Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Diese Rolle spielte Borna in der Reformationszeit
Region Borna Diese Rolle spielte Borna in der Reformationszeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 03.06.2019
Das Luthergemälde aus Altmörbitz ist im Bornaer Museum zu sehen. Quelle: Susan Freytag
Borna

Es ist mehr als das Heft zum Film. Gemeint ist der Steifen, in dem Borna zur Lutherzeit, konkret im Jahr 1522, im Museum am Reichstor zu sehen ist – in Form eines digitalen Stadtmodells. Um diese Zeit geht es im neuen Heft der Schriftenreihe des Bornaer Museums und des Geschichtsvereins, das den Titel „Borna in der Reformationszeit“ trägt. Am 19. Juni wird es im Marientreff im evangelischen Gemeindehaus am Marin-Luther-Platz offiziell vorgestellt.

Gemälde im Bornaer Museum

Das Heft, Nummer sieben in der Reihe, ist sozusagen der Begleitband zur Ausstellung zum Thema Reformation, die zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 zu sehen war. Und es geht auf 80 Seiten in die Tiefe. Dafür sorgen vor allem der frühere Bornaer Orschronist Gert Schreiber, die Historikerin Susanne Baudisch, Manuela Kolster vom Geschichtsverein sowie die frühere Stadtarchivarin Annemarie Engelmann, „unser historisches Gewissen“, wie Museumschefin Gabriele Kämpfner sagt. Nicht zuletzt geht es um ein Gemälde aus dem Jahr 1883, das den Reformator zeigt und das im Museum hängt.

Am 19. Juni wird das neue Heft über Borna in der Reformationszeit im Marientreff im evangelischen Gemeindehaus am Marin-Luther-Platz offiziell vorgestellt. Quelle: Claudia Carell

Die Rolle von Borna in der Reformationszeit

Das neue Heft, das in einer Auflage von 500 Exemplaren erscheint und für fünf Euro verkauft wird, ist in der Tat ein Muss für jeden historisch interessierten Bornaer. Schließlich, macht die Museumschefin klar, steht darin die durchaus nicht unbedeutende Rolle von Borna während der entscheidenden Jahre der Reformation im Mittelpunkt.

„Natürlich sind wir nicht Wittenberg“, aber Borna war immerhin die erste Stadt, in der es mit Wolfgang Fuß 1519 den ersten evangelischen Prediger außerhalb von Wittenberg gab. Und der mit einem weiteren evangelischen Prediger, Georg Mohr, ersetzt wurde, als er nach Colditz ging. Luther selbst hatte den Nachfolger von Fuß empfohlen.

Museumschefin Gabriele Kämpfner sagt,Borna sei auch eine kleine Lutherstadt. Quelle: Andreas Döring

Borna – auch eine kleine Lutherstadt

Es sind Fakten wie diese, die Borna zu einer kleinen Lutherstadt machen, die auch eine Station des Lutherwegs ist, der in dem Heft ebenso beleuchtet wird wie der kurfürstliche Geleitsmann Michael von der Straßen, bekanntlich der Gastgeber von Luther, wenn der in Borna weilte. Das ist in mindestens 13 Fällen belegt. Und natürlich spielt der Aschermittwochbrief aus dem Jahr 1522 eine Rolle in dem neuen Heft. Dieser ist wohl das bekannteste evangelische Glaubenszeugnis aus Borna.

Bedeutende Bornaer in der Schriftenreihe vorgestellt

Das Heft „Borna in der Reformationszeit“ ordnet sich in eine Reihe anderer Veröffentlichungen ein, in denen es seit mehr als zehn Jahren um „Bausoldaten aus Borna und der Region“ geht. Gemeint sind zum einen die Brüder Wilhelm und Ludwig Külz, Politiker der eine, bekannter Tropenmediziner der andere und beide aus Borna. Zum anderen ist die Rede von dem wohl berühmtesten sächsischen Geologen Kurt Pietzsch. Die Nummer eins der Reihe hatte die „Venus von Zauschwitz“ zum Inhalt. Das Heft zum Herbst 1989 war ein solcher Renner „dass es nicht mehr erhältlich ist“, wie Museumsmitarbeiter Thomas Bergner sagt.

Der Erbauer des Völkerschlachtdenkmals stammt aus Borna

Und die Schrift zur Reformation soll nicht die letzte ihrer Art sein. Bergner: „Themen gibt es genug.“ Etwa Clemens Thieme, der Erbauer des Leipziger Völkerschlachtdenkmals wurde in Borna geboren. Das weiß in Leipzig niemand.

Wer hätte gedacht, dass der Erbauer des Völkerschlachtdenkmals aus Borna stammt? Quelle: Andrea Warnecke/dpa

Historikerin mit Bornaer Wurzeln

Zunächst steht aber „Borna in der Reformationszeit“ im Mittelpunkt, wenn das Heft am 19. Juni im Marientreff 18.30 Uhr vorgestellt wird. Zu Gast ist auch Susanne Baudisch, eine der Autoren und Dresdner Historikerin mit Bornaer Wurzeln. Im Anschluss an die Präsentation lädt Thomas Claus in seiner Paraderolle als Michael von der Straßen zu einem kurzen Stadtrundgang auf den Spuren von Martin Luther ein.

Von Nikos Natsidis

Mehr als zwei Dutzend Zeichnungen des Bornaer Gebrauchsgrafikers Wolfgang Ursinus sind im Elektrogeschäft Gabler in Borna ausgestellt. Jetzt hat sich dessen Sohn gemeldet.

03.06.2019

Zum Glück wurde der Brand schnell entdeckt: Die Groitzscher Wehr musste am Sonntagabend an die alte B 176 ausrücken. Die hatte die Flammen schnell im Griff.

03.06.2019

Zurück ins Mittelalter: Im Volkskundemuseum Wyhra tauchten Besucher in längst vergangene Zeiten ab. Vor allem die Gruppe Eisenhut aus Pegau sorgte für Einblicke ins 14. und 15. Jahrhundert.

02.06.2019