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Borna Flammen zerstören Imbiss am Großstolpener See
Region Borna Flammen zerstören Imbiss am Großstolpener See
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20:15 07.10.2015
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Groitzsch/Großstolpen

Autofahrer, die auf der Straße von Borna nach Groitzsch unterwegs waren, informierten die Polizei, dass sie einen hellen Feuerschein am Horizont sehen. Dieser leuchtete ihnen aus Richtung Großstolpener See entgegen. Die Feuerwehr wurde kurz vor ein Uhr alarmiert. "Beim Eintreffen der Feuerwehren von Großstolpen, Pödelwitz und Groitzsch stand der Imbiss in voller Ausdehnung in Flammen", beschreibt Mike Köhler von der Groitzscher Wehr die Situation.

Zum Teil unter schwerem Atemschutz löschten die Kameraden das Feuer. Durch die Bauweise des Verkaufsstandes habe sich die Restablöschung als schwierig erwiesen, so Köhler. Es habe Hebelwerkzeugen bedurft, um die Holzfassade zu öffnen und an alle Glutnester zu gelangen. Die Konsequenz: Die Löscharbeiten zogen sich bis weit in die Morgenstunden hinein. Im Einsatz waren insgesamt 25 Feuerwehrleute mit fünf Fahrzeugen.

Die Höhe des Sachschadens konnte die Polizei gestern noch nicht beziffern. Die 33-jährige Pächterin habe noch keine Angaben zur Höhe des Schadens machen können, erklärte Polizeisprecher Uwe Voigt. Offen ist bislang auch, ob ein technischer Defekt, Nachlässigkeit oder Brandstiftung zu diesem Feuer führte. Die Brandursachenermittler nahmen gestern ihre Arbeit auf, nachdem die Feuerwehr abrücken konnte.

Emmanouil "Manolo" Petrou und Sotiria Papachristou eröffneten vor anderthalb Jahren das "Manolo am See", das ein beliebter Ausflugsort war. Äußern wollten sich die Betreiber gestern nicht. Allerdings gab es laut Voigt einige Hinweise zur Brandursache.

Schon mehrfach wurde die "Taverne Manolo" am Schützenplatz in Groitzsch, die beide vor Jahren übernommen hatten, bedroht. Mehrfach hatten Unbekannte an diese Adresse Briefe mit einem weißen Pulver zugestellt. Stets bestand dann der Verdacht, dass es sich bei der Substanz um Milzbranderreger handelte, deshalb wurden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen (die LVZ berichtete). Bei zwei Attacken im März 2014 und einer im Januar dieses Jahres erwies sich der Inhalt jeweils als harmlos. Neben diesen Pulver-Briefe hatte es auch Drohanrufe und nicht bestellte Warenlieferungen gegeben.

Ein Freund der Betreiber erklärte gestern auf Anfrage, dass diese davon ausgehen, dass der Brand mit den bisherigen Bedrohungen in Verbindung stehen könnte. Polizeisprecher Voigt erklärte lediglich: "Wir ermitteln in alle Richtungen."

Trotz des Brandes und der vielen offenen Fragen beginnt morgen die vierte Auflage der "Groitzscher Wiesn" auf dem "Schützenplatz" der Stadt, präsentiert von der Taverne Manolo.

Julia Tonne und Ekkehard Schulreich

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