhänge schnell beiseite.

Mit Papa Mathias über den roten Teppich

Lieber über die Schauspielerei reden. „Meine Texte habe ich schnell gelernt, das fiel mir nie schwer“, sagt der 20-Jährige. Anfangs hörten ihn seine Eltern wie vor einer Klassenarbeit ab, doch mittlerweile schaut Anthony ein- bis zweimal über das Skript, spricht die Dialoge kurz durch und hat den Text schon im Kopf. „Aber so viel ist es ja nicht. Mal drehe ich nur einmal im Vierteljahr, manchmal dreimal in der Woche. Das ist ganz unterschiedlich, je nachdem, wie es die Rolle verlangt.“ Bis heute managt Papa Mathias seinen Sohn und durfte auch schon das eine oder andere Mal mit ihm über den roten Teppich laufen – etwa zur Verleihung der „Goldenen Henne“ vergangenes Jahr in Leipzig.

Folge 253 „Schicksalsschlag“: Mit vereinten Kräften gelingt es Familie Heilmann, Friedrich von dem Pflegeheim abzubringen und ihn davon zu überzeugen, dass er trotz Gehbehinderung ein vollwertiges Mitglied der Familie bleiben wird. Fred Delmare (re.) spielt hier den Uropa von Jonas (Anthony Petrifke, Mitte). Quelle: MDR/HA Kommunikation

Für handwerkliche Tipps von seinen Schauspielkollegen ist der Pegauer immer zu haben. Darüber hinaus zehrt er von den besonderen Begegnungen am Set, etwa bei Gastauftritten von Gojko Mitic oder Dieter Hallervorden. Und Fred Delmare, sein Urgroßvater in der Serie, hatte regelrecht einen Narren an dem kleinen Anthony gefressen. „Schade, dass er so früh gestorben ist“, sagt sein Filmenkel.

Dienstabend ist Fernsehzeit in der Familie

Seine „richtige“ Familie in Pegau ist stolz auf den Jungschauspieler und fiebert jedes Mal mit, wenn „Jonas“ im Fernsehen zu sehen ist. Dienstagabend vor der Mattscheibe ist Pflicht, wenn die neuen Folgen von „In aller Freundschaft“ im Ersten laufen. „Unsere Oma verschickt dann Nachrichten an die ganze Familie“, lacht seine Schwester Cecilia, die auch schon als Komparse aufgetreten ist.

„Ich warte immer noch darauf, dass ich mal entdeckt werde“, meint sie lachend. Nach jahrelangem Ballettunterricht, als ehemaliges Tanzmariechen und Kinderprinzessin beim Pegauer Karnevalklub ist die 20-Jährige immerhin mit reichlich Bühnen- und Kameraerfahrung ausgestattet.

Den Pegauer Karneval hat auch ihr Bruder mit der Muttermilch aufgesogen. In der Saison 2010/11 war Anthony Kinderprinz und mittlerweile spielt er in der Guggeformation „Elsterbeat“ mit. Immerhin liegen ihm zehn Jahre Schlagzeugunterricht im Blut.

Eine ganz kurz Episode Fußball

Für andere Hobbys blieben dem Teenager neben der Schule und Schauspielerei kaum Zeit. „Ich hatte kurzzeitig mal Fußball gespielt“, erzählt er, „aber wirklich nur ganz kurz. Das war überhaupt nicht meins und ich kann bis heute nichts mit Fußball anfangen. Nichtmal im Fernsehen...“ Dafür lernte Anthony in der Reitschule von Antje Klemm reiten und den richtigen Umgang mit Pferden. „Einmal bin ich sogar über Hindernisse gesprungen und war auf einem Turnier.“ Mehr sollte aus diesem Sport nicht werden.

Als Backwarenverkäufer, Schauspieler, Guggemusiker und Mitglied der Techniktruppe im Karnevalklub hat der Pegauer mittlerweile seinen festen Platz im Leben gefunden. „Ich fühle mich hier sehr wohl und möchte in Pegau bleiben. Und ich möchte noch viel reisen, solange ich jung bin.“ Für seine Familie und die besten Freunde in Pegau bleibt „Antho“ also immer in greifbarer Nähe.

Von Kathrin Haase

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