Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Eltern kritisieren neues Busnetz rund um Geithain
Region Borna Eltern kritisieren neues Busnetz rund um Geithain
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 15.11.2018
Künftig sollen sich die Busverbindungen im Raum Frohburg/Geithain nicht mehr nur am Schülerverkehr orientieren. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Der neue Busfahrplan für die Region rund um Geithain und Frohburg trifft bereits vor dem Start auf Gegenwind. Betroffene Eltern nutzten die Kreistagssitzung am Mittwochabend in Borna, um ihrem Ärger Luft zu machen. Das Netz, seit Langem in der Diskussion, soll neue Nutzergruppen für den öffentlichen Nahverkehr gewinnen. Doch bisherige Fahrgäste – die Schüler – bleiben dabei laut zahlreicher Wortmeldungen aus der Elternschaft auf der Strecke. Längere Wartezeiten vor Schulbeginn wurden von den Eltern ebenso beklagt wie zu lange Beförderungszeiten, volle und unpünktliche Busse.

„Mein Kind wird künftig eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn in der Schule sein. Wer denkt sich so etwas aus?“, fragte eine Mutter empört. „Wir haben zahlreiche Änderungswünsche vorgebracht“, ergänzte Mario Röschke, Elternsprecher der Oberschule Frohburg. „Warum“, fragte er die Kreisspitze, „wurde auf diese Einwände bisher nicht reagiert?“ Für Unmut sorgt die Tatsache, dass die Änderung mitten im Schuljahr erfolgt. „Heute wollen Sie das Konzept beschließen, am 9. Dezember soll es losgehen. Aber die Fahrpläne stehen bislang noch nicht einmal fest“, schüttelte eine weitere Eltern-Vertreterin den Kopf. Geklagt wurde außerdem über chaotische Zustände am Umsteigeplatz in Prießnitz. Auch hier, so die Forderung der Einwohner, müsse dringend gehandelt werden.

Schulen lehnen frühere Anfangszeiten ab

Ines Lüpfert, Zweite Beigeordnete des Kreises, versuchte, die Einwände zu entkräften. „Unser Ziel ist es, den Fokus nicht mehr nur auf den Schülerverkehr zu legen.“ Derzeit würden die Busse noch an zu vielen potenziellen Nutzern vorbeifahren, die aber auch für den ÖPNV gewonnen werden sollen. Nachdem es die Schulen abgelehnt hätten, ihre Anfangszeiten zu ändern, sei man zu Kompromissen gezwungen gewesen. „Noch bis zuletzt haben wir mit dem Nahverkehrsunternehmen Thüsac um Lösungen gerungen“, erklärte Lüpfert.

Allerdings zeichne sich schon jetzt ab, dass nicht nach jedem Klingeln der Bus sofort bereitstehen werde. Landrat Henry Graichen (CDU) rief in Erinnerung, dass in der Region zahlreiche Busse ausschließlich im Schülerverkehr eingesetzt waren. „Von diesem System wollen wir uns verabschieden und den ÖPNV für alle attraktiver machen.“ Dazu gehöre eine bessere Abstimmung auf die Bahn, aber auch Fahrten an Wochenenden und in den Ferien. Einige Ortsteile von Kohren-Sahlis würden überhaupt erstmals vom Bus angesteuert.

Zeitpunkt der Änderungen stark in der Kritik

In der Beschlussvorlage hieß es, das Konzept sei mit Schulleitern und Elternvertretern der Städte Geithain, Frohburg, Borna und Bad Lausick abgestimmt worden. „Die überwiegende Mehrheit der Schulen kann sich mit dem neuen Netz identifizieren und erkennt weiteres Entwicklungspotenzial zum Beispiel für die Nutzung von Ganztagsangeboten“, wird darin betont. Aktuell scheinen zumindest einige Schulleiter das Revolutionäre des Vorhabens aber nicht zu erkennen: „Viele Schulen haben ein grundlegendes Problem damit, dass die Änderungen mitten im Schuljahr in Kraft treten“, erklärt Ingo Pfretzschner, Leiter der Maxim-Gorki-Oberschule Frohburg, auf Anfrage.

Die Schulen müssten Aufwand betreiben, um die Eltern zu informieren, „sonst führt das zum Chaos. Ich selbst aber kenne nur Fahrplan-Entwürfe, habe den fertigen bis heute nicht gesehen.“ Im September habe man in großer Runde mit dem Landkreis über das neue Buskonzept gesprochen. Damals habe er – wie andere Schulleiter auch – signalisiert, dass manche Fahrzeiten nicht mit den Schulzeiten zusammenpassen. Die damals zugesagten Korrekturen seien aber nur in geringem Umfang erfolgt. „Probleme wird es bei uns deshalb vor allem nachmittags geben. Dann werden manche Schüler eine Stunde und länger warten müssen, ehe sie nach Hause fahren können.“ Das sei aus Schul- wie Elternsicht nicht akzeptabel.

Keine Mehrheit im Kreisrat für Vertagung des Themas

Versuche einiger Kreisräte, das Vorhaben noch zu stoppen, fanden keine Mehrheit. Das neue Buskonzept erhielt mehrheitlich grünes Licht. Unter anderem hatte sich auch der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph, Kreisrat der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), gegen eine Vertagung ausgesprochen: „Die Einwände der Eltern müssen aber auf jeden Fall geprüft werden.“ Eventuell, so die Hoffnung, würden sich auch einige Bildungseinrichtungen noch auf eine Korrektur der Unterrichtszeiten einlassen.

Von Simone Prenzel

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Spielen und Lernen gehören an der Grundschule Neukieritzsch zusammen. Die Schule hat gerade ein Spielepaket gewonnen. Der neu ins Schulhaus gezogene Hort kann sich ebenfalls freuen.

15.11.2018

Das drei Monate alte Kälbchen aus dem Stall der Agrar GmbH Auligk erzielte auf einer Auktion im niedersächsischen Lingen eine noch nie dagewesene Rekordsumme. Guaves Erbanlagen sind Weltklasse.

15.11.2018
Borna Tierschutzverein Leipziger Land - Tierheim Oelzschau bekommt neuen Vorstand

Führungswechsel beim Tierheim Oelzschau: 18 Jahre war Elvira Henkel Chefin des Trägervereins. Am 1. Januar übernimmt ein neuer Vorstand.

16.11.2018