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Borna Diese besonderen Schulpartnerschaften gibt es im Landkreis Leipzig
Region Borna Diese besonderen Schulpartnerschaften gibt es im Landkreis Leipzig
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09:00 27.03.2019
Gut gelaunt beim Schüleraustausch zwischen Gymnasiasten aus Teplice und Borna - mit Lehrer Andreas Schitke (oben). Quelle: LVZ-Archiv / Taubert
Borna/Groitzsch/Geithain

 Mit Kontakt zu Einheimischen lässt sich ein Land oft besser kennen lernen als wenn man „nur“ als Tourist reist. Viele Oberschulen und Gymnasien nutzen dies und besuchen regelmäßig ihre Partnerschulen im Ausland. In Groitzsch ist sogar eine Grundschule aktiv.

Gymnasium Am Breiten Teich Borna: Neben einem Austausch mit einer Schule in der Normandie hat das Bornaer Gymnasium seit sechs Jahren gute Kontakte ins tschechische Teplice. „Es muss nicht immer ein westliches Land oder was Exotisches sein“, meint Deutsch-Musik-Lehrer Andreas Schitke, der diesen Austausch maßgeblich mit betreut. Er finde es für die Schüler spannend, Menschen, Kultur und Geschichte dieser nordböhmischen Stadt kennenzulernen.

Zwischen Borna und Teplice gebe es viele Gemeinsamkeiten, sogar die beiden Schulgebäude seien „Zwillinge“. In den vergangenen Jahren fuhren stets im Frühjahr zwanzig Bornaer Schüler nach Teplice, im Herbst fand dann der Gegenbesuch mit Deutsch lernenden Tschechen statt, jeweils für vier Tage mit gemeinsamen Projekten und Ausflügen. „Mancher Schüler war von der achten bis zu elften Klasse mit dabei. Da sind private Freundschaften entstanden“, so Schitke.

Dies sei für ihn „gelebte Partnerschaft mit Sinn, Gehalt und Würde“. Gerade in einer Zeit, in der europäische Länder eher auseinander triften, seien solche Begegnungen wichtiger denn je. Umso bedauerlicher findet der 59-jährige Lehrer es, dass zurzeit die Fortführung des Projektes auf der Kippe steht – es fehle eine neue Lehrergeneration, die die Organisation in die Hand nimmt.

Kontakt lebt in Groitzsch nach 90 Jahren wieder auf

Grundschule Groitzsch: „Unsere Schulpartnerschaft mit Brunn hat eine schöne Geschichte“, sagt Christian Jauer, Leiter der Groitzscher Grundschule – und erzählt sie gern.

Robert Krickl aus Brunn am Gebirge in Niederösterreich suchte im dortigen Stadtarchiv nach Bergbau-Unterlagen. Dabei stieß er auf Akten, die davon berichteten, dass nach dem Ersten Weltkrieg viele Groitzscher Kinder in Brunn waren.

Schüler der Klasse 4b der Volksschule Brunn am Gebirge besuchten im vergangenen Jahr ihren gleichaltrigen Groitzscher Briefpartner. Quelle: Stadtverwaltung Groitzsch

Der Grund: Ein Groitzscher hatte sich dort erfolgreich geschäftlich niedergelassen. Als er erfuhr, dass in seiner deutschen Heimatstadt in der Nachkriegszeit Elend herrschte, startete er eine Initiative. Hilfsgüter wurden geschickt. Und fast ein ganzes Jahr waren Groitzscher Kinder in Brunn im Pflegeurlaub. Später entstanden viele Brieffreundschaften.

Krickl klopfte mit seiner Entdeckung in Groitzsch an – und stieß auf offene Türen. Die Brieffreundschaften lebten wieder auf, Besuche wurden organisiert. „Was ich interessant finde, wenn ich die Briefe von damals und heute vergleiche: Es sind die gleichen Fragen, die Kinder stellen“, meint der Schulleiter. So wollten die Steppkes heute wie vor 90 Jahren zum Beispiel wissen: Was isst du am liebsten? Was ist dein Haustür? Geht’s dir gut?

Schüler aus Calgary und Borna beim gemeinsamen Konzert

Dinterschule Borna: Hangzhou in China ist die Partnerstadt von Borna. So ergab sich der Kontakt für die Dinterschule. „Es gibt einen Lehreraustausch“, berichtet Schulleiter Frank Ziemann. Dies sei „immer interessant“ und „eine ganz andere Welt“. Überrascht war er von der Freundlichkeit, mit der die deutschen Gäste in Hangzhou empfangen wurden. Auch die technische Ausstattung verblüffte ihn. So gehörten schon vor Jahren 3-D-Drucker ins chinesische Schulfoyer.

Die Bornaer Oberschule hat auch Kontakt nach Calgary. Chor und Band der kanadischen Schule besuchten im vergangenen Jahr bei ihrer Europa-Tournee auch Borna und traten in der Stadtkirche auf. Gemeinsam mit Dinterschülern gestalteten sie später ein Konzert im Stadtkulturhaus.

Einen Schüleraustausch gab es ebenfalls mit Israel. Dank Fördermittel konnten Bornaer Schüler dorthin reisen und ihre Gäste zu Hause empfangen. „Der Blick über den Tellerrand ist immer wichtig“, sagt Ziemann. Es lasse sich allerlei erzählen, „aber wenn man andere Menschen und Länder selbst erlebt hat, bleibt es länger haften“. Und gegen Schwarz-Weiß-Denken sei dies ohnehin hilfreich.

Stimmgewaltig trat der kanadische Chor der Central Memorial Highschool aus Calgary in der Bornaer Stadtkirche auf. Quelle: LVZ-Archiv / Julia Tonne

Geithainer Gymnasiasten fahren nach Kutno und Salou

Internationales Gymnasium Geithain: Über die Landkreisverwaltung entstand der Kontakt zum Lyzeum im polnischen Kutno. Ein Jahr fahren Geithainer Gymnasiasten für eine Woche nach Kutno, im nächsten Jahr findet der Gegenbesuch statt. „Das ist eine schöne Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen“, sagt Ingeburg Schmuck, Leiterin des Internationalen Gymnasiums. Generell finde sie das osteuropäische Ausland für solch einen Austausch geeignet und interessant.

Außerdem startete ihre Schule einen Austausch mit Spanien. Am Mittwoch reisen Geithainer Achtklässler nach Salou. Die gute Mischung aus Schule, Freizeit und gemeinsamen Projekten findet die Schulleiterin wichtig bei solch einer Reise. An weiteren Beziehungen sei das Gymnasium interessiert. Im Aufbau sei derzeit ein Projekt mit China. Auch Kontakte nach Manila, Hauptstadt der Philippinen, gibt es bereits.

Von Claudia Carell

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