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Borna Dow informiert Böhlen über Einleitung von Abwasser
Region Borna Dow informiert Böhlen über Einleitung von Abwasser
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12:31 19.09.2019
Dow Chemical muss künftig phasenweise mehr Abwasser pro Stunde in die Faule Pfütze einleiten. Quelle: Jens Paul Taubert
Neukieritzsch/Böhlen

Seit Jahren schon leitet das Unternehmen Dow Chemical gereinigtes Abwasser und Niederschlagswasser in die Faule Pfütze ein. Weil die bisherige Erlaubnis dafür kürzlich erloschen ist, hat die Dow bei der Landesdirektion eine neue wasserrechtliche Erlaubnis beantragt. Der entsprechende Antrag bringt jedoch einige Veränderungen mit sich. Und eben diese sind am Dienstagabend dem Technischen Ausschuss der Stadt Böhlen vorgestellt worden.

„Wir brauchen eine Kapazitätserweiterung der Anilinanlage und haben dafür beantragt, künftig mehr Kubikmeter Wasser pro Stunde einleiten zu dürfen“, erklärte Sven Thiel von der Dow dem Gremium. Anilin ist ein Stoff, der im Wesentlichen zur Herstellung von Polyurethanen eingesetzt wird. Polyurethane finden Anwendung im Automobilbau, in der Möbelindustrie, sowie in der Schuh- und Bekleidungsindustrie.

Belastetes Grundwasser wird gereinigt

Mehr Wasser müsse zudem wegen des ökologischen Großprojektes (ÖGP) in die Faule Pfütze eingeleitet werden. Dieses beinhaltet mehrere Bausteine, um die noch immer bestehende großflächige Verunreinigung des Erdreiches unter dem Chemiestandort Böhlen-Lippendorf in den Griff zu bekommen und negative Auswirkungen einzudämmen. Unter anderem entstanden in den vergangenen Monaten ein Horizontalfilterbrunnen und eine dazugehörige Grubenwassereinigungsanlage, die belastetes Grundwasser abfängt und reinigt, bevor es kritische Gebiete erreicht. Doch eben die Mitbehandlung von kontaminiertem Grundwasser erfordere eine zusätzliche Einleitung von 18 Kubikmetern Wasser pro Stunde während bestimmter Phasen.

Das Ökologische Großprojekt, hier die Horizontalfilterbrunnen, erfordert Anpassungen der wasserrechtlichen Erlaubnis. Quelle: Jens Paul Taubert

Eines stellt Thiel aber klar: die bisherige maximale Ableitmenge von Abwasser werde sich dadurch nicht erhöhen. „Wir müssen nur zeitweise während bestimmter Prozesse mehr Wasser in der Stunde in die Faule Pfütze leiten. An der Gesamtmenge ändert sich jedoch nichts.“

Fischotter und Libellen leben in der Pfütze

Die Fragen von Mitgliedern des Technischen Ausschusses beschäftigten sich vor allem mit möglichen ökologischen Auswirkungen auf den Fluss. Allerdings machte Thiel deutlich, dass das Vorhaben der Dow keine negativen Auswirkungen auf den chemischen und ökologischen Zustand von Ober- und Grundwasser mit sich bringen würde. „Was sich daran zeigt, dass es zahlreiches Leben in der Faulen Pfütze gibt: mehrere Libellenarten und auch Fischotter.“ Vielmehr gebe es durch die Mitbehandlung von verunreinigtem Grundwasser deutliche positive Entwicklungen rund um den Industriestandort.

Tag der offenen Tür am Samstag

Die bisherige wasserrechtliche Erlaubnis für das Vorgehen bekam die Dow bereits im Jahr 2000, nun war eine komplette Neubeantragung notwendig. „Wir rechnen damit, dass wir die neue Erlaubnis bis Ende des Jahres bekommen“, so Thiel abschließend, der die Vorstellung des Projektes auch gleich dazu nutzte, zum Tag der offenen Tür am 21. September einzuladen. Die Dow öffnet von 10 bis 15 Uhr ihre Türen.

Von Julia Tonne

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