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Borna Elternsprecherin will Fischer-Art-Bild für Schule in Kitzscher
Region Borna Elternsprecherin will Fischer-Art-Bild für Schule in Kitzscher
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10:51 03.04.2019
Das ist der Entwurf von Fischer-Art für die Schule in Kitzscher. Quelle: Michael Fischer-Art
Kitzscher

Die Idee hatte hohe Wellen geschlagen: Der in Borna ansässige Maler Michael Fischer-Art könnte die Kitzscheraner Schule mit seiner bunten Comicmalerei gestalten. Schulleiterin, Lehrer und Eltern waren Feuer und Flamme, und auch Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) fand die Vorstellung der bunten Schule großartig.

Bis der Rückzieher kam. Wenigstens im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung, erklärte Schramm, könne der Künstler die Schule nicht gestalten. Die bekomme nämlich nicht einfach nur einen Farbanstrich. Stattdessen sei die Fassadenfarbe Teil des Dämmsystems. Seitdem ist die Diskussion über die Farbgebung der Schule nur scheinbar abgeflaut. Tatsächlich, so ist zu vernehmen, ist sie ein Politikum geworden.

So sieht die Oberschule in Kitzscher momentan aus. Fest steht: Das Gebäude wird saniert und soll bunter werden. Quelle: André Neumann

Farbiger Entwurf des Ingenieurbüros für Oberschule Böhlen

Zudem soll es mittlerweile einen neuen, farbigeren Entwurf des Ingenieurbüros geben. Der erste war überwiegend grau und auf viel Kritik gestoßen.

Denis Zurek, die Elternsprecherin der Oberschule Kitzscher, würde es sehr bedauern, wenn „eine so einschlagende Idee zur Gestaltung der Oberschule Kitzscher nun doch scheitern soll“, sagt sie der LVZ. Die Erklärung könne sie nicht nachvollziehen: „Für die Idee von Herrn Fischer-Art gibt es keinen Raum, weil ein farbiger Putz verwendet wird? Ernsthaft?“, fragt sie.

Denis Zurek, Elternsprecherin der Oberschule Kitzscher. Quelle: privat

In einem flammenden Plädoyer für eine bunte Schule erinnert sie zugleich daran, dass bei der Vorstellung des Projektes in der Schule alle, vom Bürgermeister über Schulleitung und Lehrer bis hin zu Eltern und dem Künstler selbst, begeistert gewesen seien „über den bunten Lernort, der da kommen soll“. Gerade die Eltern würden dem Einheitsgrau, das die Kohle-Region jahrzehntelang gekennzeichnet habe, das Bunte vorziehen.

Farbige Fassadengestaltung für Böhlen in Sanierung aufnehmen

Denis Zurek mag nicht verstehen, dass man die farbige Fassadengestaltung nicht neu berechnen und in die energetische Sanierung aufnehmen können soll. „Später wird es ja auf keinen Fall günstiger“, ist die Elternsprecherin überzeugt, „wenn man bedenkt, dass nochmals ein Gerüst zu stellen ist.“

Nach den Jahren der Unsicherheit darüber, ob es mit der Schule überhaupt weiter geht, und des fehlendes Geldes für eine Sanierung, bestehe jetzt die Chance, „endlich diesen grauen Betonklotz in ein einladendes Schulhaus zu verwandeln. Und alles scheitert an energetischer Effizienz?“ fragt die Elternsprecherin weiter.

Denis Zurek erinnert in dem Zusammenhang auch an die bewegte jüngere Vergangenheit der Schule. Damals sei man mutiger gewesen, als alle gemeinsam eine Bundesstraße blockierten aus Protest gegen die angedrohte Schließung der Schule. Damals hätten sich alle lautstark für den Erhalt der Schule eingesetzt. Darunter an der Spitze der Kitzscheraner Bürgermeister, der auch in der Folgezeit immer wieder dafür gesorgt habe, würdigt Zurek dessen Engagement, „dass die Oberschule ein guter Lernort ist“.

Bunte Fassade trifft nicht jedermanns den Geschmack

Die Elternsprecherin räumt ein, dass die bunte Fassade nicht den Geschmack von jedem treffen mag. Aber, ist sie überzeugt: „Sie ist auf jeden Fall für Kinder einladend, die hier lernen sollen.“ Mit der Entscheidung über die farbliche Gestaltung der Schule stehe eine wichtige Chance auf dem Spiel, für Kitzscher Werbung zu machen. Die bunte Schule werde weithin sichtbar sein, ist Denis Zurek überzeugt.

Als Beispiel führt sie ins Feld, dass viele Touristen sich die Hundertwasser-Schule in Wittenberg anschauen. Das dortige Luther-Melanchthon-Gymnasium war vor zwanzig Jahren nach den Ideen und dem Konzept des Wiener Künstlers Friedensreich Hundertwasser (1928 bis 2000) umgebaut worden.

In der Lutherstadt Wittenberg, ist das Luther-Melanchthon-Gymnasium, die „Hundertwasserschule“, noch immer eine Touristenattraktion. Quelle: Archiv / Armin Kühne

Eine bunte Schule in Kitzscher wäre „Teil des Leipziger Südraums, etwas Besseres kann uns eigentlich nicht passieren“, schwärmt Elternsprecherin Denis Zurek.

Von André Neumann

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