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Borna Fischer-Art gestaltet Kindergarten in China
Region Borna Fischer-Art gestaltet Kindergarten in China
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10:16 26.07.2019
Der Bornaer Maler Michael Fischer-Art in der Bornaer Partnerstadt Dujiangyan. Quelle: privat
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Borna

Dass der Maler Michael Fischer-Art seine Spuren in Leipzig hinterlässt, ist nicht neu. Seit wenigen Jahren auch in Borna, wohin er vor zwei Jahren seinen Wohnsitz verlegt hat. Jetzt gibt es auch in China einen Kindergarten mit den typischen Figuren ganz nach Fischer-Art. Der Künstler vom Jahrgang 1969 war jetzt eine knappe Woche in offizieller Mission in Dujiangyan. Die 600.000-Einwohner-Kommune in Zentral-China ist Partnerstadt von Borna.

Fischer-Art-Kindergarten in Dujiangyan. Quelle: privat

Als Bornaer Vertreter am Min-Fluss

Fischer-Art war eingeladen worden, weil die Stadtväter von Dujiangyan Künstler aus sämtlichen Partnerstädten angefragt hatten, ob sie sich in der Stadt in der Provinz Sichuan verewigen wollen. Deshalb war der umtriebige Künstler mit Wohnsitz in Witznitz sozusagen als Bornaer Vertreter in der Stadt am Min-Fluss.

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Der Bornaer Maler Michael Fischer-Art in der Bornaer Partnerstadt Dujiangyan. Quelle: privat

Bornaer Maler gestaltet Kindergarten

Er durfte einen Kindergarten gestalten, an dem jetzt die comicartigen Muppets nicht mehr zu übersehen sind, die Fischer-Arts Bildwerke einen so starken Wiedererkennungswert geben. Dabei musste es schnell gehen., „Ich habe den Kindergarten gesehen, und nach einer Stunde ging es los.“

Der Bornaer Maler Michael Fischer-Art sucht in China Farben aus. Quelle: privat

Bis eine Stunde vor dem Abflug gearbeitet

Fischer-Art arbeitete Tag und Nacht, und wurde auch von den Chinesen unterstützt. Bis eine Stunde vor dem Abflug hatte der Künstler den Pinsel noch in der Hand. Als er im Flugzeug saß, dürfte die Farbe noch nicht trocken gewesen sein.

Der Bornaer Maler Michael Fischer-Art in der Bornaer Partnerstadt Dujiangyan. Quelle: privat

Verständigung mit Stift und Papier

Die Verständigung mit den Chinesen war nicht ganz leicht, aber dafür durchaus originell. Mit Englisch kam Fischer-Art nicht weit, Chinesisch kann er nicht, so dass am Ende nur Stift und Papier blieben. Zum Malen, was ja für jemanden wie Fischer-Art ja kein Problem ist. „Wenn ich Milch wollte, habe ich eine Kuh gemalt.“ Was allerdings voraussetzte, dass seine chinesischen Gastgeber auch wussten, dass Kühe Milch geben. „Manche denken dort, dass die aus einer Maschine kommt.“

Werke in Miami und im Ural

Für Fischer-Art war Dujiangyan nicht die erste chinesische Stadt, in der er seine künstlerischen Spuren hinterlassen hat. So war er in diesem Jahr bereits in Nanjing, einer Partnerstadt von Leipzig. Werke von Fischer-Art gibt es ohnehin auf dem halben Globus – in Washington und Miami ebenso wie in London und Addis Abeba. Aber auch in Leipzig, womit in diesem Falle ein gleichnamiges russisches Dorf im östlichen Ural gemeint ist.

Keine Zensur in China

Bemerkenswert für den Künstler war der Umstand, „dass mir in Dujiangyan niemand reingeredet hat“. Heißt: Anders als noch vor wenigen Jahren, als in ganz China auch in Kindergärten Agitprop-Bilder dominierten, wie sie wohl jeder ehemalige DDR-Bürger kennt, sah es diesmal anders aus. Eine Zensur oder etwas Vergleichbares gab es für Fischer-Art jedenfalls nicht.

Bornaer Delegation fliegt nach China

Bereits in wenigen Wochen sitzt der Maler wieder im Flugzeug Richtung Reich der Mitte. Dann gehört er mit der Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) zu einer Delegation der Stadt Borna, die der chinesischen Partnerstadt Dujiangyan einen offiziellen Besuch abstattet.

Von Nikos Natsidis